WebRTC: Firefox 22 soll Echtzeitkommunikation unterstützen

Bereits die kommende Firefox-Version 21 enthält eine erste Unterstützung von WebRTC, richtig spannend wird es aber erst mit Firefox 22, der am 25. Juni 2013 erscheinen soll. Denn nach aktuellem Plan wird WebRTC in Firefox 22 standardmäßig aktiviert sein, besser unterstützt werden und wichtige Änderungen enthalten.
WebRTC besteht aus verschiedenen Techniken, die in mehreren Spezifikationen definiert sind und von unterschiedlichen Stellen wie W3C und IETF entwickelt werden. Vor allem Google und Mozilla treiben die Entwicklung voran, wobei Chrome wesentliche Teile von WebRTC schon heute unterstützt. Im Februar 2013 zeigten Google und Mozilla, dass sich Videoanrufe zwischen Firefox und Chrome über WebRTC abwickeln lassen.
Firefox 22 enthält in der aktuellen Aurora-Version bereits wesentliche Neuerungen(öffnet im neuen Fenster) in Sachen WebRTC: So wurde die Datachannel-Implementierung an die vor kurzem veränderte Spezifikation angepasst, womit die Datachannel-Implementierung von Firefox 22 nicht länger kompatibel zu der in Firefox 21 ist. Datachannel erlauben es, beliebige Daten über WebRTC auszutauschen, also beispielsweise Dateien. PeerCDN nutzt dies beispielsweise, um ein dezentrales Content Delivery Network (CDN) aufzusetzen.
Zudem unterstützt Firefox 22 Traversal Using Relays around NAT(öffnet im neuen Fenster) (TURN), um Verbindungen zwischen zwei Browsern komplett über einen Server zu leiten, sollte sich keine direkte Verbindung zwischen den Browsern herstellen lassen, da dies durch Network Address Translation (NAT) verhindert wird. TURN ergänzt STUN(öffnet im neuen Fenster) (Session Traversal Utilities for NAT) und soll sicherstellen, dass auch unter widrigen Umständen eine Verbindung hergestellt werden kann.
Auf dem Mobile World Congress in Barcelona zeigte Mozilla im Februar 2013 WebRTC auch mit Firefox für Android: In Firefox 22 wurden mit getUserMedia und Peerconnection nun die ersten WebRTC-Bestandteile auch in die mobile Version von Firefox integriert. Wie anfangs bei der Desktopversion müssen diese aber auch hier erst einmal unter about:config aktiviert werden. Im nächsten Schritt soll WebRTC auch in Firefox OS integriert werden.
In der nächsten Zeit wollen die Mozilla-Entwickler ihre WebRTC-Unterstützung weiter ausbauen. So soll ein vollständiges Fehler- und Status-Reporting umgesetzt, das Recording-API für Aufnahmen unterstützt und Mozillas Identitätsdienst Persona integriert werden. Auch soll Firefox demnächst mehrere Audio- und Videoströme über eine Verbindung abwickeln können. Es ist aber auch geplant, die Implementierung zu beschleunigen, um Latenzen, insbesondere bei Audio, zu verringern.



