Wayland: Weston läuft auf DirectFB
DirectFB ist eine schlankere Alternative zum X.org-X-Server, die direkt auf die Hardware zugreifen kann. Das Grafiksystem wird deshalb in erster Linie von Spielen oder Embedded-Systemen verwendet, die X.org nicht einsetzen können oder wollen. Nun kann der Wayland-Referenz-Compositor Weston auch auf sämtlichen Plattformen, die DirectFB unterstützen, genutzt werden. Dies gilt auch für OpenGL-ES-Anwendungen, die via EGL angesprochen werden.
Das DirectFB-Team führt mit dem Weston-Patch(öffnet im neuen Fenster) außerdem eine "High-Level-Implementierung von EGL ein", die EGL United heißt. Diese soll eine komplette Implementierung der EGL-Spezifikation sein, inklusive aller Erweiterungen wie DirectFB-EGLImage oder der Wayland-Erweiterungen. Letztere sind in einem gewöhnlichen Modul zusammengefasst.
Gegenüber einem reinen Wayland-Client soll die Verwendung von DirectFB die Vorteile bieten, mehr als einen Buffer verwalten zu können, die Darstellung von Frames zeitlich mit ablaufenden Animationen abzugleichen und bereits existierende DirectFB-Clients einfach integrieren zu können. Außerdem soll es möglich sein, Wayland-Client-Fenster – sogenannte Surfaces – in DirectFB-Fenster zu wrappen.
So können Wayland-Clients theoretisch ohne Anpassung mittels DirectFB dargestellt werden. Optional kann aber auch auf DirectFB zugegriffen werden, um dessen Buffer oder die 2D-Beschleunigung zu nutzen. Anwendungen können zudem zur Laufzeit zwischen Weston, dem Ilixi-Compositor sowie dem Sawman Window-Manager wechseln.
Der zur Verfügung gestellte Patch ist für Weston 1.2 verfügbar und soll demnächst auch noch für den Hauptentwicklungszweig bereitgestellt werden, ebenso wie ein bereinigter und an den Wayland-Coding-Style angepasster Patch.
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