Abo
  • IT-Karriere:

Websicherheit: Apple-Datei auf Webservern verrät Verzeichnisinhalte

Mittels Parser lassen sich aus .DS_Store-Dateien sensible Informationen auslesen. Das Projekt Internetwache.org hat sich die proprietäre Lösung von Apple genauer angeschaut - und Erstaunliches zutage gefördert.

Eine Analyse von Tim Philipp Schäfers und Sebastian Neef veröffentlicht am
Daten werden über die DS_Store-Dateien ungewollt preisgegeben.
Daten werden über die DS_Store-Dateien ungewollt preisgegeben. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Apples DS_Store-Dateien können vertrauliche Informationen auf Webservern verraten, wie eine aktuelle Untersuchung des Projekts Internetwache.org zeigt. Dafür wird die sogenannte Desktop-Services-Store-Datei genutzt. Sie wurde 1999 im Zuge der Überarbeitung des Finders unter Mac OS eingeführt und existiert in jedem Ordner. In ihr wird die exakte Anzeigeposition einer Datei im Finder gespeichert, zudem ist sie für die Erfassung von Bewertungen oder Kommentaren zu den Dateien und die Ordneransicht zuständig. Mit einem von Internetwache.org entwickelten Tool können die Inhalte der Datei für Menschen zugänglich ausgelesen werden.

Inhalt:
  1. Websicherheit: Apple-Datei auf Webservern verrät Verzeichnisinhalte
  2. Viele Webseiten nach wie vor angreifbar

Für die zuletzt genannten Zwecke werden in der Datei die Dateinamen aus den jeweiligen Verzeichnissen codiert abgespeichert. Das Dateiformat ist prinzipiell nur für Mac-OS-Systeme interpretierbar, allerdings sind mittlerweile einige ausführliche Dokumentationen zu dem Dateiformat online verfügbar.

Häufige Sicherheitsprobleme durch .DS_Store in der Vergangenheit

Die Datei hat in der Vergangenheit immer wieder für Unmut bei den Nutzern und auch Sicherheitsprobleme gesorgt. Vor einigen Jahren war es beispielsweise möglich, mittels manipulierter .DS_Store-Datei beliebigen Programmcode auszuführen. Zudem beschwerten sich Nutzer (auch im Golem.de-Forum) darüber, dass die .DS_Store-Dateien willkürlich auf externen Datenträgern oder Netzlaufwerken angelegt wurden.

Apple reagierte auf die Kritik träge, stellte aber schließlich eine Dokumentation bereit, mit der sich die Funktion deaktivieren ließ und dämmte im Rahmen von Updates auch die Verbreitung auf Netzlaufwerken ein, da es bei mehrfachem Zugriff durch verschiedene Macs offensichtlich zu Problemen bei Kopiervorgängen kam.

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Frankfurt am Main
  2. THE BRETTINGHAMS GmbH, Berlin

Trotzdem findet sich die Datei bis heute auf vielen Datenträgern und Medien. Mit Hilfe von online verfügbaren Dokumentationen und durch längere Beschäftigung mit dem Dateiformat konnte Internetwache.org einen Parser schreiben, mit dem aus den UTF-16-codierten Datenblöcken die ursprünglichen Dateinamen zu ermitteln sind. Das Tool steht auch als Webapplikation zum Selbsttest zur Verfügung.

Über 10.000 Webseiten geben Informationen zum Verzeichnisinhalt preis

Internetwache.org hat auch die laut dem Statistikdienst Alexa 1 Million beliebtesten Webseiten des Internets nach .DS_Store-Dateien gescannt und die Ergebnisse in einem Blogpost dokumentiert. Die Ergebnisse zeigen, dass über 10.000 Webseiten der Top 1 Million .DS_Store-Dateien preisgeben. Der Scan wurde rekursiv durchgeführt, nahm also beim Fund einer .DS_Store-Datei im Wurzelverzeichnis auch die Unterverzeichnisse ins Visier und suchte dort nach .DS_Store-Dateien.

Am stärksten waren mit 5.019 betroffenen Webseiten COM-Adressen von der Informationspreisgabe betroffen, DE-Adressen liegen mit 285 betroffenen Webseiten auf Platz 5. Auch 74 Bildungseinrichtungen (EDU-Domains) sind von der Informationspreisgabe betroffen. Im Zuge der Untersuchung konnte das Team der Internetwache.org feststellen, dass zahlreiche Webseiten über die DS_Store-Dateien ungewollt auch sensible Informationen preisgeben. Einige Betreiber von großen Webseiten, bei denen ersichtlich war, dass die Informationspreisgabe Informationen für potenzielle Angreifer bereitstellen könnte, wurden im Vorfeld dieser Berichterstattung über den Fund informiert.

Leider haben nicht alle reagiert.

Viele Webseiten nach wie vor angreifbar 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (heute u. a. Saugroboter)
  2. 149€
  3. (u. a. Metal Gear Solid V: The Definitive Experience für 8,99€ und Train Simulator 2019 für 12...
  4. (u. a. Seasonic Focus Gold 450 W für 46,99€ statt über 60€ im Vergleich)

Nick van Hill 18. Mai 2019

Was gibt's dort zu sehen? Bitte um Spoiler, hab keine Lust es zu installieren. Aber du...

sori 15. Mai 2018

(entschuldigt die eher späte Antwort; ging zwischen den Tabs iwie vergessen...) Was ich...

phade 22. Mär 2018

Ich freu mich immer sehr, wenn auch RPMs oder diverse andere Pakete diese Dateien...

zZz 17. Mär 2018

Sehe ich genauso!

MadDoc 15. Mär 2018

Anscheinend weiß Microsoft das selber noch nicht. --> https://answers.microsoft.com/en-us...


Folgen Sie uns
       


Motorola One Vision - Hands on

Das zweite Android-One-Smartphone von Motorola heißt One Vision. Es hat eine 48-Megapixel-Kamera von Samsung, die vor allem auf gute Aufnahmen bei schwachem Licht optimiert wurde. Das Smartphone mit dem 7:3-Display kommt Ende Mai 2019 für 300 Euro auf den Markt.

Motorola One Vision - Hands on Video aufrufen
Black Mirror Staffel 5: Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten
Black Mirror Staffel 5
Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten

Black Mirror zeigt in der neuen Staffel noch alltagsnäher als bisher, wie heutige Technologien das Leben in der Zukunft katastrophal auf den Kopf stellen könnten. Dabei greift die Serie auch aktuelle Diskussionen auf und zeigt mitunter, was bereits im heutigen Alltag schiefläuft - ein Meisterwerk! Achtung, Spoiler!
Eine Rezension von Tobias Költzsch

  1. Streaming Netflix testet an Instagram erinnernden News-Feed
  2. Start von Disney+ Netflix wird nicht dauerhaft alle Disney-Inhalte verlieren
  3. Videostreaming Netflix will Zuschauerzahlen nicht länger geheim halten

Elektromobilität: Wohin mit den vielen Akkus?
Elektromobilität
Wohin mit den vielen Akkus?

Akkus sind die wichtigste Komponente von Elektroautos. Doch auch, wenn sie für die Autos nicht mehr geeignet sind, sind sie kein Fall für den Schredder. Hersteller wie Audi testen Möglichkeiten, sie weiterzuverwenden.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Proterra Elektrobushersteller vermietet Akkus zur Absatzförderung
  2. Batterieherstellung Kampf um die Zelle
  3. US CPSC HP muss in den USA nochmals fast 80.000 Akkus zurückrufen

IT-Forensikerin: Beweise sichern im Faradayschen Käfig
IT-Forensikerin
Beweise sichern im Faradayschen Käfig

IT-Forensiker bei der Bundeswehr sichern Beweise, wenn Soldaten Dienstvergehen oder gar Straftaten begehen, und sie jagen Viren auf Militärcomputern. Golem.de war zu Gast im Zentrum für Cybersicherheit, das ebenso wie die IT-Wirtschaft um guten Nachwuchs buhlt.
Eine Reportage von Maja Hoock

  1. Homeoffice Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
  2. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
  3. IT-Headhunter ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht

    •  /