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Web-Tracking: Google verschiebt die Abschaffung von Tracking-Cookies

Die Web-Tracking- Cookies sollen nun doch erst Ende 2023 aus Chrome verschwinden.
/ Boris Mayer
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Third-Party-Cookies geistern durch das Web-Labyrinth. (Bild: Betsy Weber via flickr)
Third-Party-Cookies geistern durch das Web-Labyrinth. Bild: Betsy Weber via flickr / CC-BY 2.0

Eigentlich wollte Google(öffnet im neuen Fenster) die meistens zur Personalisierung von Werbung verwendeten Third-Party-Cookies schon viel früher abschaffen. Nach Druck von Wettbewerbshütern, Datenschutzaktivisten und aus der Digitale-Medien-Branche verschiebt Alphabet Inc. dieses Vorhaben aber auf einen nicht genannten späteren Zeitpunkt im Verlauf des Jahres 2023.

Laut ursprünglichem Plan sollten diese Cookies bereits früh im Jahr 2022 verschwinden. Google verspricht sich durch die Verschiebung mehr Zeit für die anstehende Aufgabe, Webseitenbetreibern, Werbebranche und Regulierungsbehörden von der hauseigenen Nachfolgetechnik zu überzeugen. "Obwohl es bei dieser Initiative erhebliche Fortschritte gibt, wird deutlich, dass im gesamten Ökosystem mehr Zeit benötigt wird, um das richtig zu machen" heißt es in einer Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) .

EU: Google missbraucht seine Marktmacht

Kritiker der Google-Pläne hatten zuvor bereits bemängelt, dass der Suchmaschinen- und Werbekonzern die Datenschutzfrage als Vorwand nutze, um Mitbewerber im Werbemarkt aus dem Geschäft zu drängen.

Die EU hatte erst vor Kurzem Googles Vorhaben rund um die Abschaffung von Tracking-Cookies im Rahmen einer weitreichenden Untersuchung von Vorwürfen analysiert. Das Ergebnis der Untersuchung: Google habe seine herausragende Rolle in der Werbetechnologie missbraucht.

Während Mitbewerber versuchen, den drohenden Verlust von Tracking-Cookies durch Treueprogramme, Newsletter oder Registrierungspflichten auszugleichen, hat Google eine Privacy-Sandbox vorgeschlagen, in der Internetnutzer nicht mehr individuell, sondern in Form von Kohortenzuordnung mit passender Werbung versorgt werden sollen. Google selbst könnte aber durch die weite Verbreitung von eigenen Diensten - wie der Suche, YouTube und anderen auf Google-Accounts setzende Angebote - individuelles Tracking weiter vornehmen - auch ohne Third-Party-Cookies.


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