Webserver: Russische Polizei durchsucht Nginx-Büros

Russische Ermittler haben offenbar wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen durch den Gründer die Büros der Nginx-Entwickler durchsucht. Offizielle Informationen dazu gibt es derzeit aber nur wenige.

Artikel veröffentlicht am ,
Nginx ist Teil von F5, und die Moskauer Büros sind von der russischen Polizei durchsucht worden.
Nginx ist Teil von F5, und die Moskauer Büros sind von der russischen Polizei durchsucht worden. (Bild: Pixabay / Montage: Golem.de)

Die russische Polizei hat offenbar die Moskauer Büros der Entwickler des Webservers Nginx durchsucht. Grund dafür sollen angebliche Urheberrechtsverletzungen durch den Nginx-Gründer Igor Sysoev sein: Die Rechte an dem ursprünglichen Code lägen nicht nur bei Sysoev. Nginx gehört seit diesem Jahr zu dem Unternehmen F5, das vor allem für seine Netzwerkhardware bekannt ist.

Stellenmarkt
  1. IT Field Service Agent (m/w/d) Servicecenter
    DAW SE, Enger
  2. Software Architekt (m/w/d) für die Business Unit Digitalization
    Maag Germany GmbH, Kervenheim, Xanten, Großostheim
Detailsuche

Eine Pressesprecherin von F5 bestätigte Golem.de die Durchsuchung durch die russische Polizei. Weitere Details waren von dem Unternehmen nicht zu erfahren. "Wir sammeln immer noch die Fakten und können somit zum jetzigen Zeitpunkt keinen weiteren Kommentar abgeben", heißt es in der Pressemitteilung.

Ein Nutzer auf Twitter veröffentlichte angeblich unter Berufung auf Angestellte von Nginx den Durchsuchungsbeschluss. Demnach wurden auch die Gründer des Unternehmens, Igor Sysoev and Maxim Konovalov, vorübergehend festgenommen und durch die Polizei befragt.

Vermeintliche Urheberrechtsverletzung

Auch die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti berichtete über den Urheberrechtsstreit. Demnach macht der russische Suchmaschinenanbieter Rambler Rechte an Nginx geltend und trat die Durchsetzung dieser Rechte an Lynwood Investments auf Zypern ab. Der Rambler-Miteigentümer Alexander Mamut habe Verbindungen zu Lynwood Investments.

Golem Akademie
  1. Go für Einsteiger: virtueller Zwei-Tages-Workshop
    25./26.07.2022, Virtuell
  2. Container Management und Orchestrierung: virtueller Drei-Tage-Workshop
    22.-24.08.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Der Webserver Nginx wurde ab 2002 von Sysoev geschrieben und wenig später als Open-Source-Software veröffentlicht. Während dieser Zeit arbeitete der Entwickler bei Rambler, die auch die ersten großen Nutzer des Servers waren. Im Jahr 2011 gründete Sysoev zusammen mit Konovalov das Nginx-Unternehmen. Rechtlicher Sitz sind die britischen Jungferninseln, die Hauptniederlassung des Unternehmens befindet sich jedoch in San Francisco im US-Bundesstaat Kalifornien. F5 übernahm Nginx für 670 Millionen US-Dollar.

Mit Blick auf die Ereignisse bei Nginx schreibt der russische Suchmaschinenanbieter Yandex, wie wichtig Open-Source-Software für das moderne Internet und darauf aufbauende Geschäfte sei. Die strafrechtliche Verfolgung von Open-Source-Software sei ein sehr schlechtes Signal an die gesamte Entwickler-Community.

Nachtrag vom 16. Dezember 2019, 12:41 Uhr

F5 hat uns inzwischen eine ausführlichere Stellungnahme zu der Durchsuchung zukommen lassen. Darin heißt es: "Die Beamten hatten einen Durchsuchungsbeschluss und wir arbeiten immer noch daran, den vollen Umfang der Ermittlungen zu bestätigen. Es wurden keine Mitarbeiter festgenommen oder befinden sich derzeit in Gewahrsam. F5 unterstützt unsere Mitarbeiter voll und ganz und wir glauben, dass die Beschuldigungen gegen sie unbegründet sind."

Weiter heißt es: "Nginx und F5 haben keine höhere Priorität als die Sicherheit unserer Produkte und unseres Codes. Unmittelbar nach den Ereignissen haben wir Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit unserer Master-Software-Builds für Nginx, Nginx Plus, Nginx WAF und Nginx Unit zu gewährleisten, die alle auf Servern außerhalb Russlands gespeichert werden. In Russland werden keine anderen Produkte entwickelt."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Schnarchnase 17. Dez 2019

Eine Demokratie die Menschenrechte nur achtet wenn es ihr in den Kram passt...

Trockenobst 17. Dez 2019

Dann hast du als Chef richtig ein Problem, wenn dein Mitarbeiter monatelang was anderes...

thomas.pi 14. Dez 2019

Wie muss man deinen Beitag verstehen? Russe dann automtisch schlecht? Ziemlich Primitiv...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
LG HU915QE
Laserprojektor erzeugt 90-Zoll-Bild aus 5,6 cm Entfernung

LG hat einen Kurzdistanzprojektor mit Lasertechnik vorgestellt. Der HU915QE erzeugt ein riesiges Bild und steht dabei fast an der Wand.

LG HU915QE: Laserprojektor erzeugt 90-Zoll-Bild aus 5,6 cm Entfernung
Artikel
  1. Snapdragon 8+ Gen1: 4 nm TSMC spart 30 Prozent bei Qualcomm-SoC
    Snapdragon 8+ Gen1
    4 nm TSMC spart 30 Prozent bei Qualcomm-SoC

    Durch den Wechsel des Fertigungsverfahrens ist der Snapdragon 8+ Gen1 deutlich effizienter als der Snapdragon 8 Gen1, selbst bei mehr Takt.

  2. Verkaufsstart des 9-Euro-Tickets: Was Fahrgäste wissen müssen
    Verkaufsstart des 9-Euro-Tickets
    Was Fahrgäste wissen müssen

    Das 9-Euro-Ticket für den ÖPNV ist beschlossene Sache, Verkehrsverbünde und -unternehmen sehen sich auf den Verkaufsstart in diesen Tagen gut vorbereitet. Doch es gibt viele offene Fragen.

  3. LTE-Patent: Ford droht Verkaufs- und Produktionsverbot in Deutschland
    LTE-Patent
    Ford droht Verkaufs- und Produktionsverbot in Deutschland

    Ford fehlen Mobilfunk-Patentlizenzen, weshalb das Landgericht München eine drastische Entscheidung gefällt hat. Autos droht sogar die Vernichtung.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Acer Predator X38S (UWQHD, 175 Hz OC) 1.499€ • MindStar (u. a. AMD Ryzen 7 5700X 268€ und PowerColor RX 6750 XT Red Devil 609€ und RX 6900 XT Red Devil Ultimate 949€) • Alternate (u. a. Cooler Master Caliber R1 159,89€) • SanDisk Portable SSD 1 TB 81€ • Motorola Moto G60s 149€ [Werbung]
    •  /