Web3: Egal, irgendwas mit Blockchain

Im Buzzword-Bingo gibt es einen neuen Favoriten: Web3. Basierend auf Blockchain und Kryptotokens soll es endlich die Erwartungen an diese Techniken erfüllen.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Web3. Der Traum, das Netz und aneinandergekettete Blöcke zusammenzubringen
Web3. Der Traum, das Netz und aneinandergekettete Blöcke zusammenzubringen (Bild: gravitat-OFF via flickr/CC-BY 2.0)

Blockchain, (Krypto-)Tokens, NFTs - diese Schlagworte kennt fast jeder und nur wenige wissen, was sich an Technik dahinter verbirgt und wie das alles zusammenhängt. Nun kommt ein neuer Begriff hinzu, der sehr viel mehr danach klingt, als könnten davon wirklich alle Internetnutzer betroffen sein: Web3. Ein Einblick in die verwendeten Techniken soll zeigen, was wirklich dahintersteht und wie weit es sich von dem unterscheidet, was die Propagandisten des Begriffs versprechen.

Web3-Evangelisten haben in den meisten Fällen eins gemeinsam: Sie sind gleichzeitig Blockchain-Enthusiasten und in der Crypto-Currencies-Szene aktiv. Das ist nicht weiter verwunderlich, baut das Web3 nach ihren Versionen doch auf den Techniken hinter den Kryptowährungen auf: Die Blockchain steht an zentraler Stelle, Tokens werden gehandelt.

Doch die Begeisterung ähnelt frappierend derjenigen, die den ersten Erfolgen von Bitcoin folgte: Die verwendete Technik ist revolutionär, sie lässt sich für alles einsetzen, doch für was genau, das muss erst noch herausgefunden werden. Also außer Kryptogeld natürlich, das gibt es schon und ist toll, so jedenfalls die Enthusiasten.

Von Web 1.0 über Web 2.0 zu Web 3

Die Idee von Web3, manchmal auch Web 3.0 oder web3 geschrieben, ist die Idee vom dezentralisierten World Wide Web und laut den Befürwortern der Idee der nächste logische Schritt nach Web 1.0 und Web 2.0.

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Nach den Definitionen war das Web 1.0 ein Netz, in dem Nutzer lediglich Webseiten konsumierten. Webseiten waren statisch, wurden zwar vielleicht hin und wieder vom Betreiber durch eine neue Seite ersetzt oder mit einem Update versehen, dazwischen änderte sich jedoch nichts.

Im Web 2.0 bekamen Nutzer die Möglichkeit, auf fremden Webseiten selbst Inhalte zu hinterlegen und für andere einsehbar zu machen. Die Folge war, dass nicht nur Menschen, die in der Lage waren, HTML-Seiten selbst zu basteln oder zumindest jemanden dafür zu bezahlen, Texte, Bilder, Musik oder auch Videos veröffentlichen konnten.

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Der Begriff vom Web 2.0 war umstritten, vor allem, weil er erfunden wurde, als die Entwicklung längst stattgefunden hatte. Und weil in den folgenden Jahren darüber diskutiert wurde, wie genau die Definition des Buzzwords nun eigentlich sein sollte - die Definition der technischen Aspekte mit den verwendeten Werkzeugen, und was Nutzer damit machen können, gegen eine wirtschaftliche Definition, nach der das Web 2.0 sich (im Gegensatz zu Web 1.0) als Plattform für Unternehmen eigne. Tim Berners-Lee, der Begründer des WWW, sagte noch 2006 über den Begriff "Ich denke, Web 2.0 ist natürlich ein Fachkauderwelsch, niemand weiß wirklich, was es bedeutet."

Umstritten heißt aber nicht unbeliebt. Der Begriff war so prägend, dass auch heute noch von Fernsehen 2.0, Sport 2.0 oder Politik 2.0 gesprochen wird, wenn sich irgendwo eine angeblich revolutionäre Veränderung andeutet. Im Internet wird Web 2.0 dagegen so gut wie nicht mehr erwähnt, stattdessen werden spezifische Anwendungen wie Social Media, Blogs, Podcasts oder Wikis benannt.

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Begriffsdefinitionen zu Web 3.0 
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Sea 01. Feb 2022

Bin spät, aber erklär mir mal einer warum d.tube dezentral sein sollte. Die Videos da...

Hotohori 21. Jan 2022

Also hat China quasi schon Web3.0.

regiedie1. 21. Jan 2022

Tantes Webpublikation "The Third Web" seziert den NFT-Wahn noch tiefer: https://tante.cc...

Booth 20. Jan 2022

... lass uns nun die Probleme schaffen um diese Lösung dann auch irgendwie nutzen zu...



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