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Wechsel der Standardschriftart: US-Außenministerium kehrt zu Times New Roman zurück

US-Diplomaten dürfen die serifenlose Schriftart Calibri nicht mehr verwenden. Damit wird eine Entscheidung der Biden-Ära rückgängig gemacht.
/ Ingo Pakalski
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US-Außenminister Marco Rubio setzt wieder auf Times New Roman. (Bild: Andrew Harnik/Getty Images)
US-Außenminister Marco Rubio setzt wieder auf Times New Roman. Bild: Andrew Harnik/Getty Images

US-Außenminister Marco Rubio hat eine Anweisung an alle US-Botschaften verschickt, wonach Diplomaten künftig eine andere Standardschriftart in offiziellen Dokumenten nutzen müssen als bisher. Die zuvor verwendete Schriftart Calibri darf nicht länger genutzt werden; in allen Dokumenten wird Times New Roman zum Standard.

In der Amtszeit von Joe Biden hatte der vorherige US-Außenminister Antony J. Blinken, Times New Roman durch Calibri im Jahr 2023 als Standardschriftart ersetzt. Die damalige Umstellung der Schriftart wurde von Rubio in der Anweisung als "verschwenderische" Maßnahme zur Förderung der Vielfalt bezeichnet.

Die entsprechende Anweisung liegt der Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) sowie der New York Times(öffnet im neuen Fenster) vor. Der New Yorker Zeitung wurde die Echtheit des Dokuments von einem Beamten des US-Außenministeriums bestätigt.

Kulturkampf um Schriftarten

Mit der Rückkehr zu Times New Roman wolle Rubio dabei helfen, Diversitätsbestrebungen zu unterbinden. Der damalige US-Außenminister Blinken ordnete die Umstellung der Schriftart im Jahr 2023 auf Empfehlung des Büros für Vielfalt und Inklusion des Außenministeriums an, das Rubio inzwischen abgeschafft hat.

Die damalige Änderung auf Calibri sollte die Zugänglichkeit für Leser verbessern, die mit Behinderungen wie Sehschwäche und Legasthenie zu tun haben. Zudem sollte die Schriftart besser für Menschen nutzbar sein, die unterstützende Technik wie Bildschirmlesegeräte verwenden müssen. Blinkens Schritt wurde von Befürwortern der Barrierefreiheit gelobt.

Die Ziele des US-Außenministeriums

Die Rückkehr zu Times New Roman stelle "die Würde und Professionalität der schriftlichen Arbeit des Ministeriums" wieder her, heißt es in der Anordnung. Calibri sei im Vergleich zu Serifenschriften wie Times New Roman "informell" und passe nicht zum offiziellen Briefkopf des Ministeriums.

Der Schritt wird auch damit begründet, dass die "Fälle von barrierefreien Dokumentenüberarbeitungen" im Ministerium nicht zurückgegangen seien. Die Calibri-Einführung zählte Rubio jedoch "nicht zu den illegalsten, unmoralischsten, radikalsten oder verschwenderischsten Fällen" rund um Bemühungen für Vielfalt, Gleichberechtigung, Inklusion und Barrierefreiheit der vorherigen Regierung.

"Die Umstellung auf Calibri hat nichts gebracht, außer einer Verschlechterung der offiziellen Korrespondenz des Ministeriums" , beklagte Rubio und verweist darauf, dass Times New Roman bis 2023 20 Jahre lang die offizielle Schriftart des Ministeriums gewesen sei. Vor 2004 verwendete das US-Außenministerium Courier New als Standardschriftart.

Serifenschriften werden "im Allgemeinen als Ausdruck von Tradition, Formalität und Feierlichkeit wahrgenommen" , heißt es in Rubios Anordnung. Er verweist darauf, dass Times New Roman etwa vom Weißen Haus, dem Obersten Gerichtshof und anderen staatlichen und bundesstaatlichen Behörden verwendet werde.


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