Abo
  • Services:

Websicherheit: Malware auf jQuery-Server entdeckt

Eine Sicherheitsfirma will die Einbindung von Malware-Code auf der Webseite der Javascript-Bibliothek jQuery beobachtet haben. Ob die Server von jQuery gehackt worden sind, ist noch unklar.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Die jQuery-Bibliothek ist durch ihre Beliebtheit ein attraktives Ziel für Angreifer.
Die jQuery-Bibliothek ist durch ihre Beliebtheit ein attraktives Ziel für Angreifer. (Bild: jQuery)

Die IT-Sicherheitsfirma RiskIQ berichtet in einem Blogeintrag, dass sie die Auslieferung von Malware über die Webseite der Javascript-Bibliothek jQuery beobachtet habe. Demnach wurde auf der Webseite zeitweise ein bösartiger iFrame eingefügt. Der darin enthaltene Code versuchte, auf dem Server von Webseitenbesuchern eine Malware zu installieren.

Bösartiger iFrame

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Leonberg
  2. Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Stuttgart

Die Bibliothek jQuery ist freie Software und eine der meist genutzten Javascript-Bibliotheken. Laut eigenen Angaben wird jQuery von fast einem Drittel der Webseiten im Netz genutzt.

RiskIQ hat laut eigenen Angaben beobachtet, dass über jQuery-Webseite ein iFrame eingefügt wurde, der auf die Domain jquery-cdn.com verweist. Von dort wurde ein Exploit-Code nachgeladen, der versuchte, die Malware RIG zu installieren. Der Server hinter der Domain jquery-cdn.com ist inzwischen nicht mehr erreichbar.

Mehrere Angriffsvektoren

Die Entwickler von jQuery schreiben in ihrem Blog, dass sie keinerlei Hinweise auf eine Kompromittierung ihrer Server haben. Trotzdem versuche man derzeit, die Ursachen für die Vorfälle zu finden.

Es sind grundsätzlich zwei Wege denkbar, wie der iFrame in die Webseite gelangt sein könnte. Eine Variante wäre, dass tatsächlich der Server von jQuery kompromittiert wurde und jquery.com den bösartigen iFrame ausgeliefert hat. Auch denkbar wäre allerdings, dass mittels einer Man-in-the-Middle-Attacke der entsprechende Code unterwegs in die Datenpakete eingefügt wurde.

HTTPS und Content Security Policy erhöhen Sicherheit

Generell gibt es mehrere Möglichkeiten, derartige Drive-by-Downloads zu erschweren oder zu verhindern. Sollte es sich um eine Man-in-the-Middle-Attacke handeln, hätte der Einsatz von verschlüsselten HTTPS-Verbindungen den Angriff vermutlich gestoppt. Das ist einer der Gründe, warum es sich auch für Webseiten ohne sensible Daten, die nur gelesen werden, lohnen kann, mittels HTTPS die Sicherheit zu erhöhen.

Die Einbindung von Code von anderen Servern mittels iFrames könnte durch den Einsatz von Content Security Policy gestoppt werden.

Für Nutzer gilt, dass sie Sicherheitsupdates für den Browser und für Browserplugins wie Flash zeitnah installieren sollten. Denn Sicherheitslücken im Browser sind das größte Einfallstor für Malware.

Nachtrag vom 24. September 2014, 16:15 Uhr

Ursprünglich hatten wir geschrieben dass die Malware über die auf jquery.com gehostete JavaScript-Datei, die von anderen Webseiten eingebunden werden kann, ausgeliefert wurde. Das ist nicht korrekt, es handelte sich nur um die Webseite von jQuery, Webseiten von Dritten, die jQuery nutzen, sind nicht betroffen.

Nachtrag vom 25. September 2014, 11:05 Uhr

Wie auf dem Blog von jQuery zu lesen ist, gab es offenbar gestern einen zweiten Fall, bei dem die Webseite manipuliert wurde. Die jQuery-Entwickler gehen davon aus, dass es sich um einen davon unabhängigen Vorfall handelt, aber vermutlich wurde die selbe Sicherheitslücke genutzt. Wie genau die Seite manipuliert wurde ist weiterhin unklar.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. The Revenant, Spider-Man Homecoming, Jurassic World)
  2. (aktuell u. a. Intel NUC Kit 299€, ASUS ROG MAXIMUS XI HERO (WiFI) Call of Duty Black Ops 4...
  3. 3,79€
  4. (u. a. Shadow of the Tomb Raider Croft Edition 39,99€)

TheUnichi 26. Sep 2014

Warum, greift Man-in-the-Middle in HTTP ein? Du kannst damit den gesamten Datentransfer...

dopemanone 25. Sep 2014

hab vor geraumer zeit irgendwann mal ne site besucht die (mit noscript) nicht sauber...

hannob (golem.de) 24. Sep 2014

Wir bedauern den Fehler, es war tatsächlich eine Fehlinterpretation des Blogeintrages von...


Folgen Sie uns
       


Padrone-Maus-Ring - Kampagnenvideo (Indiegogo)

Der Ring des Schweizer Startups Padrone soll die Maus überflüssig machen.

Padrone-Maus-Ring - Kampagnenvideo (Indiegogo) Video aufrufen
Raspberry Pi: Spieglein, Spieglein, werde smart!
Raspberry Pi
Spieglein, Spieglein, werde smart!

Ein Spiegel, ein ausrangierter Monitor und ein Raspberry Pi sind die grundlegenden Bauteile, mit denen man sich selbst einen Smart Mirror basteln kann. Je nach Interesse können dort dann das Wetter, Fahrpläne, Nachrichten oder auch stimmungsvolle Bilder angezeigt werden.
Eine Anleitung von Christopher Bichl

  1. IoT mit LoRa und Raspberry Pi Die DNA des Internet der Dinge
  2. Bewegungssensor auswerten Mit Wackeln programmieren lernen
  3. Raspberry Pi Cam Babycam mit wenig Aufwand selbst bauen

Begriffe, Architekturen, Produkte: Große Datenmengen in Echtzeit analysieren
Begriffe, Architekturen, Produkte
Große Datenmengen in Echtzeit analysieren

Wer sich auch nur oberflächlich mit Big-Data und Echtzeit-Analyse beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe und Lösungen, die sich nicht sofort erschließen. Warum brauche ich eine Nachrichten-Queue und was unterscheidet Apache Hadoop von Kafka? Welche Rolle spielt das in einer Kappa-Architektur?
Von George Anadiotis


    Elektromobilität: Der Umweltbonus ist gescheitert
    Elektromobilität
    Der Umweltbonus ist gescheitert

    Trotz eines spürbaren Anstiegs zum Jahresbeginn kann man den Umweltbonus als gescheitert bezeichnen. Bislang wurden weniger als 100.000 Elektroautos gefördert. Wenn der Bonus Ende Juni ausläuft, sind noch immer einige Millionen Euro vorhanden. Die Fraktion der Grünen will stattdessen Anreize über die Kfz-Steuer schaffen.
    Eine Analyse von Dirk Kunde

    1. NXT Rage Elektromotorrad mit Kohlefaser-Monocoque vorgestellt
    2. Elektrokleinstfahrzeuge Verkehrsminister Scheuer will E-Scooter zulassen
    3. Urteil Lärm-Tempolimits gelten auch für Elektroautos

      •  /