Wearables: Garmin integriert offenbar natives Food-Logging

US-Hersteller Garmin bereitet offenbar eine tiefgreifende Erweiterung seiner Fitness-Plattform Connect vor. Wie eine Analyse der aktuellen App-Version 5.20 durch das Portal Gadgets & Wearables(öffnet im neuen Fenster) zeigt, finden sich im Programmcode deutliche Hinweise auf ein künftiges natives Ernährungstracking. Damit würde Garmin eine langjährige Lücke in seinem Ökosystem schließen, die bisher die Nutzung von Drittanbieterdiensten wie Myfitnesspal oder Cronometer erforderte.
Die entdeckten Codezeilen umfassen unter anderem Kamera-Strings und spezifische Pfade für den Upload von Bildern im Kontext der Ernährung (nutrition/food/upload/image). Zudem wurden Onboarding-Elemente identifiziert, die Nutzer durch die Einrichtung der neuen Ernährungsfunktionen führen sollen. Bisher beschränkt sich die App darauf, Kalorien- und Makronährstoffdaten von externen Apps zu importieren und anzuzeigen, ohne eine eigene Eingabemaske für Lebensmittel anzubieten.
Fotos statt KI-Analyse
Obwohl die Integration einer Fotofunktion für Mahlzeiten ein deutlicher Fortschritt wäre, gibt es im aktuellen Entwicklungsstadium keine Anzeichen für eine automatisierte Bilderkennung. Laut dem Bericht finden sich bisher weder Hinweise auf eine optische Zeichenerkennung (OCR) noch eine KI-basierte Lebensmittelanalyse, die etwa Portionsgrößen oder Kalorienwerte allein aus einem Foto ableiten könnte. Es scheint sich primär um eine Infrastruktur zu handeln, die es Nutzern erlaubt, Bilder als visuelle Dokumentation an ihre Ernährungsprotokolle anzuhängen.
Garmin selbst kündigte das Feature bisher nicht offiziell an. Dementsprechend fehlen Informationen darüber, wie umfangreich eine eventuelle Lebensmitteldatenbank ausfallen wird oder ob das Unternehmen auf einen externen Datenlieferanten setzt. Die Integration scheint jedoch Teil eines größeren Ausbaus der Gesundheitsfunktionen zu sein, zu denen auch neue Empfehlungen für die Kohlenhydrat- und Flüssigkeitsaufnahme während und nach Trainingseinheiten gehören könnten.
Exklusivität für Connect+-Abonnenten möglich
Eine zentrale offene Frage betrifft die Verfügbarkeit des Dienstes. Es wäre möglich, dass Garmin das native Food-Logging hinter die Bezahlschranke seines Premium-Abonnements Connect+ stellen könnte. Der seit März 2025 verfügbare Dienst bündelt bereits KI-generierte Auswertungen und erweiterte Trainingsstatistiken. Da das Ernährungstracking eng mit diesen Analysen verzahnt werden könnte, erscheint eine Verknüpfung mit dem rund 90 Euro pro Jahr teuren Abo plausibel.
Wann genau die Funktion für die breite Nutzerschaft ausgerollt wird, bleibt ebenfalls unklar. Die Entdeckung der Strings in einer produktiven App-Version deutet zwar auf eine fortgeschrittene Entwicklung hin, doch Garmin behält sich bei Softwarefeatures oft längere Testphasen in geschlossenen Betas vor. Nutzer müssen also vorerst weiterhin auf die bisherigen Schnittstellen setzen, bis das Unternehmen eine offizielle Bestätigung oder einen Termin für den Start der integrierten Lösung liefert.