First-Party bringt keine Besserung

Besonders vorteilhaft ist diese Methode des Trackings über First-Level-Cookies für Webseiten mit einer besonders hohen Anzahl an Nutzern und Reichweite, deren Anbieter gleichzeitig Werbung verkaufen. Offensichtlich sind diese Eigenschaften etwa bei Google und seiner Suche gegeben. Der Anbieter kann hier weiter die Nutzer der Suche etwa anhand der Suchanfragen auf seiner Seite tracken und so gezielt Werbeplätze vermarkten. Dafür braucht Google schlicht keine Third-Party-Cookies. Auch Facebook wechselte im vergangenen Jahr auf die Nutzung von First-Party-Cookies, weil ein Tracking auch darüber abgewickelt werden kann.

Ähnlich verhält es sich bei sehr großen Webportalen und Nachrichtenseiten in Deutschland wie etwa bei T-Online.de, GMX.de und Web.de, Spiegel Online, Zeit Online, Twitch, Vice und sehr vielen anderen. Ein Blick auf die größten Werbevermarkter hierzulande zeigt, dass diese mehr oder weniger direkt zu Unternehmen gehören, die eben auch die genannten Webseiten mit sehr großer Reichweite betreiben.

Unter diesen Voraussetzungen ist die Verwendung von First-Level-Cookies als Tracking-Instrument aus Sicht der Werbeindustrie eigentlich überhaupt kein Problem. Problematisch wird diese Betrachtung eher aus der Perspektive der Nutzer, da das Blocken von Third-Level-Cookies eben einen Fokus auf das Tracken mittels First-Level-Cookies legen wird.

Wir können wohl davon ausgehen, dass Unternehmen, die Werbeplätze auf Webseiten buchen, ihre Werbung gern gezielt ausspielen wollen. Dafür benötigen sie Partner, die sehr viel über ihre Nutzer wissen und diese gut tracken können. Wegen der neuen Methoden der Browser wird es sich dabei künftig wohl eben noch mehr als bisher um die sehr großen Vermarkter handeln, die dies dank der angeschlossenen Portale problemlos liefern können.

Das dürfte wohl zu einer noch stärkeren Konzentration von Vermarktern führen, die dann auf immer mehr Seiten Nutzer tracken können. Denn nur weil ein Cookie über eine First-Level-Domain gesetzt wird, heißt das ja nicht, dass dessen Inhalte nicht über das Backend ausgelesen und weiterverarbeitet werden können.

Besonders gut funktionieren könnte dieses Vorgehen, wenn Webseitenbetreiber wie auch Vermarkter dazu übergehen, die genutzte Technik über eigene Werbeserver als First-Level-Inhalt auszuspielen, statt diese wie bisher als Third-Level-Inhalte einzubinden. Das Blocken oder auch Löschen der Third-Party-Cookies durch die Browser dürfte also auch langfristig wenig effektiv sein, um tatsächlich gegen das Tracking der Nutzer vorzugehen.

Eine Alternative zu diesem Szenario entsteht derzeit bei Apple für den Safari-Browser.

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 Webbrowser: Das Tracking ist tot, es lebe das TrackingAnonymes Tracking bei Apple 
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Peter Brülls 13. Jun 2019

Tracking und Werbung sind zwei unterschiedliche Dinge. Werbung hat über Jahrhunderte...

IchBIN 12. Jun 2019

Irgendwie hinterlässt der Text den schalen Beigeschmack, dass es doch nicht möglich ist...

IchBIN 12. Jun 2019

Interessant! Und es gibt sogar schon einen 2.57er - ich bin über das Ubuntuzilla...

Hut+Burger 10. Jun 2019

Abgesehen davon, dass du dich hier widersprichst, weil man, wie im Fernsehen, natürlich...



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