Wasserstoffwirtschaft: Bosch entwickelt Wasseraufbereitungs- und H2-Anlagen

Bosch erweitert sein Tätigkeitsfeld und entwickelt Technologien zur Wasseraufbereitung(öffnet im neuen Fenster) , um den wachsenden Bedarf an grünem Wasserstoff zu decken. Neben der herkömmlichen Umkehr-Osmose-Methode wird Bosch zukünftig speziell entwickelte Anlagen für abgelegene Gebiete und Offshore-Standorte anbieten.
Die Wasseraufbereitung ist ein Bestandteil der Wasserstoff-Wertschöpfungskette, da hochreines Wasser für die Elektrolyse benötigt wird. Die von Bosch konzipierten Anlagen sollen robust und wartungsarm sein und eine wirtschaftliche und umweltschonende Wasseraufbereitung selbst in entlegenen Gebieten ermöglichen.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Lösungen auf dem Markt erfordert die Technik nach Herstellerangaben keinen Einsatz von Chemikalien. Mit diesem Schritt vervollständigt Bosch sein Angebot, indem es Technologien für die Wasseraufbereitung, Wasserstoffproduktion, -kompression, -speicherung und -anwendung in verschiedenen Sektoren entwickelt.
Die Elektrolyseure, die zur Wasserstoffproduktion verwendet werden, sind auf hochreines Wasser angewiesen. Selbst geringfügige Verunreinigungen können die Elektrolyseure schnell kaputt machen.
In Zukunft wird Wasserstoff nach Ansicht von Bosch vermehrt in Regionen gewonnen, in denen Wind oder Sonne reichlich vorhanden sind, beispielsweise in Afrika, Südamerika oder Nordeuropa. Die Herausforderungen in Offshore- und Wüstengebieten sind besonders anspruchsvoll, da salzhaltiges Wasser, hohe Wasserhärte und große Entfernungen zu den technischen Anlagen die Wasseraufbereitung erschweren. Daher besteht ein großer Bedarf an speziellen Anlagen.
Bosch geht davon aus, dass ab 2035 weltweit jährlich rund 500 dieser Spezialanlagen zur Wasseraufbereitung benötigt werden. Die von Bosch entwickelten Anlagen nutzen thermische und elektrochemische Verfahren, um Mineralien aus dem Wasser zu entfernen und hochreines Wasser zu gewinnen. Durch einen Aufbereitungsprozess ohne Filtermedien kann auf den Einsatz von Chemikalien vollständig verzichtet werden.
Hoher Bedarf an hochreinem Wasser
Der Bedarf an hochreinem Wasser für Wasserstoffprojekte weltweit ist laut dem Hersteller enorm. Bosch rechnet damit, dass für die Elektrolyse zur Erreichung der Pariser Klimaziele ab 2050 jährlich etwa vier Kubikkilometer Prozesswasser benötigt werden - das entspricht mehr als dem Volumen des Starnberger Sees.
Auch in Deutschland sind die Pläne ambitioniert. Die Bundesregierung will bis 2030 Elektrolyseure mit einer Leistung von zehn Gigawatt installieren. Auf europäischer Ebene strebt die EU bis 2030 eine Elektrolyseleistung von 40 Gigawatt und eine Erzeugung von bis zu zehn Millionen Tonnen erneuerbarem Wasserstoff an.
Für die Wasseraufbereitung in bereits erschlossenen Gebieten bietet Bosch Industrieanlagen an, die mithilfe von Umkehrosmose-Verfahren und Ionentauschern aus Leitungswasser hochreines Wasser für Elektrolyseure herstellen können.
Die Technologie zur Wasseraufbereitung wird am 13. Juli 2023 auf dem Bosch Tech Day in Stuttgart-Feuerbach vorgestellt.



