Display rutscht nach oben

Eine zweite Anpassung hat LG ebenfalls aufgrund der besseren Lesbarkeit vorgenommen: Die Watch W7 hat drei Knöpfe auf der rechten Seite; der obere ist lediglich dafür da, den Bildschirminhalt nach oben zu verschieben. Halten wir den Knopf gedrückt, rutscht die Anzeige um 50 Prozent nach oben und die Zeiger werden horizontal in eine Linie gebracht; dadurch wird beispielsweise Text lesbar, der in der Mitte des Displays von dem kreisrunden Ausschnitt der Zeiger überdeckt wird. Im Alltag haben wir diese Funktion nicht häufig verwenden müssen, da wir die Bildschirminhalte trotz Zeiger und des runden Ausschnitts in den meisten Fällen gut lesen konnten. Aber es ist sinnvoll, eine derartige Funktion für bestimmte Fälle zu integrieren.

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Der große Knopf in der Mitte des rechten Randes dient dazu, das App-Menü aufzurufen; halten wir ihn gedrückt, können wir uns direkt an den Google Assistant wenden. Eine praktische Besonderheit hat LG bei dem Button eingebaut: Wir können ihn drehen, um auf dem Display zu scrollen. Das finden wir in vielen Fällen viel besser, als mit unseren Fingern auf dem Touchscreen herumzutatschen.

  • LGs neue Smartwatch hat nicht nur ein Display, sondern auch physische Zeiger. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Dank der Zeiger lässt sich die Uhrzeit im ausgeschalteten Zustand leicht ablesen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Zeiger lassen sich nicht nur zur Zeitanzeige nutzen, sondern auch für andere Anwendungen - wie hier für eine Kompass-App. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Eine andere App, die die Zeiger verwendet: ein Barometer. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wohl aufgrund des Motors für die Zeiger fehlt der Watch W7 Platz für einen Pulsmesser. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auch einen NFC-Chip und einen GPS-Empfänger hat die Smartwatch nicht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Watch W7 ist nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Zeiger stören bei vielen Anwendungen kaum. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wir haben die App-Übersicht auf die Standardeinstellung von Wear OS eingestellt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das von LG vorinstallierte Menü benötigt fast zwei Sekunden, um zu laden - das dauert uns zu lange. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Die Zeiger lassen sich nicht nur zur Zeitanzeige nutzen, sondern auch für andere Anwendungen - wie hier für eine Kompass-App. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Der untere der drei Knöpfe ruft die sogenannten Master Tools auf. Diese Sammlung von kleinen Hilfsprogrammen nutzt die Zeiger der Watch W7, die sich nicht ausschließlich für die Zeitanzeige nutzen lassen. So können wir beispielsweise einen Timer aufrufen, der uns die verbleibende Zeit nicht nur digital, sondern auch mit den Zeigern anzeigt. Der Kompass, der Höhenmesser, die Stoppuhr und das Barometer verwenden ebenfalls die Zeiger. Diese rotieren automatisch in die passende Stellung, wenn wir eine der Anwendungen aufrufen, und auch wieder zurück zur aktuellen Uhrzeit, wenn wir die App verlassen.

Dieses System arbeitet recht sinnvoll automatisiert: Haben wir beispielsweise einen Timer gestellt, schaltet die Watch W7 automatisch nach einigen Sekunden den Bildschirm aus und die Zeiger rotieren wieder in die Uhrzeitstellung. Wir können dann auf die Uhr linsen und bequem die Zeit ablesen. Halten wir die Uhr hingegen wieder hoch und schauen drauf, geht das Display an, der Timer wird angezeigt und die Zeiger bewegen sich wieder in die aktuelle Timer-Stellung.

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Anhand der Master-Tools wird ersichtlich, dass in der Watch W7 kein normales Quartz-Uhrwerk arbeitet, sondern ein Motor für die Bewegungen der Zeiger verantwortlich ist. Dieser von LG als Mikrogetriebe bezeichnete Motor wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen Soprad entwickelt. Wir vermuten, dass das Getriebe durchaus Platz im insgesamt mit 13,5 mm für eine Smartwatch nicht besonders dicken Gehäuse wegnimmt - LG hat nämlich auf eine Reihe von Bauteilen verzichtet, die bei den meisten Smartwatches mittlerweile Standard sind.

Kein Pulsmesser, kein NFC, kein GPS

So hat die Watch W7 beispielsweise weder einen Pulsmesser, noch ein GPS-Modul. Für Fitnessanwendungen wie Laufen eignet sich die Uhr also überhaupt nicht. Ärgerlich ist, dass wir auch auf einen NFC-Chip verzichten müssen; dieser hätte nach dem Start von Google Pay in Deutschland für bequemes drahtloses Zahlen verwendet werden können. Unter dem Strich kann die Watch W7 also deutlich weniger, als es weitaus günstigere Smartwatches können. Die Frage ist, ob die Zeiger das Wegfallen dieser Funktionen rechtfertigen oder nicht.

Das lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten. Wenn man eine Smartwatch eher wegen der Benachrichtigungen und der Uhrzeit am Handgelenk trägt und nur ab und an mal das Wetter damit überprüft, dürften die cleveren Zeiger durchaus interessanter als ein Pulsmesser sein. Will jemand aber seine Smartwatch auch für Sport verwenden, kann er Hunderte smarte Zeiger haben - ohne GPS und Pulsmesser ist die Uhr für ihn eher unbrauchbar.

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 Watch W7 im Test: Zeiger statt FunktionenAkkulaufzeit als Smartwatch bestenfalls durchschnittlich 
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