WD Black SSD im Test: Mehr Blau als Schwarz

Bei Western Digital gilt: Schwarz ist schneller als Blau und Grün. Die WD Black SSD setzt sich allerdings weniger von der WD Blue SSD ab als gedacht. Zwar liefert sie für ihren Preis eine passable Leistung ab, gegen Samsungs 960 Evo hat sie es aber schwer.

Ein Test von veröffentlicht am
WD Black SSD
WD Black SSD (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Ein Blick auf die SSD sagt es bereits: Die WD Black trägt ihren Namen genau genommen zu Unrecht, denn die Platine ist blau. Und die WD Blue bildet Western Digitals derzeitige SSD-Mittelklasse, die WD Black hingegen soll laut Hersteller die High-Performance-Serie sein. Wir würden nach dem Test jedoch eher von höherer Leistung statt von Höchstleistung sprechen.

  • MSI X370 Xpower Gaming Titanium, Ryzen 5 1600X, 16 GByte DDR4; Windows 10 x64, Microsoft-/Samsung-Treiber (Diagramm: Golem.de)
  • MSI X370 Xpower Gaming Titanium, Ryzen 5 1600X, 16 GByte DDR4; Windows 10 x64, Microsoft-/Samsung-Treiber (Diagramm: Golem.de)
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  • MSI X370 Xpower Gaming Titanium, Ryzen 5 1600X, 16 GByte DDR4; Windows 10 x64, Microsoft-/Samsung-Treiber (Diagramm: Golem.de)
  • Ist der SLC-Puffer voll, fällt die Schreibrate auf 400 MB/s. (Screenshot: Golem.de)
  • MSI X370 Xpower Gaming Titanium, Ryzen 5 1600X, 16 GByte DDR4; Windows 10 x64, Microsoft-/Samsung-Treiber (Diagramm: Golem.de)
  • MSI X370 Xpower Gaming Titanium, Ryzen 5 1600X, 16 GByte DDR4; Windows 10 x64, Microsoft-/Samsung-Treiber (Diagramm: Golem.de)
  • Die WD Black gibt es mit 256 und 512 GByte. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Sie ist einseitig bestückt - gut für Ultrabooks. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • WD verwendet einen Marvell-Controller. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Eingebaut im Testsystem (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Die WD Black gibt es mit 256 und 512 GByte. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
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Bei der WD Black handelt es sich um eine einseitig bestückte SSD im M.2-Kärtchenformat mit 80 mm Länge, was wichtig für Ultrabooks ist. Western Digital verwendet einen 88SS1093-Controller von Marvell, der das Drive per PCIe Gen3 x4 anbindet und das moderne NVMe-1.2-Protokoll unterstützt. Eine Hardwareverschlüsselung unterstützt die WD Black nicht. Als Flash-Speicher kommt NAND der Sandisk-Tochter mit planarer 15-nm-Fertigung und 3 Bit pro Zelle (TLC) zum Einsatz. Diese Eigenschaften zeigen, dass die WD Black eine solide Geschwindigkeit, aber keine Rekorde liefern dürfte.

Wir vergleichen Western Digitals Neuling mit der per Sata-Schnittstelle angebundenen WD Blue, der kaum schnelleren Intel 600p mit PCIe-NVMe-Interface und Samsungs beliebter 960 Evo, einem der flottesten M.2-Modelle. Die WD Black nutzt einen SLC-Pseudo-Cache, puffert also Daten, um Schreibvorgänge zu beschleunigen. Bei der 512-GByte-Variante fasst der Cache knapp 10 GByte, danach fällt die Geschwindigkeit auf 400 MByte pro Sekunde. Die 600p und die 960 Evo nutzen ebenfalls Schreib-Caches: Die Intel-SSD verwendet etwa 10 GByte und bricht auf unter 200 MByte pro Sekunde ein, bei der Samsung-SSD sind es bis zu 22 GByte und danach immerhin noch 600 MByte pro Sekunde.

  • MSI X370 Xpower Gaming Titanium, Ryzen 5 1600X, 16 GByte DDR4; Windows 10 x64, Microsoft-/Samsung-Treiber (Diagramm: Golem.de)
  • MSI X370 Xpower Gaming Titanium, Ryzen 5 1600X, 16 GByte DDR4; Windows 10 x64, Microsoft-/Samsung-Treiber (Diagramm: Golem.de)
  • MSI X370 Xpower Gaming Titanium, Ryzen 5 1600X, 16 GByte DDR4; Windows 10 x64, Microsoft-/Samsung-Treiber (Diagramm: Golem.de)
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  • Ist der SLC-Puffer voll, fällt die Schreibrate auf 400 MB/s. (Screenshot: Golem.de)
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  • WD verwendet einen Marvell-Controller. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Eingebaut im Testsystem (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Ist der SLC-Puffer voll, fällt die Schreibrate auf 400 MB/s. (Screenshot: Golem.de)

Daher wundert es uns nicht, dass die WD Black bei den meisten Messungen hinter der 960 Evo zurückliegt. Die 600p und typische Sata-6-GBit/s-SSDs wie die WD Blue schlägt sie allerdings, teilweise sogar mit deutlichem Abstand. Bei rein sequenziellen Lesevorgängen von Daten an einem Stück sind es bis zu 2 GByte pro Sekunde, beim Schreiben etwas über 800 MByte pro Sekunde. Bei gemischten Workloads wie dem Storage-Test des PCMark 8, der verschiedene Anwendungen wie Photoshop und Word verwendet, schafft die WD Black rund 360 MByte pro Sekunde - mehr als die 600p, weit weniger als die 960 Evo.

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Auch wenn es um die erreichbaren Input-/Output-Operationen pro Sekunde geht, zeigt die WD Black eine gute, aber nicht überragende Leistung. Hierbei gilt: Je höher die Queue Depth, also je mehr Befehle die SSD zugleich verarbeitet, desto weiter setzt sich die 960 Evo von der WD Black ab. Bei QD1 bis QD4, was im Consumer-Segment üblich ist, bleibt der Abstand jedoch gering.

Fazit und Verfügbarkeit

Western Digital verkauft die WD Black SSD mit 256 und mit 512 GByte Kapazität. Das kleinere Modell kostet derzeit rund 115 Euro, die größere Variante ist für etwa 200 Euro verfügbar. Intels meist klar langsamere 600p-SSD gibt es ein bisschen günstiger, dafür bepreist Samsung seine schnellere 960 Evo SSD mit 125 Euro und 230 Euro seit einigen Wochen sehr aggressiv. Western Digital gibt auf die WD Black SSD eine Garantie von langen fünf Jahren.

Die bewusste Entscheidung, auf planaren TLC-Speicher zu setzen, macht sich bei den Messwerten der WD Black zwar bemerkbar. Dennoch ist sie oft deutlich flotter als Intels langsame 600p, welche die Untergrenze bei den NVMe-SSDs mit vier Gen3-Lanes im M.2-Format bildet. Bei einer WD Black hätten wir allerdings mehr erwartet, etwa dass Western Digital auf schnelleren MLC-Speicher setzt. Angesichts des Preises fällt es uns schwer, eine Empfehlung auszusprechen, da Samsung die bessere 960 Evo nur wenig teurer anbietet.

Ohnehin bleibt abzuwarten, wie lange die WD Black in dieser Form am Markt ist. Die WD Blue wurden bereits auf modernen 3D-TLC-Speicher umgestellt, den Toshiba für die schnelle XG5 nutzt. Die nächste Black SSD sollte (abgesehen von einer schwarzen Platine) solche Technik verwenden.

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ArcherV 21. Jun 2017

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