Das Problem der gestorbenen Chain

Daraus geht aber auch hervor, dass es ganz einfach ist, eine Blockchain zu manipulieren, zu der keine oder nur sehr wenige neue Blocks hinzugefügt werden. Entstehen keinerlei neue Blöcke, kann fast beliebig weit zurückgegangen werden, um die bereits bestehenden Blöcke zu ersetzen - ein Limit besteht nur in der Zeit, die man bei festen Voraussetzungen wie den dafür vorgesehenen Rechenkapazitäten dafür benötigt. Nichts ist so einfach zu manipulieren wie eine tote Blockchain, es gibt einfach keinerlei Konkurrenz, mit der Schritt gehalten werden müsste.

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Dass etwas permanent in einer Blockchain gespeichert ist, gilt also nur, wenn die Blockchain noch lebt und aktiv weiter betrieben wird.

Rechenkapazitäten, um neue Blöcke zu erzeugen, werden aber nur aufgewendet, wenn sich das auch lohnt. Die gängige Entlohnung bei den meisten Cryptocurrencies ist, dass für neue Blöcke eine gewisse Zahl neuer Tokens erzeugt wird, die der Ersteller des Blocks bekommt. Hinzu kommen die Gebühren für die Transkaktionen, die in dem Block vermerkt werden.

Wie auch immer das bei einer bestimmten Blockchain geregelt ist: Blockersteller wollen etwas davon haben, wenn sie einen Block erstellen. Denn mit einer Blockerstellung sind auch Kosten verbunden.

Wie werden eigentlich Blöcke erzeugt?

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Die klassische Art, einen neuen Block für eine Blockchain erzeugen zu lassen, ist der Proof of Work, also Nachweis von Arbeit. Wer ein mathematisches Problem als erstes löst, hat gewonnen und dessen Block wird genommen. Das bedeutet, dass ziemlich viele Computer versuchen, das Problem gleichzeitig zu lösen. Wenn einer "fertig" ruft und der Ruf auch gehört wird, geht das gleiche Spiel um den nächsten Block von vorne los.

Wer zum Jahreswechsel 2020 auf 2021 an jedem Tag durchschnittlich einen einzigen Bitcoin schürfen wollte, benötigte statistisch gesehen eine Hashrate von 149,2 Peta-Hashes pro Sekunde, etwas mehr als ein halbes Prozent der Gesamt-Hashrate des Bitcoin-Netzwerkes. Der Stromverbrauch des gesamten Bitcoin-Netzwerkes beläuft sich auf wiederum 0,5 Prozent des weltweiten Gesamtstromverbrauchs - Strom, der letztlich bloß wenige Gigabyte Daten, Elektroschrott und Abwärme zurücklässt. Die University of Cambridge visualisiert den steigenden Stromverbrauch von Bitcoin über die Jahre und zeigt interessante Vergleiche: So verbraucht das Schürfen nach Bitcoins pro Jahr mehr Strom als das nach Gold und wäre Bitcoin ein Land, würde Bitcoin die Ukraine von Platz 27 in der Liste der Länder mit dem höchsten Stromverbrauch verdrängen.

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Da dies natürlich einerseits sehr teuer ist - zum Stromverbrauch kommen ja auch noch die Kosten für die Hardware - und andererseits der Druck aus Umweltgründen immer größer wird, gibt es zunehmend den Trend hin zu Proof of Stake, also Beweis durch Anteile. Der Besitz von Tokens einer Kryptowährung führt hier zu einem dem Anteil entsprechenden Recht, neue Blöcke zu erzeugen.

Aber das widerspricht der eigentlichen Grundidee mit dem dezentralen Design. Und natürlich auch der so gern plakativ geäußerten Phrase, wonach Web3 gegen Konzerne sei: Wenn ein paar wenige Schürfer, die bereits große Mengen der Kryptowährung besitzen, auch noch direkt das Recht daraus bekommen, mehr der neuen Tokens zu erhalten, ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese Miner die Rolle der mächtigen Konzerne übernehmen.

Nicht nur Transaktionen in den Nutzdaten der Blöcke

Allerdings müssen die Nutzdaten einer Blockchain nicht nur Transaktionsdaten enthalten können. Was möglich ist, wird beim Design einer Blockchain bestimmt und festgelegt, zumindest generell. Manche dieser Blockchains ermöglichen es, in ihren Nutzdaten sogenannte Smart Contracts (deutsch: intelligente Verträge) zu definieren. Diese erlauben es, zusätzliche Funktionen in die Nutzdaten der Blockchains zu implementieren.

NFTs in Ethereum basieren auf einem solchen Smart Contract. Implementiert wird in diesem Vertrag zum einen, dass zu einem Token, an den das NFT bei der Generierung explizit angehängt wird, überhaupt solche zusätzlichen Sachen angehängt werden dürfen. Und es wird implementiert, dass die Adresse, unter der das NFT erstellt worden ist, bei weiteren Verkäufen dieses NFTs einen kleinen Anteil am Verkaufswert enthält.

Im Grunde ist also so ein NFT nichts anderes als ein Geldschein, der zum Beispiel mit einer kleinen Zeichnung und einer Unterschrift versehen wurde. Als Zahlungsmittel hat dieser Schein immer noch den gleichen Wert wie vorher, nur das hinzugefügte Bildchen macht ihn zusätzlich zu einem Sammlerstück, das gegebenenfalls mehr wert ist. Mit anderen Worten: Wäre dieses NFT ein wirklicher Geldschein, würde der Maler des Bildchens jedes Mal, wenn dieser Geldschein den Besitzer wechselt, automatisch einen kleinen Anteil Geld kassieren.

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Sea 01. Feb 2022

Bin spät, aber erklär mir mal einer warum d.tube dezentral sein sollte. Die Videos da...

Hotohori 21. Jan 2022

Also hat China quasi schon Web3.0.

regiedie1. 21. Jan 2022

Tantes Webpublikation "The Third Web" seziert den NFT-Wahn noch tiefer: https://tante.cc...

Booth 20. Jan 2022

... lass uns nun die Probleme schaffen um diese Lösung dann auch irgendwie nutzen zu...



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