WDR: Bedeutung der Mediatheken weit geringer als angenommen
Der WDR-Intendant Tom Buhrow hat vor überhöhten Erwartungen an die Nutzung der Mediatheken gewarnt. "Die Bedeutung ist weit geringer, als man denkt", sagte Buhrow(öffnet im neuen Fenster) am 7. Juni 2016 auf der Eröffnungsdiskussion der Fachmesse Anga Com und des Medienforums NRW in Köln. Beispielsweise bei Tatort-Folgen seien höhere Abrufzahlen messbar.
Wenn am Arbeitsplatz über Sendungen gesprochen werde, stiegen danach noch einmal die Abrufzahlen. "Doch nach 48 Stunden kippt die Kurve steil ab." Die öffentlich-rechtlichen Sender würden dennoch gerne mehr Net-only-Inhalte produzieren, seien hier aber eingeschränkt.
"Das Internet ist gut und schön"
54 Prozent nutzen die Online-Mediatheken von Fernsehsendern, um Sendungen und Beiträge aus dem TV aufzurufen. Gut jeder dritte Internetnutzer (36 Prozent) verfolgt das aktuelle Fernsehprogramm per Livestream. Das hat eine Umfrage von Bitkom Research ergeben, die im Juli 2015 vorgestellt wurde. Dabei wurden 1.014 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt. Die Umfrage war nach den Angaben repräsentativ.
"Das Internet ist gut und schön, wir bekennen uns jedoch zu unabhängigen Verbreitungswegen, auch ohne monatliche Gebühr", betonte Buhrow mit Blick auf DVB-T2. Die Aussage relativiert sich durch die Tatsache, dass die Öffentliche-Rechtlichen den Rundfunkbeitrag kassieren. DVB-T2 stehe in einzelnen Gebieten bereits ab Ende Mai 2016, und damit zur Fußballeuropameisterschaft zur Verfügung, wenn "man den Receiver hat."
Die Ballungsräume für die erste Stufe sind Bremen/Unterweser, Hamburg/Lübeck, Kiel, Rostock, Schwerin, Hannover/Braunschweig, Magdeburg, Berlin/Potsdam, Jena, Leipzig/Halle, Düsseldorf/Rhein/Ruhr, Köln/Bonn/Aachen, Rhein/Main, Saarbrücken, Baden-Baden, Stuttgart, Nürnberg und München/Südbayern.
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