Webstandards: Haben CSS Regions eine Zukunft?

Adobe hat mit CSS Regions einen Ansatz entwickelt, mit dem sich komplexe Layouts im Web umsetzen lassen. Google und Opera erteilen der Technik nun aber eine Absage.

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Stehen Adobes CSS Regions vor dem Aus?
Stehen Adobes CSS Regions vor dem Aus? (Bild: Adobe)

CSS Regions sollen es Webentwicklern erleichtern, komplexe Layouts, wie man sie aus gedruckten Magazinen gewohnt ist, im Browser umzusetzen. So ist es mit CSS Regions möglich, einen Fließtext über mehrere HTML-Elemente zu verteilen. Entwickelt wurde der Ansatz von Adobe, samt einer Implementierung für Webkit und, nach der Abspaltung, auch für Blink.

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So unterstützen mittlerweile Apples Browser Safari und Microsofts Internet Explorer CSS Regions mit einem entsprechenden Präfix, das Entwickler setzen müssen, und auch Googles Rendering-Engine Blink enthält den entsprechenden Code, der allerdings vom Nutzer über ein Flag aktiviert werden muss. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, dass Google CSS Regions standardmäßig in Blink aktiviert.

Doch nun scheint es ganz anders zu kommen: Nachdem Adobe Ende 2013 in der Blink-Entwickler-Mailingliste eine Diskussion um die Freischaltung von CSS Regions angestoßen hatte, hat sich Google deutlich gegen die Freischaltung des Codes ausgesprochen.

Google-Entwickler Eric Seidel stört sich vor allem an dem komplexen Adobe-Code, der sich über mehr als 140 Dateien verteilt und mehr als 10.000 Code-Zeilen umfasst. Blink hat insgesamt nur 350.000 Code-Zeilen. Zudem passe die Umsetzung nicht gut zu bestehenden Performance-Optimierungen und verhindere eine weitere Vereinfachung des Rendering-Codes.

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Da das Blink-Team sich aber für 2014 vor allem vorgenommen hat, die Geschwindigkeit der Rendering-Engine, insbesondere auf mobilen Geräten, zu verbessern, sieht Seidel keine Chance dafür, dass Blink mit aktivierten CSS Regions ausgeliefert wird.

Während Seidel bei seiner Kritik recht diplomatisch argumentiert, findet Operas Technikchef Håkon Wium Lie, der einst das Konzept der Cascading Stylesheets (CSS) erfand, sehr deutliche Worte und nennt CSS Regions "schädlich". Allerdings richtet sich seine Kritik in erster Linie gegen das Konzept, denn den Code von Adobe will Opera weiterhin nutzen.

Håkon Wium Lie kritisiert die fehlende Trennung zwischen Struktur und Präsentation, da bei CSS Regions HTML-Tags zu Präsentationszwecken missbraucht werden, so dass bereits jetzt in vielen Beispielen zum Einsatz leerer Div-Elemente geraten wird. Er kritisiert weiterhin, dass sich mit CSS Regions kein Responsive Design umsetzen lässt und macht dies daran fasst, dass mit CSS Regions definierte Spaltenlayouts nicht in der Lage sind, die Zahl der Spalten der Breite des Displays anzupassen. Mit dem von ihm entwickelten CSS Multi-Column-Layout sei dies hingegen möglich.

Håkon Wium Lie räumt zwar ein, dass sich mit CSS Regions Textfluss sehr flexibel gestalten lässt, hält dies aber eher für einen Fehler, da solche Layouts für Nutzer unnötig schwer zu durchschauen sind. In vielen Fällen seien mit CSS Multi-Column-Layout ähnliche Ergebnisse mit deutlich weniger Code erreichbar.

Daher lehnt Håkon Wium Lie die Einführung von CSS Regions ab, denn einmal eingeführt, sei es schwer, diese wieder abzuschalten. Große Teile von Adobes Code könne man aber dennoch verwenden, um Pagination und Multi-Column umzusetzen. Da Operas Multi-Column-Code in der aktuellen Version auf Adobes CSS-Regions-Code aufbaut, spricht sich Håkon Wium Lie aber gegen die Idee aus, Adobes Code wieder aus Blink zu entfernen.

Adobe-Entwickler Mihnea Ovidenie wirbt weiterhin für die Freischaltung von CSS Regions: Der für CSS Regions notwendige Code umfasse nur rund 6.300 Code-Zeilen, von denen sich allein 1.500 Zeilen auf den Webinspektor beziehen und weitere große Teile für das Parsen, die zugehörigen CSS-Eigenschaften und die Anbindung an Javascript entfallen. So mache CSS Regions am Ende nur 1,7 Prozent des Blink-Codes aus.

Ovidenie bietet dem Blink-Team zudem an, bei der weiteren Entwicklung zu helfen, um dessen Performance-Ziele auch mit Unterstützung von CSS Regions zu erreichen.

Sollten sich aber Google und Opera gegen eine Unterstützung von CSS Regions entscheiden, könnte dies durchaus das Ende für Adobes Ansatz bedeuten, denn auch Mozilla hat sich bereits kritisch zu CSS Regions geäußert. So gibt es heute nur zwei Browser, die CSS Regions unterstützen, Safari und den Internet Explorer.

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Lala Satalin... 29. Jan 2014

Das stimmt zwar aber beim Chrome hat Flash keinerlei Hardwarebeschleunigung. In der...

Schnarchnase 28. Jan 2014

Vielleicht solltest du mal den Artikel lesen, das sollte helfen. Die bei Google werden...

0vi 28. Jan 2014

ich arbeite mit den programmen schon etwa 10 jahre. adobe hat gut begonnen, jedoch mit...

anonym 28. Jan 2014

in den zugehörigem diskussions-thread bei blink-dev schrieb einer, dass das polyfill, was...



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