• IT-Karriere:
  • Services:

Waymo: Das fahrerlose Taxi wird Realität

Selbst für einen Autojournalisten ist es immer noch ein "surreales" Gefühl, in einem fahrerlosen Auto mitzufahren. Immerhin lässt Waymo nun solche Testfahrten ohne Aufpasser zu.

Artikel veröffentlicht am ,
Waymo testet fahrerlose Taxis ohne Sicherheitsfahrer.
Waymo testet fahrerlose Taxis ohne Sicherheitsfahrer. (Bild: Waymo)

Die Google-Schwesterfirma Waymo hat erstmals einem Journalisten eine Fahrt mit ihrem fahrerlosen Taxidienst im US-Bundesstaat Arizona erlaubt. Zwar hatte Waymo einen solchen Dienst ohne jeden Sicherheitsfahrer schon für Ende 2018 angekündigt, doch bislang den Start noch hinausgezögert. Nun konnte ein Journalist des US-Portals Techcrunch erstmals eine Fahrt mit dem autonomen Chrysler Pacifica buchen. Techcrunch hatte vor gut vier Wochen berichtet, dass Waymo tatsächlich den fahrerlosen Dienst ohne menschlichen Aufpasser starten wolle.

Stellenmarkt
  1. RWE Supply & Trading GmbH, Essen, London, Swindon (Großbritannien)
  2. Bayerische Versorgungskammer, München

Der Journalist Ed Niedermayer fuhr dabei mit einem Waymo-Taxi zehn Minuten lang durch Chandler, einem Vorort von Arizonas Hauptstadt Phoenix. In diesem Schönwettergebiet mit warmen Temperaturen und wenig Niederschlägen testet Waymo seit 2016 ausgiebig das autonome Fahren. Internen Statistiken zufolge wurden in den Monaten Juli und August 2019 nur 70 Prozent der Fahrten mit den höchstmöglichen Punkten bewertet. Bei 30 Prozent der Fahrten hätten die Nutzer etwas auszusetzen gehabt.

Fahren wie im surrealen Traum

Dennoch scheint Waymo nun zu der Überzeugung gekommen zu sein, seinen Dienst in einem eingeschränkten Areal einigen Hundert Kunden zur Verfügung zu stellen. Laut Niedermayer nennt Waymo keine genauen Zahlen, wie viele solcher Fahrten angeboten würden. Ein Nutzer könne zudem nicht ausdrücklich ein Auto ohne Sicherheitsfahrer bestellen. Dies hänge davon ab, ob gerade ein solches Fahrzeug in seiner Gegend unterwegs sei.

Nach eigenen Angaben ist Niedermayer seit 2016 auf öffentlichen Straßen in selbstfahrenden Autos unterwegs. Allerdings nie ohne Sicherheitsfahrer. "Es fühlt sich unweigerlich surreal an, einen leeren Fahrersitz mit einer Geschwindigkeit von 72 km/h zu sehen oder ein Lenkrad zu beobachten, das sich beim Fahren durch den Vorortverkehr im leeren Raum dreht", schreibt Niedermayer und fügt hinzu: "Die Empfindung ähnelt einem dieser Träume, in denen bis auf ein kleines Detail alles normal zu sein scheint - die Uhr mit einem menschlichem Gesicht oder eine gestiefelte Katze mit einem Spazierstock in der Hand."

Immer noch einige Mucken

Dabei habe das Auto alle Verkehrssituationen gemeistert. Es sei beeindruckend gewesen, wie der Waymo ohne besondere Linksabbiegerampel noch bei Gelb abgebogen sei oder sich der Geschwindigkeit der anderen Autos anpasse. Wie ein menschlicher Fahrer habe sich das Auto einem Stoppschild angenähert, um seine Halteabsicht zu signalisieren. Dennoch habe das System noch seine "Mucken", schreibt Niedermayer. Dazu zählten übervorsichtige Abstände im Verkehr oder eine "überaktive Pfadplanung". Doch einem normalen Nutzer wäre ein solches Verhalten möglicherweise gar nicht aufgefallen.

Laut Niedermayer wollte Waymo keine Angaben dazu machen, warum sich das Unternehmen nun entschieden habe, auf die Sicherheitsfahrer zu verzichten. Auch habe Produktchef Saswat Panigrahi nicht die Zahl der in Chandler gefahrenen Testkilometer nennen wollen. Ohne solche Details könne er jedoch nicht sagen, ob diese Testfahrt für Waymo das Erreichen einer bedeutsamen Zielvorgabe bedeute oder lediglich das Vertrauen in eine nicht besonders anspruchsvolle Route zeige. Dem Bericht zufolge bietet Waymo die völlig autonomen Fahrten in den Vororten Chandler, Mesa und Tempe an. Das Gebiet sei allerdings kleiner als das der übrigen Fahrten mit Sicherheitsfahrer.

Die Herausforderungen für Waymo sind trotz der erzielten Fortschritte weiterhin groß. Dazu zählt beispielsweise die Möglichkeit, ein Fahrzeug aus der Ferne zu steuern, wenn das autonome System überfordert ist. Auch die Interaktion der Fahrgäste mit einem Computer anstelle eines menschlichen Fahrers ist eines der Probleme, die die Waymo-Ingenieure noch lösen müssen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-82%) 11,00€
  2. 16,49€
  3. (u. a. Rage 2 für 11€, The Elder Scrolls V: Skyrim Special Edition für 11,99€, Doom Eternal...
  4. 22,99€

berritorre 08. Nov 2019

Ja, richtig. Aber echt, mit Schalter habe ich halt an einen echten "Schalter" im Sinn...

berritorre 05. Nov 2019

Die meisten neuen Ubahn-Linien dürften in den letzten 20 Jahren eigentlich alle fahrerlos...

DeepSpaceJourney 04. Nov 2019

Hättest du die anderen Beiträge auch noch gelesen, dann wüsstest du, dass der TE auch...

tco 04. Nov 2019

Das tut echt gut, die chefin plötzlich als Innovator Nr. 1 zu erleben! Erstaunliche...

berritorre 04. Nov 2019

So wird "der Russe" doch schon lange nicht mehr dargestellt. Er ist eher ein...


Folgen Sie uns
       


Gesichtertausch für Videokonferenzen mit Avatarify - Tutorial

Wir erklären, wie sich das eigene Gesicht durch ein beliebiges animiertes Foto ersetzen lässt.

Gesichtertausch für Videokonferenzen mit Avatarify - Tutorial Video aufrufen
Arlt-Komplett-PC ausprobiert: Mit Ryzen Pro wird der Büro-PC sparsam und flott
Arlt-Komplett-PC ausprobiert
Mit Ryzen Pro wird der Büro-PC sparsam und flott

Acht Kerne, schnelle integrierte Grafik, NVMe-SSD direkt an der CPU: Ein mit Ryzen Pro 4000G ausgestatteter Rechner ist vielseitig.
Ein Hands-on von Marc Sauter

  1. Udoo Bolt Gear Mini-PC stopft Ryzen-CPU in 13 x 13 Zentimeter
  2. Vermeer AMD soll Ryzen 4000 mit 5 nm statt 7 nm produzieren
  3. Vermeer AMD unterstützt Ryzen 4000 auf X470 und B450

Campus Networks: Wenn das 5G-Netz nicht jeden reinlässt
Campus Networks
Wenn das 5G-Netz nicht jeden reinlässt

Über private 4G- und 5G-Netze gibt es meist nur Buzzwords. Wir wollten von einer Telekom-Expertin wissen, was die Campusnetze wirklich können und was noch nicht.
Von Achim Sawall

  1. Funkstrahlung Bürgermeister in Oberbayern greifen 5G der Telekom an
  2. IRT Öffentlich-rechtlicher Rundfunk schließt Forschungszentrum
  3. Deutsche Telekom 5G im UMTS-Spektrum für die Hälfte der Bevölkerung

Funkverschmutzung: Wer stört hier?
Funkverschmutzung
Wer stört hier?

Ob WLAN, Bluetooth, IoT oder Radioteleskope - vor allem in den unlizenzierten Frequenzbändern funken immer mehr elektronische Geräte. Die Folge können Störungen und eine schlechtere Performance der Geräte sein.
Ein Bericht von Jan Rähm

  1. 450 MHz Bundesnetzagentur legt sich bei neuer Frequenzvergabe fest
  2. Aus Kostengründen Tschechien schafft alle Telefonzellen ab
  3. Telekom Bis Jahresende verschwinden ISDN und analoges Festnetz

    •  /