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Web Monetization: Chromium-Entwickler experimentieren mit Micropayment-API

Im Web surfen und dabei die besuchten Webseiten bezahlen: Das könnte künftig durch Standardtechnik in Chromium möglich werden.
/ Sebastian Grüner
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Für physische Güter mit Bargeld zu bezahlen ist sehr leicht. Die Bezahlung und Finanzierung von Webdienste war aber immer schon ein Problem. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Für physische Güter mit Bargeld zu bezahlen ist sehr leicht. Die Bezahlung und Finanzierung von Webdienste war aber immer schon ein Problem. Bild: Sean Gallup/Getty Images

Der Code für das freie Chromium-Projekt, auf dem auch Googles Chrome-Browser und zahlreiche weitere abgeleitete Browser wie Microsofts Edge oder Brave basieren, soll Unterstützung für die Web Monetization API(öffnet im neuen Fenster) erhalten. Das kündigte der Entwickler Alexander Surkov vom Open-Source-Beratungsunternehmen Igalia an(öffnet im neuen Fenster) . Ziel der Technik ist es, künftig eine Art standardisiertes Micropayment-System im Web zu etablieren.

Surkov schreibt dazu: "Web Monetization ist eine Webtechnologie, die es Website-Besitzern ermöglicht, Micropayments von Nutzern zu erhalten, wenn diese mit ihren Inhalten interagieren. Sie bietet eine Möglichkeit für Inhaltsersteller und Website-Betreiber, für ihre Arbeit entlohnt zu werden, ohne sich ausschließlich auf Anzeigen oder Abonnements zu verlassen. Web Monetization bietet vor allem zwei einzigartige Funktionen: kleine Zahlungen und keine Benutzerinteraktion. Die Benutzer zahlen für den Inhalt, während sie ihn konsumieren."

Micropayments zwischen Nutzern und Betreibern sind alles andere als neu und die Idee wurde sogar schon weit vor der Umsetzung des modernen Internets in den 60ern diskutiert, wie The Register berichtet(öffnet im neuen Fenster) . In der jüngeren Vergangenheit am bekanntesten in diesem Zusammenhang dürfte wohl der schon 2010 gestartete Dienst Flattr sein, der vor wenigen Wochen endgültig den Dienst einstellte . Auch die Macher des Brave-Browsers nutzen eine Micropayment-Lösung, an der laut The Register einige Zehntausend Webseiten teilnehmen.

Die Technik als Webstandard in allen großen Browsern umzusetzen, würde wohl aber dazu führen, dass die Micropayments deutlich mehr Betreiber erreichen und auch mehr Nutzer teilnehmen. Initiiert hatte die Arbeiten an der Web-Monetization-Technik das Start-up Coil(öffnet im neuen Fenster) , das seinen Betrieb bereits vor einem Jahr einstellen musste. Die Spezifikation wird aber auch unabhängig weiter gepflegt. Die nun geplante Umsetzung in Chromium ist dabei zunächst explizit als Experiment gedacht. Ob die Technik am Ende auch in Browsern wie Google Chrome genutzt werden kann, ist noch offen.


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