Wegen Corona: Alphabet stellt Smart-City-Projekt in Toronto ein

Alphabet hält die wirtschaftliche Lage für zu unsicher, um ein solches Smart-City-Projekt weiterzuführen.

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Sidewalk-Labs-Projekt Quayside: Das Projekt soll nach dem Ausstieg von Sidewalk Labs nicht enden.
Sidewalk-Labs-Projekt Quayside: Das Projekt soll nach dem Ausstieg von Sidewalk Labs nicht enden. (Bild: Waterfront Toronto)

Alphabet gibt seine Pläne für den Bau einer Smart City in Toronto auf. Der Internetkonzern begründet die Entscheidung mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation durch die Covid-19-Pandemie.

Vor drei Jahren hatte Sidewalk Labs, ein Tochterunternehmen von Alphabet angekündigt, ein knapp 49.000 Quadratmeter (12 Morgen) großes High-Tech-Stadtviertel zu bauen. Quayside sollte auf einem ehemaligen Hafen- und Industriegelände am Ontariosee entstehen.

Zweieinhalb Jahre lang habe das Team leidenschaftlich an dem Quayside-Projekt gearbeitet. "Wir haben Zeit, Menschen und Ressourcen in Toronto investiert", schreibt Sidewalk-Labs-Chef Dan Doctoroff in einem Blogeintrag. "Eine beispiellose wirtschaftliche Unsicherheit hat eingesetzt, weltweit sowie auf dem Immobilienmarkt von Toronto. Dadurch ist es zu schwierig geworden, das 12 Morgen große Projekt finanziell tragfähig zu machen, ohne Kernbestandteile des Plans zu aufzugeben". Deshalb habe Sidewalk Labs beschlossen, das Quayside-Projekt einzustellen.

Quayside sollte ein hochtechnisiertes und gleichzeitig nachhaltiges Stadtviertel werden. Dort sollten autonome Autos fahren, Hunderte Sensoren sollten die Luftqualität überwachen und die Bewegungen der Bewohner und Besucher erfassen. Die Häuser sollten nachhaltig sein, einige sollten aus Holz gebaut werden. Bürgersteige und Radwege sollten beheizt sein.

Das Projekt war nicht unumstritten. Sidewalk Labs wollte ursprünglich eine deutlich größere Fläche haben. Kritiker monierten, dass ein US-Unternehmen damit den Zuschlag für ein großes Stück erstklassigen Baulandes erhalte, das sonst von einheimischen Unternehmen bewirtschaftet werden könnte. So bekam Sidewalk Labs deutlicher weniger Fläche als beabsichtigt.

Stephen Diamond, Chef der städtischen Entwicklungsgesellschaft Waterfront Toronto, bedauerte in einer Mitteilung Alphabets Ausstieg aus dem Quayside-Projekt. Das bedeute aber nicht dessen Ende. Waterfront Toronto werde daran arbeiten, dass die "Next Generation Community" in Quayside Wirklichkeit werde.

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