Webspam: Googles nächster Schlag gegen unerwünschte SEO-Praktiken

Bereits im März 2012 kündigte Matt Cutts auf der Konferenz SXSW an, Google werde demnächst überoptimierte Websites abstrafen . Nun wird Cutts in einem Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster) konkreter und kündigt die Algorithmusänderung für die nächsten Tage an.
Dabei geht es Google in erster Linie darum, gegen Webspam vorzugehen, also beispielsweise Angebote, die Webseiten mit Keywords vollstopfen oder durch Linkeinkauf oder Linktausch versuchen, sich in den Suchergebnissen nach vorn zu tricksen. Das ist per se nichts Neues für Google, der Suchmaschinenanbieter geht seit langem gegen Webspam vor, verbessert mit der Algorithmusänderung aber seine Methoden.
Letztendlich geht es Google darum, Websites mit guten, für Nutzer relevanten Inhalten in seinen Suchergebnissen nach vorn zu spülen, nicht solche, die sich besonders gut darauf verstehen, Googles Suchalgorithmus auszutricksen. Denn nur so kann Google den Nutzen seiner Suchmaschine vergrößern, was die Grundlage zur Sicherung der eigenen Werbeumsätze ist.
Google wird die Algorithmusänderung gleichzeitig für alle Sprachen vornehmen. Die Änderung soll rund 3,1 Prozent aller Suchanfragen in englischer Sprache sowie rund 3 Prozent der Suchanfragen in Deutsch, Chinesisch oder Arabisch betreffen. Für einige Sprachen können die Auswirkungen aber größer sein, beispielsweise für Polnisch. Hier sollen sich die Suchergebnisse von rund 5 Prozent der Suchanfragen so verändern, dass es normalen Nutzern auffällt.
Zum konkreten Vorgehen schweigt Google wie üblich, um es seinen Gegnern nicht unnötig einfach zu machen. Websitebetreibern gibt Google seine üblichen Ratschläge: Macht tolle Webseiten für Nutzer, nicht für Suchmaschinen!
Nachtrag vom 25. April 2012, 16:15 Uhr
Marcus Tober, Gründer des SEO-Dienstleisters Searchmetrics(öffnet im neuen Fenster) , hat eine erste Vorabanalyse der Auswirkungen des Algorithmusupdates auf die Sichtbarkeit von Websites in den Suchergebnissen vorgenommen. Sein Fazit: "Bei den meisten Seiten habe ich auf jeden Fall das Gefühl, es sind Seiten, die es treffen musste."
Nach Einschätzung von Tober trifft das Update vor allem Seiten, deren Konzept überholt ist, da sie zum Teil nur automatisierten Content aufbereiten oder zu deutliche SEO-Maßnahmen ergriffen haben. Das gilt beispielsweise für die Preisvergleiche shopzilla.de, marktjagd.de, kelkoo.de und decido.de sowie Branchenverzeichnisse wie kauperts.de, debiz.org oder nochoffen.de. Auch PR-Portale wie openpr.de, pr-gateway.de und pressemitteilung.ws gehören laut Tober zu den Verlierern. Gleiches gilt für Webseiten-Info-Seiten wie whois.de, markosweb.de und pageinsider.com.
Die Gewinner des Updates sind laut Tober schwieriger zu ermitteln, denn zumeist rutschen einfach Seiten in den Suchergebnissen nach oben, wenn andere abgestraft werden. Auf den ersten Blick nennt Tober deraktionaer.de, libri.de, t3n.de, marcopolo.de, galeria-kaufhof.de, helpster.de,netzwertig.com, ingame.de, alternate.de, yopi.de, presseportal.de, aboalarm.de, trustpilot.de, chip.eu, yatego.com,trustedshops.de und winfuture.de als Gewinner. Die Seiten legen um mehr als 20 Prozent in der Sichtbarkeit zu. Dabei können auch Preisvergleiche wie yatego.com und ciao.de gewinnen. Sie profitieren von der Abstrafung der Konkurrenten.
Searchmetrics fragt regelmäßig automatisiert eine Vielzahl von Suchbegriffen bei Google ab und wertet die Ergebnisse aus. Für die erste Analyse wurden allerdings nur etwa 50.000 Keywords mit höherem bis mittlerem Suchvolumen berücksichtigt, um die größten Verlierer auszumachen. Die Daten sind also keineswegs repräsentativ, geben aber eine erste Idee, wie sich Googles Algorithmusänderung auswirkt. Tober weist ausdrücklich darauf hin, dass es zu weiteren Verschiebungen in den nächsten Tagen kommen kann.



