Webseite geändert: Tesla verlegt autonomes Fahren in ungewisse Zukunft

Noch immer wirbt Tesla damit, dass alle Elektroautos ab Werk mit der Hardware für autonomes Fahren ausgestattet sind. Doch die Aussagen zur Verfügbarkeit der Funktionen lesen sich inzwischen deutlich anders.

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Das neue Model 3 ist noch lange kein autonomes Auto.
Das neue Model 3 ist noch lange kein autonomes Auto. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Der Elektroautohersteller Tesla verspricht seinen Käufern nicht mehr so vollmundig wie bisher die Nutzung autonomer Funktionen. Auf seiner Website hat das Unternehmen in den vergangenen Tagen entsprechende Aussagen stark verändert. Zwar verkauft Tesla noch immer "volles Potenzial für autonomes Fahren". Doch inzwischen klingen die Formulierungen nicht mehr so, als seien die Funktionen praktisch schon verfügbar. Stattdessen heißt es nur noch: "Die zukünftige Verwendung dieser Autonomiefunktionen ohne Überwachung hängt davon ab, ob eine Zuverlässigkeit gewährleistet werden kann, die das menschliche Vermögen überschreitet." Wie die Schwierigkeiten anderer Anbieter wie Waymo zeigen, kann das noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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Tesla-Chef Elon Musk hat schon des Öfteren seine Aussagen zur Verfügbarkeit selbstfahrender Autos korrigieren müssen. So hatte er 2016 autonome Autos für das Jahr 2018 angekündigt. Im Dezember 2017 hatte er diese Erwartung um weitere zwei Jahre nach hinten verschoben. Bis Anfang März 2019 konnte man auf der Website von Tesla unter der Rubrik Autopilot noch lesen: "Wir können noch nicht präzise voraussagen, wann die einzelnen Elemente der oben beschriebenen Funktionalität verfügbar sein werden, da sie jeweils rechtliche Genehmigung durch die zuständigen Behörden benötigen. Bitte beachten Sie, dass der Einsatz eines 'selbstfahrenden' Tesla für privates Car-Sharing- und Mitnehmen von Freunden und Familie gestattet ist."

Neudefinition des autonomen Fahrens

Damit erweckte Tesla den Eindruck, als sei die Freigabe der Funktionen vor allem eine Frage der Zulassung durch die Behörden und nicht der erforderlichen Soft- und Hardware. Nun wird auf der Seite schärfer zwischen den aktuell verfügbaren und möglicherweise in Zukunft verfügbaren Funktionen unterschieden. "Jeder neue Tesla verfügt standardmäßig über modernste Hardware, um die Autopilot-Funktionalität schon heute und vollkommenes (sic) autonomes Fahren in der Zukunft zu ermöglichen." Der Titel der Seite lautet folgerichtig nun "Fahren in der Zukunft" und nicht mehr "Hardware für autonomes Fahren in allen Fahrzeugen". Der Hinweis auf das private Car-Sharing fehlt völlig.

Nach Einschätzung des US-Magazins Ars Technica ist die Umgestaltung der Website "die klarste Bestätigung dafür, dass das Unternehmen die ehrgeizige Vision von Elon Musk für eine selbstfahrende Zukunft nicht erfüllt hat". Trotz Musks jahrelangem Getöse sei "der Autopilot immer noch ein Fahrerassistenzsystem. Und er wird noch einige Zeit nur ein Fahrerassistenzsystem sein." Tesla definiere nun "volles Potenzial für autonomes Fahren" als ein System, das mit fast allen Straßenbedingungen unter der Aufsicht eines menschlichen Fahrers klar komme.

Andere Preisgestaltung

Bei Tests von Golem.de mit dem aktuellen Model 3 hat der sogenannte Autopilot durchaus überzeugt. Allerdings hatte zuletzt bei einem Test auf einer deutschen Autobahn der Spurwechselassistent einige Probleme, wieder auf die rechte Fahrbahn zu wechseln. Da es sich bei dem "Autopilot" um ein Fahrassistenzsystem nach Stufe 2 handelt, müssen die Fahrer jederzeit den Verkehr beobachten und in der Lage sein, das Steuer zu übernehmen. Bei mehreren tödlichen Unfällen hatten sich Tesla-Fahrer offenbar zu sehr auf die Fähigkeiten des Systems verlassen.

Laut Ars Technica spiegelt sich das neue Konzept nun auch in der Preisgestaltung wider. So hätten Käufer zuvor für 3.000 US-Dollar ein Paket für das "volle Potenzial für autonomes Fahren " buchen können, doch dafür gar keine zusätzlichen Funktionen erhalten. Nun seien einige Funktionen aus der "verbesserten Autopilot-Funktionalität" in das Paket für das autonome Fahren übernommen worden. Darunter die Erkennung von Ampeln und Stoppschildern sowie das teilautomatisierte Fahren innerorts.

  • Das Tesla Model 3: Wer damit unterwegs ist, findet schnell Freunde. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Auto gehört zur Mittelklasse und wird seit Februar 2019 auch in Europa ausgeliefert. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die rote Lackierung und die weißen Sitze sind Extras. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Fahrzeug hat Allradantrieb mit zwei Motoren: An der Hinterachse sitzt ein Synchronmotor, an der Vorderachse ein Asynchronmotor. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Innere ist spartanisch, Bedienungselemente gibt es außer dem Gangwahlhebel kaum. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die meisten Funktionen werden über den Touchscreen gesteuert. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zu den wenigen Bedienungselementen gehören die Kugelknöpfe am Lenkrad... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... und der Blinker. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Außerdem die Fensterheber und  zwei Türöffner - einen mechanischen und einen elektrischen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Tesla empfiehlt, den elektrischen zu benutzen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Einiges lässt sich per Spracheingabe steuern. Wir fühlten uns aber oft unverstanden.  (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf der Autobahn, bei hohem Tempo, ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... schnellt der Stromverbrauch in die Höhe. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Bei kalten Temperaturen liegt er ohnehin deutlich über dem Durchschnittswert von 15 kWh/100 km. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Geladen haben wir an einem Supercharger.  (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der muss für das Model 3 umgerüstet sein, ... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... damit auch Strom fließt. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Obwohl der Charger mit 120 kW laden kann, nutzt das Auto nicht die volle Ladeleistung. Nach einer  Weile wird sie noch weiter gedrosselt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Nicht so gut gefallen haben uns die Türen, die schlecht schließen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auf dem Bildschirm wird darauf aufmerksam gemacht. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Model 3 hat hinten einen großen Kofferraum. Vorn ist noch ein kleiner. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auto mit Ausblick: Durch das transparente Autodach... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... ist der Kirchturm des Hamburger Michels in voller Größe zu sehen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Tesla Model 3: Wer damit unterwegs ist, findet schnell Freunde. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Voraussetzung für Musks Strategie, dass mit der aktuellen Hardware-Ausstattung überhaupt autonomes Fahren möglich sein wird, ist die zuverlässige Erkennung der Umgebung mit Radar und Kameras. Da alle anderen Hersteller zusätzlich einen Laserscanner einsetzen wollen, muss sich erst zeigen, ob Tesla mit seinem Konzept wirklich die erforderliche Zuverlässigkeit und Sicherheit garantieren kann. Sollte das nicht der Fall sein, müsste Tesla seine Homepage noch deutlich mehr überarbeiten.

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SanderK 18. Mär 2019

Dafür reicht mein Budget nicht. Neben dem Haus. Für den Arbeitsweg hät ich auch nen...

gadthrawn 12. Mär 2019

Für die alten Roadster als erste Tesla Autos gibt es nicht mal mehr Austauschmotoren...

berritorre 11. Mär 2019

So sieht es aus. Diese extremen Beissreaktionen die ich hier immer sehe. Kommt wohl...

plutoniumsulfat 11. Mär 2019

Das Auto muss ja nicht wesentlich mehr sehen als der Mensch. Genauso viel reicht ja...

Kay_Ahnung 11. Mär 2019

Solange man keinen Aufsatz schreibt oder eine Wissenschaftliche Arbeit verfasst schon...


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