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WDR-Frequenz: Bundesnetzagentur sucht Piratensender von Querdenkern

Krude Mythen im Internet verbreiten reicht offenbar nicht mehr. Nun muss die Bundesnetzagentur einschreiten.
/ Sebastian Grüner und dpa
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Unbekannte überlagern offenbar Frequenzen des WDR. (Bild: Raimond Spekking (via Wikimedia Commons))
Unbekannte überlagern offenbar Frequenzen des WDR. Bild: Raimond Spekking (via Wikimedia Commons) / CC-BY-SA 4.0

Unbekannte sollen im Münsterland eine Radiofrequenz des WDR für Botschaften zur Coronapandemie aus der Querdenker-Szene gekapert haben. Nach Angaben der in solchen Fällen zuständigen Bundesnetzagentur wandte sich die Polizei aus dem Ort Ahaus an die Behörde und berichtete von einem entsprechenden Vorfall.

Bei einer Frau sei während einer Autofahrt plötzlich das Programm des WDR-Senders 1Live überlagert worden. Für etwa 45 Sekunden sei stattdessen eine "blecherne Stimme" erklungen, "die Corona-Thesen aus der Querdenker-Szene" verbreitet habe. Mehrere Medien berichteten.

Auch der WDR bestätigte am Donnerstag die Störungen. Seit der ersten Märzwoche seien schon mehrere Meldungen dieser Art von Hörerinnen und Hörern eingegangen.

"Die Frequenz wurde vor allem im Kreis Borken zeitweise von Unbekannten gekapert", erklärte der Sender. Sämtliche Hinweise seien an die Bundesnetzagentur weitergeleitet worden, die dem Ursprung nun nachspüre. In ihrer Verantwortung liege es auch, mögliche rechtliche Schritte einzuleiten.

Bundesnetzagentur droht mit hohen Bußgeldern

Bei der Bundesnetzagentur geht man von einem Piratensender aus, der die Frequenz von 1Live illegal nutzt. Weil die Unterbrechungen so kurz seien, habe er wohl keine sonderlich starke Sendeleistung und nutze wechselnde Standorte. "Die Nutzung von Frequenzen ohne Frequenzzuteilung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden", stellte die Behörde klar.

Die Geschichte der Piratensender reicht bis in die 50er und 60er Jahre zurück. Im Zuge gesetzlicher Liberalisierungen in den 80er Jahren wurden aber zahlreiche Möglichkeiten geschaffen, private oder nichtkommerzielle Radios zu betreiben und dafür Sendelizenzen zu erhalten. Das inzwischen überall verfügbare Internet und vor allem die zahlreichen Möglichkeiten, auch ohne gesonderte Lizenzen im Internet zu publizieren, machen Piratensender eigentlich obsolet.


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