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Waveshare EC200U: LTE und GNSS im Raspberry-Pi-Format

Voll ausgestattet für IoT -Projekte: Waveshares neuer SBC kommt mit allen erdenklichen Funkstandards. Bei der Software gibt es aber Einschränkungen.
/ Johannes Hiltscher
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Die Schnittstellen sind zum Raspberry Pi kompatibel, Linux kann der SBC aber nicht. (Bild: Waveshare)
Die Schnittstellen sind zum Raspberry Pi kompatibel, Linux kann der SBC aber nicht. Bild: Waveshare

Für IoT-Projekte brauchen Bastler oft noch einige Erweiterungen zum Mikrocontroller oder Single Board Computer (SBC). Das von Waveshare angebotene EC200U-Board(öffnet im neuen Fenster) soll die überflüssig machen, es unterstützt neben LTE-Mobilfunk diverse Navigationsstandards. Seine Schnittstellen für GPIO und Bildschirme (MIPI) sollen kompatibel zum Raspberry Pi und entsprechenden Erweiterungsplatinen sein.

Selbst entworfen hat Waveshare das Board allerdings nicht, es handelt sich um ein Evaluation-Board für das EC200U-Modul ( Datenblatt, PDF(öffnet im neuen Fenster) ) des chinesischen Herstellers Quectel.

Waveshare verspricht bis zu 10 Mbps über LTE im Downlink, im Uplink sollen bis zu 5 Mbps erreicht werden. Das Board verfügt über zwei Slots für SIM-Karten, einer davon im Nano-SIM-Format, auch eSIMs sollen unterstützt werden. Der ältere GSM-Standard wird ebenso unterstützt wie Bluetooth 4.2 und die Navigationssysteme GPS, Galileo, Glonass, Beidou sowie QZSS. Auch 802.11b WLAN ist verfügbar, hier kann das Modul allerdings nur empfangen. Für Bluetooth ist eine Antenne auf der Platine integriert, LTE und Navigation benötigen externe Antennen.

Eher Pico als Pi

Grundlage des verbauten EC200U-Moduls ist ein IoT-Chip namens 8910DM von Unisoc(öffnet im neuen Fenster) . Auf dessen Homepage erfahren wir, dass im Chip zwei mit 500 MHz getaktete Cortex-A5-Kerne arbeiten – die Leistung des Systems ist also eher mit der eines Raspberry Pi Pico als mit dessen großen Bruder zu vergleichen.

Dazu trägt auch der begrenzte Arbeitsspeicher bei: Gerade einmal 832 kByte können die eigenen Programme nutzen, das Dateisystem ist gar auf insgesamt nur 512 kByte begrenzt. Allerdings scheint auf dem Board noch ein Flash-Chip verbaut zu sein, zusätzlich gibt es einen SD-Karten-Slot zur Speichererweiterung. Ungewöhnlich: Auf der Unterseite des Boards lässt sich noch eine 4x4-Tastaturmatrix verlöten.

Gemacht für Python

Für die Software-Entwicklung scheint Quectel ausschließlich Python vorzusehen. Der Hersteller bietet mit Quecpython eine passende Laufzeitumgebung, ähnlich Micropython für den Raspberry Pi Pico oder andere Mikrocontroller.

Neben der eigenen Entwicklungsumgebung Qpycom bietet Quectel Plug-ins für den Editor Thonny sowie VSCode. Darüber soll auch Debugging möglich sein. Quectel stellt auch eine Anleitung für Entwickler(öffnet im neuen Fenster) bereit.

Preis und Verfügbarkeit

Das EC200U-Board kann über die Homepage von Waveshare bestellt werden und kostet rund 55 Euro. Eine LTE-Antenne liegt bei. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die EU-Variante ausgewählt ist, da auch eine Variante für Australien und Lateinamerika angeboten wird, die andere Frequenzen unterstützt. Dazu kommen noch Versandkosten, der Anbieter verschickt aus China. Das Board dürfte allerdings auch zeitnah bei deutschen Resellern verfügbar sein.


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