Wayland-Desktop: Nvidia bittet um Mitarbeit an Linux-Speicher-API

Seit rund eineinhalb Jahren arbeitet Nvidia an einem einheitlichen Speicher-API für den Linux-Grafikstack. Damit soll dann auch Wayland auf dem proprietären Nvidia-Treiber laufen. Für die bisherige Eigenlösung bittet der zuständige Entwickler James Jones bei der Community um Entschuldigung.

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Nividia will weiterhin eine einheitliche API zur Speicherzuweisung für Linux-Grafik.
Nividia will weiterhin eine einheitliche API zur Speicherzuweisung für Linux-Grafik. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Im Frühjahr 2016 stellte Nvidia eine Beta-Version seines proprietären Linux-Grafiktreibers vor, der auch den designierten X11-Nachfolger Wayland unterstützen sollte. Da Nvidia in einem technischen Detail aber einen anderen Weg ging als der Rest der Linux-Community, läuft eine Wayland-Sitzung der üblichen Linux-Desktops immer noch nicht auf dem proprietären Treiber. Der Nvidia-Angestellte und -Entwickler James Jones bittet die Community nun aber um Mitarbeit an einer gemeinsamen Lösung.

Inhalt:
  1. Wayland-Desktop: Nvidia bittet um Mitarbeit an Linux-Speicher-API
  2. Neue Lösung mit der Community

Die Arbeiten an dieser einheitlichen Lösung treibt Jones seit mehr als einem Jahr aktiv voran: Zunächst über eine Mailingliste, später auch auf der X.org Developers Conference (XDC), dem Jahrestreffen der Linux-Grafikentwickler. Aus den Diskussionen heraus ist ein Prototyp für die Speicherzuweisung entstanden, der sowohl für die Linux-Desktops unter Wayland als auch für andere Einsatzzwecke wie Embedded-Geräte oder auch Android einsetzbar sein soll.

Entschuldigung für EGLStreams

Die E-Mail für den aktuellen Vorschlag beginnt Jones mit der Bitte um Entschuldigung für die Art und Weise, wie Nvidia seinen alten Vorschlag für die sogenannten EGLStreams gehandhabt hat. "Ich verstehe jetzt, dass der dortige Entwicklungsprozess für die Community inakzeptabel war und wahrscheinlich viele gute Entwickler beleidigte", schreibt Jones.

Nvidia hat für seine Wayland-Unterstützung auf die Verwendung von EGL-Erweiterungen gesetzt. Dies hatte das Unternehmen zuvor bereits angekündigt und dann Patches für den Referenzcompositor von Wayland, Weston, bereitgestellt. Die freien Linux-Grafiktreiber nutzen jedoch den in der Userspace-Bibliothek Mesa enthaltenen Generic Buffer Manager (GBM), welcher Buffer zwischen Wayland-Client und -Compositor verwaltet. Das hat zur Folge, dass nicht nur Weston, sondern auch sämtliche anderen Wayland-Compositor eigens an den proprietären Nvidia-Treiber hätten angepasst werden müssen.

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Unter anderem deswegen äußerte etwa Daniel Vetter, der den Intel-Grafiktreiber betreut, an dem Konzept sehr starke Bedenken, die auch von vielen anderen Entwicklern geteilt wurden. Vetter erwarte nicht, dass der Code je von der Community akzeptiert und aufgenommen werde. Noch vor wenigen Wochen wiederholten die zuständigen Entwickler von KDE Plasma und Sway ihre Kritik an den EGLStreams, die sie nicht akzeptieren würden. Lediglich das Gnome-Team hat bisher versucht, gemeinsam mit Nvidia seinen Desktop an EGLStreams anzupassen.

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Neue Lösung mit der Community 
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