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ITler wollen immer mehr Geld und weniger Arbeit

Golem.de: Sie haben kürzlich angekündigt, 100 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Wie finden Sie die passenden Bewerber für Ihr Team?

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Özdil: Das wichtigste ist ein funktionierendes HR-Marketing, um überhaupt die Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Zusammenarbeit mit Universitäten, auch für das Thema Recruiting, ist für uns sehr wichtig. Unsere Standorte sind deshalb immer in der Nähe von Universitäten. Linkedin funktioniert immer besser. Ohne Headhunter kommen auch wir leider nicht aus. Aktuell bauen wir ein Team von Talent-Managern auf, um den Prozess weiter zu optimieren. Die Talent-Manager kümmern sich nicht nur um das Finden von Talenten, sondern auch um die Weiterentwicklung nach der Einstellung.

Golem.de: Was sind die entscheidenden Auswahlkriterien?

Özdil: Natürlich achten wir bereits bei der Einladung zum Vorstellungsgespräch auf den bestmöglichen Fit von Kompetenz und Anforderung. Was aber über die Einstellung entscheidet, ist die menschliche Komponente. Wir sind ein Team, wir stützen uns, motivieren einander, treiben uns aber auch an. Erfolge feiern wir gemeinsam!

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Golem.de: Es gibt sicher auch technologische Anforderungen an neue Mitarbeiter. Welche sind das konkret?

Özdil: Technologisch erwarten wir JEE-Kenntnisse im Backend und Angular, Typescript für das Frontend.

Golem.de: Und wie läuft der Auswahlprozess ab?

Özdil: In Fachgesprächen erfahren wir genug über die Kompetenzen, um zu wissen, ob es passt. Das kann in zwei Runden erledigt sein - manchmal braucht es auch eine mehr. Wir stellen zu 70 Prozent aufgrund des Cultural Fits ein. Den Menschen persönlich kennenlernen, einen Kaffee zusammen trinken und die Welt da draußen diskutieren - all das sagt mehr aus als eine Aufgabe, die man stellen könnte. Der fachliche Check erfolgt auch, aber nicht mit vordefinierten Aufgaben, sondern im Dialog.

Golem.de: Welche menschliche Komponente wäre für Sie ein K.o.-Kriterium?

Özdil: Die Einstellung, alles alleine lösen zu wollen. Wir brauchen Teamplayer.

Golem.de: Warum ist Ihnen das so wichtig? Haben Sie schon mal schlechte Erfahrungen gemacht?

Özdil: Wir entwickeln eine ERP-Software, um bei unseren Kunden aus Mitarbeitern Teams zu machen. Prozesse - und genau die bilden wir mit Weclapp ab - brauchen ein tiefes Verständnis von Zusammenarbeit. Mitarbeitern, die Einzelkämpfer sind, fehlt dieses Grundverständnis. Anders ausgedrückt: Nur wer im Team arbeitet, kann Teamspirit implementieren.

Golem.de: Was ist es, das IT-Mitarbeiter von ihrem Arbeitsplatz und Arbeitgeber am meisten erwarten - neben dem Geld?

Özdil: Eine Kultur. Das Unternehmen muss eine gelebte Kultur haben, an der man mit Spaß teilhaben möchte.

"Uni-Absolventen fehlt der Geist des Fleißes"

Golem.de: Wie ist die Qualität der Bewerber?

Özdil: In der Regel sehr gut.

Golem.de: Wie spiegelt sich die gute Qualität in den Gehaltsvorstellungen der ITler wider? Sind sie überzogen?

Özdil: Ja, definitiv. Das hat sich massiv geändert in den letzten Jahren. Die Erwartungshaltung geht immer stärker in die Richtung: möglichst wenig tun müssen, aber dafür möglichst viel bekommen. Unabhängig von den betriebswirtschaftlichen Auswirkungen des Ganzen fehlt im Moment bei vielen Absolventen der Universitäten der Geist des Fleißes. Statt mit Arbeit und Leistung zu glänzen und die eigene Zukunft nachhaltig aufzubauen, setzen manche Kandidaten auf kurzfristige Maximierung ihrer Bezüge. Das ist für uns aber nicht akzeptabel. Insofern ist eine überzogene Vorstellung für uns ein Show Stopper, unabhängig davon, wie wichtig die Stelle gerade sein mag.

Golem.de: Wie messen Sie die Gehälter des Tech-Teams?

Özdil: An ihrem Wertbeitrag zum Gesamterfolg der Company. Fixe Gehälter auf Marktniveau und variable Zahlungen je nach Wertbeitrag.

Golem.de: Wie ist die Selbsteinschätzung der Bewerberinnen und Bewerber?

Özdil: Selbsteinschätzung fällt ja nicht nur Bewerbern schwer. Es gibt manche, die sich überschätzen, was für mich aber kein K.o.-Kriterium ist. Ich schau darauf, ob sie dann lernwillig sind. Wenn sie nach den Sternen greifen, erreichen sie diese vielleicht nicht. Sie wühlen aber mit Sicherheit nicht im Dreck.

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Softwareentwickler fehlen

Golem.de: Gibt es den Fachkräftemangel wirklich? In welchen Aufgabenfeldern gibt es Ihrer Erfahrung nach ein großes Defizit an geeigneten Kandidaten?

Özdil: In unserem Fall sind das die Softwareentwickler. Wir brauchen in Deutschland einfach viel mehr davon, denn jedes Unternehmen muss mit viel Aufwand in Deutschland oder Europa oder sogar darüber hinaus Entwickler finden und koordinieren. Das kostet unglaublich viel Zeit und Kraft. Wir müssen mehr Entwickler ausbilden oder Fachkräfte schneller nach Deutschland holen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Golem.de:In welchem konkreten Teilbereich herrscht der größte Mangel für Ihr Unternehmen? Was sollte Nachwuchs unbedingt können?

Özdil: Bei Backend-Entwicklern ist das idealerweise Java oder eine andere objektorientierte Programmiersprache. Bei Frontend-Entwicklern Angular oder ein anderes Javascript orientiertes Framework wie Vue.js.

Golem.de: Wie sieht es mit Frauen in der IT aus, zeichnet sich hier ein Aufwärtstrend ab oder ist es schwierig, IT-Spezialistinnen zu finden?

Özdil: Leider immer noch schwierig - wir müssen alle mehr dafür tun, dass die Quote der jungen Frauen, die sich für eine technische Ausbildung entscheiden, hochgeht. Und dafür müssen wir alle - uns eingeschlossen - Mädchen und junge Frauen mehr fördern. Wir würden begrüßen, wenn die Zahl der Bewerberinnen für Entwicklerjobs höher würde.

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 Weclapp-CTO Ertan Özdil: "Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"Die Deutschen sind zu perfektionistisch 
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tauchcomputer 16. Apr 2021 / Themenstart

Deswegen haben wir in Berlin eben den besseren, sichereren und nachhaltigerer Flughafen...

6502 12. Apr 2021 / Themenstart

Ist das nicht bei diesen agilen Sprint-Scrummern "Programm"? ;-)

MikeMan 06. Apr 2021 / Themenstart

Wer hat Dich denn für das Posting bezahlt? Oder schreibt hier der "CEO" gar selbst...

series3 03. Apr 2021 / Themenstart

Das WeClapp in Schönheit oder Perfektion untergeht, wird nie passieren. Dafür sehen die...

waldschrat 30. Mär 2021 / Themenstart

Jaja, an die ganzen Sprüche kann ich mich noch erinnern. Und auch an die Realität...

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