Wayback Machine unter Beschuss: Hacker attackieren Internet Archive per DDoS
Das Internet Archive hat seit Sonntag wiederholt mit Ausfällen seiner Dienste zu kämpfen, die auf eine DDoS-Attacke zurückzuführen sind. Auch Nutzer der Wayback Machine, mit der sich ältere Versionen von Webseiten einsehen lassen, sind davon betroffen. Wie der Betreiber in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) erklärt, wehrt sich das Internet Archive schon seit mehreren Tagen gegen den Angriff.
Die Datenbestände seien dadurch zwar nicht gefährdet, jedoch könne das Team die Stabilität der Dienste aufgrund des DDoS-Angriffs derzeit nicht gewährleisten. Die Angreifer übermittelten jede Sekunde "Zehntausende von gefälschten Informationsanfragen" an die Server des Projekts, heißt es. Wer hinter diesem Angriff stecke, sei noch unbekannt.
Ein Hin und Her mit den Angreifern
Brewster Kahle, Gründer und digitaler Bibliothekar des Internet Archive, beschreibt den Angriff als "anhaltend, wirkungsvoll, zielgerichtet, anpassungsfähig und vor allem gemein" . Das Team arbeite derzeit zusammen mit weiteren Unterstützern daran, die Abwehrmaßnahmen zu verstärken, um einen zuverlässigen Zugang zu den Diensten des gemeinnützigen Projektes zu ermöglichen.
"Zum Glück sind die Bestände sicher, aber es tut uns leid, dass der Denial-of-Service-Angriff uns in den letzten drei Tagen zeitweise vom Netz genommen hat" , so Kahle. Auf X hatte das Internet Archive schon am Montag auf die Attacke hingewiesen(öffnet im neuen Fenster) . "Es war ein Hin und Her mit den Angreifern. Wir haben einige Anpassungen vorgenommen, aber meine Güte" , heißt es dort.
Mehr als 866 Milliarden Webseiten archiviert
Die Wayback Machine ist ein beliebter Dienst, der Webseiten archiviert und es Benutzern ermöglicht, frühere Versionen davon aufzurufen. Nach Angaben des Internet Archive ist dort "die Geschichte von mehr als 866 Milliarden Webseiten" festgehalten. Auch die Golem-Redaktion greift zu Recherchezwecken hin und wieder auf die Wayback Machine zurück .
Wie dem Blogbeitrag des Internet Archive zu entnehmen ist, wird das Projekt aber auch noch auf anderer Ebene attackiert: Verbände der US-amerikanischen Buchverlage und Tonträgerindustrie hätten das Internet Archive wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen verklagt. Sie forderten von allen Bibliotheken Schadensersatz in Höhe von mehreren Hundert Millionen Dollar sowie eine Einschränkung ihrer Dienstleistungen.
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