Wegen eines Systemfehlers: Flug einer Boeing 737 Max abgebrochen

Erneuter Zwischenfall mit einer Boeing 737 Max: Etwa eine halbe Stunde nach dem Start stellten die Piloten ein Problem fest. Sie brachen den Flug aus Sicherheitsgründen ab und kehrten zum Startflughafen zurück.
Die Passagiermaschine der Fluggesellschaft American Airlines war in Miami im US-Bundesstaat Florida gestartet und auf dem Weg nach Santo Domingo in der Dominikanischen Republik. Knapp 100 Kilometer südlich der Bahamas habe die Besatzung ein Problem mit der Trimmung festgestellt, berichtet das Onlinenachrichtenangebot The Aviation Herald(öffnet im neuen Fenster) , das von dem österreichischen Experten für Luftfahrtsicherheit Simon Hradecky betrieben wird.
Die FAA will den Vorfall untersuchen
Die Crew habe daraufhin beschlossen, nach Miami zurückzukehren. Etwa 50 Minuten später sei die Maschine, die 135 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder an Bord hatte, sicher wieder in Miami gelandet, wie auf der Website Flightaware zu sehen ist(öffnet im neuen Fenster) . Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) will den Zwischenfall untersuchen.
Wie die Fluggesellschaft dem Aviation Herald mitteilte, habe es sich um ein Problem des elektrischen Haupttrimmsystems gehandelt. Eine Komponente sei ausgefallen. Einen Zusammenhang mit dem MCAS habe es aber nicht gegeben.

Das MCAS, eine Abkürzung für Maneuvering Characteristics Augmentation System, ist eine Software zur Flugsteuerung, das System war eingeführt worden, nachdem die Boeing 737 neue, größere Triebwerke bekommen hatte. Es sollte Piloten die Steuerung des veränderten Flugzeugs erleichtern.
Ein Versagen des Systems führte jedoch zu zwei Abstürzen im Oktober 2018 in Indonesien und einem im März 2019 in Äthiopien. Bei den Unglücken starben 346 Menschen. Daraufhin wurde ein weltweites Startverbot für diesen Flugzeugtyp verhängt.
Nach umfangreichen Modifikationen darf die Boeing 737 Max wieder eingesetzt werden. Experten bezweifeln jedoch, dass diese ausreichen.