Huawei Watch GT Runner 2: Verfügbarkeit und Fazit
Beim Kernthema GPS liefert die Uhr eine sehr solide Leistung. Im Vergleich zu aktuellen Sportuhren von Garmin (konkret eine Enduro 3) sehen die GPS-Strecken weniger verwackelt aus. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich durch eine genauere Messung oder durch algorithmische Glättung zustande kommt. Ich tippe auf eine Kombination aus beidem.
Auffällige Ausreißer hatte ich nie, selbst in engen Kurven und unter etwas schwierigeren Bedingungen (Wald) gab es keine Probleme. Die GPS-Fixzeiten sind angenehm kurz, fast immer findet die Watch GT Runner 2 das Satellitensignal einen Hauch schneller als die Garmin-Konkurrenz.
Auch Herzfrequenz- und Stressmessung arbeiten durchgehend zuverlässig – ein wichtiges Thema, über das ich hier aber keine weitere Aussagen treffen könnte. Im Grunde liefern Huawei und Garmin bei praktisch allen Daten die mehr oder weniger gleichen Werte.
Was den Akku angeht: Bis zu zwei Wochen im Smartwatch-Betrieb sind möglich, bei intensiver GPS-Nutzung sind laut Hersteller bis zu 32 Stunden drin.
Damit schafft die Huawei-Uhr minimal weniger als die Forerunner 970, die allerdings auch größer ist und mehr Platz für den Akku hat. Eine integrierte Taschenlampe, wie sie Garmin bei der Forerunner 970 bietet, fehlt bei der Huawei.
Nicht ganz rund läuft es bei der Software der Watch GT Runner 2. So lässt sich ein Training nur begrenzt unterbrechen und später fortsetzen. Ich kann eine einstündige Pause einlegen, während der die Aktivität im Hintergrund weiterläuft. Bei Garmin gibt es eine echte Später-fortsetzen-Option, die ich sehr oft nutze.
Eine Funktion zum Senden der Herzfrequenz an andere Geräte fehlt ebenso wie der Fahrradcomputer-Modus mit Spiegelung auf das Smartphone, wie ihn die schon genannte Watch GT 6 Pro hat. Externe Sensoren, etwa ein Herzfrequenzband, könnte ich per Bluetooth koppeln und anstelle des optischen Pulssensors verwenden.
Die Software wirkt ausgereift, bis auf ein Detail: Bei aktivierter Auto-Pause während eines Laufs startet die Aufzeichnung nach Stopps teils nicht wieder automatisch, sondern muss manuell fortgesetzt werden.
Auf der Uhr und in der App sehe ich dann eine viel zu kurze Distanzangabe, die Streckendarstellung ist aber korrekt und die zu Strava übertragenen Daten sind sogar vollständig.
Musik lässt sich direkt auf der Uhr speichern und über Bluetooth-Kopfhörer wiedergeben, zusätzlich ist eine Steuerung der Wiedergabe auf dem Smartphone möglich. Beim Bezahlen unterstützt die Watch GT Runner 2 zwar NFC, allerdings hängt die tatsächliche Nutzung stark von Region und Diensten ab. Die Watch GT Runner 2 ist in Deutschland(öffnet im neuen Fenster) ab sofort für 400 Euro erhältlich. Zum Vergleich: Die Garmin Forerunner 970 kostet rund 750 Euro.
Fazit
Bei der Huawei Watch GT Runner 2 überzeugt mich vor allem die tolle Hardware. Größe und Gewicht sind sehr gut gewählt, das Titan-Gehäuse wirkt hochwertig und das Display ist super ablesbar. Über die Farbgebung der Armbänder kann man sich streiten, das Material ist aber angenehm zu tragen und nach dem Sport schnell gewaschen und getrocknet.
Bedienung und Darstellung sind flüssig, das Gesamtpaket wirkt durchdacht. Die Einschätzung der Software hängt vom Nutzer ab. Wer einfach laufen will, bekommt ein rundes Gesamtpaket: präzises GPS im Alltag, zuverlässige Herzfrequenz- und Stressmessung, schnelle Fixzeiten sowie sinnvolle Funktionen wie Marathonmodus und Trainingsanalysen.
Einige Features fehlen mir allerdings oder sind weniger gut umgesetzt – etwa beim Unterbrechen von Aktivitäten oder beim Senden von Herzfrequenzdaten. Auch die unzuverlässige Auto-Pause trübt den Eindruck.
Unterm Strich ist die Watch GT Runner 2 dennoch eine starke Laufuhr mit sehr guter Hardware und überzeugenden Kernfunktionen. Wer ein schickes, sehr angenehm zu tragendes Wearable für den Alltag und für unkomplizierte Sportaktivitäten sucht, sollte der Uhr die verdiente Chance geben.
Peter Steinlechner liebt Laufen, normalerweise schafft er 150 bis 200 Kilometer im Monat. Meist hat er Hund Charly dabei sowie jede Menge Technik: mindestens eine Laufuhr – manchmal noch eine zweite – dazu Kamera(s) und/oder Drohne(n) und ganz gelegentlich weitere Extras.
- Anzeige Hier geht es zur Garmin Fenix 8 bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.