Web3: Die komplette Finanzialisierung des Internets

Web3 soll die guten alten Werte des Internets retten - doch das Gegenteil wird passieren.

Ein IMHO von Jürgen Geuter veröffentlicht am
Web 3 zerstört die Grundlagen des Internets für Profitinteressen weniger.
Web 3 zerstört die Grundlagen des Internets für Profitinteressen weniger. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Alle paar Jahre stellt jemand öffentlich fest, dass das Internet kaputt ist: Ein paar wenige Firmen kontrollieren alles. Der arme Datenschutz. Staaten und deren Geheimdienste hören überall mit. Informationen werden nach undurchsichtigen Regeln gelöscht, verändert und zensiert. Übergriffige Kommunikation, Stalking und Abuse hingegen werden nicht moderiert. "Shit's fucked up and Bullshit."

Inhalt:
  1. Web3: Die komplette Finanzialisierung des Internets
  2. Web3 ist ein politisches Programm gegen ein offenes Netz

Die Lösungsvorschläge versuchen dann oft, alte Ideen aus der Geschichte des Internets wieder zu stärken: Hoste ein eigenes Blog, statt auf Facebook zu posten. Installiere Linux auf deinem Laptop und entferne alle Google-Dienste von deinem Telefon. Die neue Welle der Internet-Rettung geht dabei weit über diese Arten der Unannehmlichkeiten hinaus. Sie versucht gleich, den ganzen Planeten abzubrennen. Wörtlich und im übertragenen Sinne.

Die Rede ist vom Web3. Den Begriff werden viele wahrscheinlich vor allem aus dem Munde derer gehört haben, die ihnen Investitionen in sogenannte NFTs schmackhaft machen wollen.

Ein besseres Internet, aber besser für wen?

Die technischen Grundlagen hat Boris Mayer schon zusammengefasst. Ganz kurz: Die bestehenden Backend-Infrastrukturen aus Datenbanken, Protokollen und Standards sollen ersetzt werden durch Blockchain-basierte Systeme, in denen alles, was passiert, in unveränderlichen Transaktionen gespeichert wird.

Diese radikale Umgestaltung des Internets, wie wir es kennen, soll Werte wie Dezentralität und Zensurresistenz zurückbringen und damit eine neue, bessere Ära des Internets bringen. Aber besser für wen?

Selbst wenn man den technischen Versprechen Glauben schenkt und parallel ignoriert, wie schlecht Blockchain-Systeme skalieren, scheint es im besten Falle naiv zu sein zu glauben, eine Technologie, die dezentral konzipiert ist, würde auch dezentral eingesetzt.

Dezentralität ist nicht vor allem eine Frage der Technik

Das Internet von heute ist grundsätzlich dezentral, auch wenn alle bei Google suchen, bei Amazon hosten und bei Facebook posten. Dezentralität ist nur zum kleinen Teil eine Frage der Technik, sondern wird meist verhindert durch Netzwerkeffekte oder Marktmacht.

Und genau das sehen wir schon jetzt beim Web3: Die ersten Quasi-Monopole wie der NFT-Marktplatz Opensea, die Coin Exchange Coinbase sind längst entstanden und verhalten sich mehr oder weniger wie etablierte Dienste im Web2.0. Als vor einigen Wochen einige NFTs durch eine Phishing-Attacke entwendet wurden, sperrte Opensea einfach den Handel mit ihnen, so dass die Diebe ihre Beute nicht mehr zu Geld machen konnten und sie an den ursprünglichen Besitzer zurückverkauften.

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Web3 ist ein politisches Programm gegen ein offenes Netz 
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sg-1 06. Feb 2022

overhead einer blockchain? lol. als wenn banken keinen overhead verursachen ...gerade...

sg-1 06. Feb 2022

Klingt sehr polemisch bis hin zu verbittert...gute Besserung

sg-1 06. Feb 2022

Ein Autoverkäufer will dir auch alles andrehen...sinnvoll sind für dich auch nur die...

sg-1 06. Feb 2022

Wenn du dich so lange damit beschäftigst, dann weißt du ja, dass Proof of stake, proof...



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