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WD Red Plus: Western Digital schummelt bei NAS-Festplatten

Sobald die "5400 RPM Class"-HDD sehr viel mehr Energie benötigt, als sie eigentlich sollte, stimmt etwas nicht.
/ Marc Sauter
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Eine WD Red für NAS-Systeme (Bild: Western Digital)
Eine WD Red für NAS-Systeme Bild: Western Digital

Mehrere Festplattenserien von Western Digital werden mit einer Drehzahl beworben, die real gar nicht anliegt. Das zeigen Messungen eines Reddit-Nutzers(öffnet im neuen Fenster), welche die schon im Herbst 2019 geäußerten Vermutungen im Hardwareluxx-Forum(öffnet im neuen Fenster) bestätigen: Das, was Western Digital als "5400 RPM Class" bezeichnet, sind tatsächlich Festplatten mit 7.200 Umdrehungen pro Minute. Daher sind sie tendenziell lauter und benötigen definitiv mehr Energie.

Ein Beispiel sind die für NAS-Systeme ausgelegten WD Red Plus (PDF(öffnet im neuen Fenster)). Die Leistungsaufnahme des 8-TByte-Modells entspricht mit 8,8 Watt ebenso einer als "7200 RPM Class" eingeordneten WD Gold (PDF(öffnet im neuen Fenster)) wie einer als mit 7.200 Umdrehungen pro Minute spezifizierten Seagate Ironwolf NAS (PDF(öffnet im neuen Fenster)). Eine Seagate Barracuda Compute mit echten 5.400 Umdrehungen pro Minute benötigt nur 5,3 Watt (PDF(öffnet im neuen Fenster)).

Auf Nachfrage von Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) äußerte sich Western Digital ausweichend: "Für ausgewählte Produkte verwenden wir bereits seit Jahren für die RPM-Werte eine Leistungsklasse statt spezifische Drehzahlen. Wir passen Festplatten und ihre Charakteristiken für bestimmte Anwendungen an, indem wir unsere ökonomische Skalierung ausnutzen und diese Kosteneinsparungen an unsere Kunden weitergeben."

Ob es allerdings tatsächlich im Interesse der Kunden ist, eine Festplatte mit 7.200 Umdrehungen pro Minute als "5400 RPM Class" zu vermarkten, sei dahingestellt. Neben den WD Red Plus mit 8 TByte bis 14 TByte fallen mindestens auch die externe WD Elements mit 8 TByte und die externe WD My Book mit 8 TByte in diese Kategorie, laufen aber eigentlich mit 7.200 Umdrehungen pro Minute.

Zuletzt war Western Digital – wie Seagate und Toshiba auch – bereits dadurch negativ aufgefallen, manche Festplatten ohne Kennzeichnung mit langsamerem Shingled Magnetic Recording (SMR) statt mit dem schnelleren Perpendicular Magnetic Recording (PMR) alias Conventional Magnetic Recording (CMR) zu verkaufen. Mittlerweile ist der Unterschied erkennbar.


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