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WebGL 2: Half-Life 2 läuft jetzt komplett im Browser

Ein Open-Source-Projekt bringt Valves Shooter in den Browser – ohne Streaming, aber mit Speicherständen und mehr als 100 fps.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Half-Life 2 (Bild: Valve)
Artwork von Half-Life 2 Bild: Valve

Mehr als 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung läuft Half-Life 2 komplett im Browser. Und zwar nicht als Videostream oder abgespeckte Demo, sondern mit der vollständigen Kampagne, Speicherständen und sogar der bekannten Entwicklerkonsole.

Möglich macht das laut Tom's Hardware(öffnet im neuen Fenster) ein Open-Source-Projekt von zwei Entwicklern mit den Pseudonymen Slqnt und 98006, die die Source-Engine für moderne Browser portierten.

Nach ihren Angaben entstand die Umsetzung innerhalb von drei Monaten und erreicht auf aktueller Hardware Bildraten von mehr als 100 fps.

Der Clou: Das Spiel wird nicht auf einem Server berechnet, sondern direkt auf dem eigenen Rechner ausgeführt. Für die Grafik kommt WebGL 2 zum Einsatz, während Webassembly große Teile des ursprünglichen C++-Codes nahezu mit nativer Geschwindigkeit im Browser ausführt. Speicherstände werden lokal im Browser abgelegt, die Steuerung entspricht weitgehend der PC-Version.

Source-Engine ist schön kompakt

Aus technischer Sicht ist das Projekt vor allem deshalb bemerkenswert, weil es zeigt, wie leistungsfähig moderne Browser inzwischen sind. Eine komplette Spielengine mit Physik, künstlicher Intelligenz, Skripten und Audio direkt im Browser auszuführen, galt lange als kaum realistisch.

Half-Life 2 Source Engine Demo – Trailer (HDR)
Half-Life 2 Source Engine Demo – Trailer (HDR) (02:12)

Die eigentliche Neuigkeit ist dabei weniger WebGL selbst. Die Grafiktechnologie existiert bereits seit vielen Jahren und bildet die Grundlage zahlreicher 3D-Anwendungen im Browser.

Entscheidend ist das Zusammenspiel mit Webassembly und den deutlich leistungsfähigeren Browser-Engines. Dadurch lassen sich heute große Teile nativer C++-Programme direkt für den Browser kompilieren, statt sie vollständig in Javascript neu zu entwickeln.

Half-Life 2 eignet sich dafür besonders gut, weil die Source-Engine aus dem Jahr 2004 vergleichsweise kompakt ist. Moderne AAA-Spiele mit aktuellen Engines dürften sich nicht so relativ einfach in den Browser übertragen lassen. Das Projekt demonstriert vielmehr, welche Möglichkeiten moderne Webtechnologien inzwischen für komplexe native Anwendungen bieten.


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