Web-Technik: Bytecode Alliance will Webassembly außerhalb des Webs nutzen

Im Frühjahr dieses Jahres ist eine standardisierte Systemschnittstelle für Webassembly (Wasm) angekündigt worden. Das Bytecode-Format Wasm, das von Browsern direkt in einer virtuellen Maschine ausgeführt wird, soll damit auch außerhalb von Browsern genutzt werden können. Um diese Arbeiten künftig gemeinsam voranzutreiben, haben Intel, Fastly, Mozilla und Red Hat nun die Bytecode Alliance(öffnet im neuen Fenster) gegründet.
Wasm erweitert dabei den von Sun für Java geprägten Slogan "Write once, run anywhere" . Immerhin läuft für Wasm erstellter Code überall da, wo auch eine Wasm-Laufzeitumgebung bereitsteht. Im Gegensatz zu Java ist bei Wasm die genutzte Programmiersprache aber im Prinzip egal, da es lediglich Werkzeuge braucht, die den eigenen Code für Wasm kompilieren. Das Projekt sollte dementsprechend künftig wohl als eine Art universell einsetzbare Laufzeitumgebung betrachtet werden und die Bytecode Alliance als dafür zuständige Organisation.
Die Wasm-Systemschnittstelle (Wasi) soll es ermöglichen, dass die Technik auch mit beliebigen Betriebssystemen genutzt werden kann. Um dieses Konzept herum sind bereits verschiedene Software-Projekte der Unternehmen entstanden, die nun als Teil der Bytecode Alliance weiter gepflegt werden sollen.
Dazu gehören etwa die Laufzeitumgebung Wasmtime und die Compiler-Infrastruktur Cranelift, die von Mozilla vorangetrieben werden. Hinzu kommt Lucet von Fastly, ein AOT-Compiler sowie eine Laufzeitumgebung für Wasm, die das Unternehmen inzwischen in seinem Edge-Angebote nutzt(öffnet im neuen Fenster) , sowie auch die Webassembly Micro Runtime(öffnet im neuen Fenster) (WAMR) von Intel. Letztere soll auf embedded Geräten laufen und auch in Intels SGX.