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Webbrowser: Das Tracking ist tot, es lebe das Tracking

Die großen Browserhersteller Apple, Google und Mozilla versprechen ihren Nutzern Techniken, die das Tracking im Netz erschweren sollen. Doch das stärkt Werbemonopole im Netz und die Methoden verhindern das Tracking nicht.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Cookies können zum Verfolgen der Nutzer verwendet werden - egal, woher sie stammen.
Cookies können zum Verfolgen der Nutzer verwendet werden - egal, woher sie stammen. (Bild: JOSH EDELSON/AFP/Getty Images)

Vielen Nutzern im Web missfällt das Tracking durch die Betreiber von Webseiten und vor allem durch Werbetreibende. Selbst Bundeskanzlerin Merkel sagte vor einigen Jahren, sie fühle sich durch die Werbung im Netz verfolgt. Oft behelfen sich Anwender deshalb mit der Nutzung von Adblockern. Die großen Browserhersteller Apple, Google und Mozilla gehen einen anderen Weg und bieten nun Möglichkeiten, um das Tracking möglichst weit einzuschränken. Erfolgversprechend im Sinne der Nutzer, wie die Browserhersteller dies versprechen, dürften diese Initiativen aber wohl vorerst nicht werden, sondern stattdessen weiter Werbemonopole auf Basis von Tracking unterstützen.

Inhalt:
  1. Webbrowser: Das Tracking ist tot, es lebe das Tracking
  2. First-Party bringt keine Besserung
  3. Anonymes Tracking bei Apple

Oberflächlich betrachtet, scheint schnell klar, warum das so ist. Die Browserhersteller müssen zwischen den Interessen der Nutzer, die sie schützen wollen, ihren eigenen Interessen und denen der Werbeindustrie abwägen. Eine klare Präferenz für die Privatsphäre der Nutzer ist dabei aber kaum zu erwarten. So ist etwa Google massiv von seinen Werbeeinnahmen abhängig. Ebenso sind Verträge mit Suchmaschinenbetreibern und gleichzeitigen Anbietern von Werbung wie Google eine der Haupteinnahmequellen für Mozilla und deren Entwicklung von Firefox. Apple wiederum bietet nun eine Methode, um eine bestimmte Art des Trackings im Safari-Browser zu nutzen. Auch wenn dies anonym geschehen soll, ist diese Funktion explizit für die Werbetreibenden gedacht und für diese erstellt worden.

Trotz dieser augenscheinlichen Verbindungen zwischen den Browserherstellern und der Werbeindustrie lohnt ein detaillierter Blick auf die konkreten Ideen, die zur Eindämmung des Trackings genutzt werden. So soll durch das Blocken von Cookies oder bestimmter Links das Tracking schlicht verhindert werden. Inwiefern die nun umgesetzten Methoden aber tatsächlich ihr Ziel erreichen können und welche Nebeneffekte dies haben wird, muss sich zwar noch zeigen. Doch auch schon jetzt sollte nicht nur Zynikern klar sein, dass die Werbeindustrie an dem Tracking festhalten möchte. Und die Browserhersteller lassen hier eben große Schlupflöcher dafür in ihren Vorschlägen, oder dies geschieht möglicherweise gar absichtlich, mit Blick auf die Bedürfnisse der Werber.

Cookies besser unterscheiden in Chrome

So hat Chrome-Hersteller Google auf seiner Hausmesse I/O einen neuen Umgang mit dem Same-Site-Attribut für seinen Browser angekündigt. Mit Hilfe dieses Attributs können Cookies danach unterschieden werden, ob diese von der Domain kommen, die Nutzer gerade aufrufen (First-Level), oder von einer externen Domain, die dort nur eingebunden ist (Third-Level). Vor allem Letztere werden häufig zum Verfolgen von Nutzern über mehrere Webseiten hinweg verwendet.

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Mit der kommenden Chrome-Version 76 Ende Juli wird Google die Nutzung aller Cookies ohne das Same-Site-Attribut auf First-Level-Domains beschränken. Sollen Cookies jedoch über mehrere Seiten hinweg funktionieren, muss das über die Richtlinie SameSite=None explizit von den Entwicklern angegeben werden. So sollen Nutzer künftig die Third-Level-Cookies einfacher löschen können.

Gegen das Tracking helfen wird das aber nicht. Und das liegt nicht nur daran, dass viele Nutzer nicht einmal in der Lage dazu sind, ihre Cookies zu löschen. Denn selbst wenn der Chrome-Browser über diese Richtlinie sämtliche Third-Level-Cookies blockieren würde, wie Mozilla dies nun im Firefox-Browser umsetzt, könnten Nutzer natürlich weiterhin über die First-Level-Cookies einer Seite verfolgt werden. Das Tracking der Nutzer wird damit aber natürlich nicht eingeschränkt und die großen Werbetreibenden dürften sich auch über diese Methode freuen.

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First-Party bringt keine Besserung 
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Peter Brülls 13. Jun 2019

Tracking und Werbung sind zwei unterschiedliche Dinge. Werbung hat über Jahrhunderte...

IchBIN 12. Jun 2019

Irgendwie hinterlässt der Text den schalen Beigeschmack, dass es doch nicht möglich ist...

IchBIN 12. Jun 2019

Interessant! Und es gibt sogar schon einen 2.57er - ich bin über das Ubuntuzilla...

Hut+Burger 10. Jun 2019

Abgesehen davon, dass du dich hier widersprichst, weil man, wie im Fernsehen, natürlich...

Adra 08. Jun 2019

Ja, Dnsmasq kann das. Ich habe hier einen verbesserten Router mit OpenWRT zentralistisch...


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