Abo
  • IT-Karriere:

Websicherheit: Datenlecks durch backup.zip

Viele Webseiten stellen unbeabsichtigt Backup-Dateien zum Download bereit. Sie lassen sich durch einfaches Erraten von Dateinamen wie backup.zip finden. Bei einer Datingbörse waren beispielsweise Hunderttausende von Profilen abrufbar.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Wer online sein Liebesglück sucht, hofft wohl darauf, dass die Anbieter solcher Services besonders auf Datenschutz achten.
Wer online sein Liebesglück sucht, hofft wohl darauf, dass die Anbieter solcher Services besonders auf Datenschutz achten. (Bild: Pixabay/Wikimedia Commons/CC0 1.0)

Bei Recherchen von Golem.de stellte sich heraus, dass unzählige Webseiten Backupdaten versehentlich ungeschützt verfügbar machen. Der Angriff ist so simpel wie banal: Oft liegen gepackte Backup-Archivdateien unter Standarddateinamen wie backup.zip oder backup.tar.gz im Webverzeichnis.

Stellenmarkt
  1. RSG Group GmbH, Berlin
  2. Weleda AG, Schwäbisch Gmünd

Bei einem Scan von einer Million Webseiten der Alexa-Liste waren über 1.000 Seiten betroffen. In manchen Fällen handelt es sich um harmlose Daten, etwa statische Webseiten und Bilder, die sowieso öffentlich verfügbar sind. Doch unzählige Seiten geben in ihren Backups auch persönliche oder sicherheitskritische Daten preis.

Aufgrund der Vielzahl der betroffenen Seiten beschränkten wir uns bei der Analyse auf solche, bei denen die bereitgestellten Backupdateien besonders groß waren. Bei der Datingbörse Web-Amor war eine 57 GByte große Datei herunterladbar. Darin enthalten: 120.000 Profile von Nutzern - zwar ohne Klarnamen und Adressen, dafür aber mit Bildern.

"Haben Sie Wichtigtuer nichts Besseres zu tun?"

Wir haben den Betreiber der Webseite über den Vorfall informiert. Dieser entfernte die Datei zwar nach kurzer Zeit, reagierte aber ansonsten wenig freundlich. "Haben Sie Wichtigtuer nichts Besseres zu tun?", schrieb uns der Betreiber von Web-Amor zurück. Außerdem seien es Daten von 2012. In einer späteren E-Mail behauptete der Betreiber zudem, dass es sich nicht um persönliche Daten handele: "Da ist niemand betroffen, da stehen weder Echtnamen noch sonst irgendwas drin."

Das Büro des Thüringer Datenschutzbeauftragten wurde von uns ebenfalls über den Vorfall informiert und prüft die Sachlage zurzeit noch.

Da es für uns nicht praktikabel war, alle betroffenen Webseitenbetreiber manuell zu informieren, haben wir nur die Fälle mit besonders großen Dateien direkt kontaktiert. Bei allen anderen haben wir die Betreiber automatisiert über Abuse-Kontakte informiert. Außerdem haben wir die jeweils für das entsprechende Land zuständigen CERTs kontaktiert.

Das führte in einigen Fällen dazu, dass die Dateien entfernt wurden, einige der Betroffenen bedankten sich auch hierfür. Doch auch Wochen später waren von ursprünglich etwas mehr als 1.000 betroffenen Webseiten die Backup-Dateien bei über 700 Webseiten weiterhin abrufbar.

Offen abrufbare Dateien sind ein unterschätztes Risiko

Golem.de hat schon häufiger über ähnliche Sicherheitsrisiken berichtet. Die Deutsche Post machte 2017 versehentlich eine Mysql-Datenbank mit 200.000 Kundenadressen zugänglich. Öffentlich abrufbare Git-Verzeichnisse erlauben es, das gesamte Repository herunterzuladen. Dateien mit Metadaten von Apples Dateimanager Finder können Angreifern wertvolle Informationen liefern.

Mit dem vom Autor dieses Textes entwickelten Python-Skript Snallygaster kann man nach vielen derartigen Datenlecks suchen. Die Idee, nach Backup-Archiven zu suchen, stammt von Timon Engelke, einem Nutzer des Skripts, der dies als zusätzlichen Test anregte.

Wir haben für die Recherche dieses Artikels stichprobenhaft einige Daten untersucht. Wir haben nach dem Ende der Recherche sämtliche Daten wieder gelöscht und sind nicht mehr in deren Besitz.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 19,95€
  2. 2,99€
  3. (-85%) 8,99€
  4. (-0%) 9,99€

berritorre 25. Apr 2019 / Themenstart

Ja, also die Basics sollte man beim Fahren (wenn man denn regelmässig fährt) wirklich...

heikom36 25. Apr 2019 / Themenstart

Früher reichte es bei den Suchmaschinen sowas wie pswd.txt, password,txt,.... suchen zu...

heikom36 25. Apr 2019 / Themenstart

KEINER ist Fehlerfrei!!! Aber man kann ja doch soviel machen, um die Zahl der Fehler zu...

berritorre 24. Apr 2019 / Themenstart

Fake, die Seite heisst "Web Amor", es geht um Liebe, nicht um Panzerhemden. Du bist...

Auspuffanlage 24. Apr 2019 / Themenstart

"Das Büro des Thüringer Datenschutzbeauftragten wurde von uns ebenfalls über den Vorfall...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


iPad Mini (2019) - Fazit

Nach vier Jahren hat Apple ein neues iPad Mini vorgestellt. Das neue Modell hat wieder einen 7,9 Zoll großen Bildschirm und unterstützt dieses Mal auch den Apple Pencil.

iPad Mini (2019) - Fazit Video aufrufen
Mordhau angespielt: Die mit dem Schwertknauf zuschlagen
Mordhau angespielt
Die mit dem Schwertknauf zuschlagen

Ein herausfordernd-komplexes Kampfsystem, trotzdem schnelle Action mit Anleihen bei Chivalry und For Honor: Das vom Entwicklerstudio Triternion produzierte Mordhau schickt Spieler in mittelalterlich anmutende Multiplayergefechte mit klirrenden Schwertern und hohem Spaßfaktor.
Von Peter Steinlechner

  1. Bus Simulator angespielt Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle
  2. Bright Memory angespielt Brachialer PC-Shooter aus China

Oneplus 7 Pro im Hands on: Neue Konkurrenz für die Smartphone-Oberklasse
Oneplus 7 Pro im Hands on
Neue Konkurrenz für die Smartphone-Oberklasse

Parallel zum Oneplus 7 hat das chinesische Unternehmen Oneplus auch das besser ausgestattete Oneplus 7 Pro vorgestellt. Das Smartphone ist mit seiner Kamera mit drei Objektiven für alle Fotosituationen gewappnet und hat eine ausfahrbare Frontkamera - das hat aber seinen Preis.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. Oneplus 7 Der Nachfolger des Oneplus 6t kostet 560 Euro
  2. Android 9 Oneplus startet Pie-Beta für Oneplus 3 und 3T
  3. MWC 2019 Oneplus will Prototyp eines 5G-Smartphones zeigen

Straßenbeleuchtung: Detroit kämpft mit LED-Ausfällen und der Hersteller schweigt
Straßenbeleuchtung
Detroit kämpft mit LED-Ausfällen und der Hersteller schweigt

Gut 40 Prozent der Straßenbeleuchtung funktionierten in Detroit vor ein paar Jahren nicht. Mit einem LED-Erneuerungsprogramm sollte das behoben werden. Doch ausgerechnet ein bestimmter Straßenleuchtentyp von Leotek fällt reihenweise aus.

  1. ULED Ubiquitis Netzwerkleuchten bieten Wechselstromversorgung
  2. Energieeffizienz Produktionsverbot für bestimmte Halogenlampen tritt in Kraft

    •  /