Wasserstoffstrategie: Drei Nordländer werden zum Reallabor

Rund 25 Projekte sollen in Norddeutschland zeigen, wie eine Wasserstoffstrategie in die Praxis umgesetzt werden kann.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Wasserstoff soll als Energieträger künftig eine wichtige Rolle spielen.
Wasserstoff soll als Energieträger künftig eine wichtige Rolle spielen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Die Energiewende im Norden geht in eine neue Phase. Rund 50 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wollen mit 25 Projekten zeigen, dass Wasserstoff künftig die Schlüsselrolle für eine Kohlendioxid-freie Energieversorgung einnehmen kann. Im Rahmen des Norddeutschen Reallabors sind in den kommenden Jahren Investitionen von 355 Millionen Euro geplant, davon 122 Millionen Euro als staatliche Förderung. Das teilte Projektleiter Werner Beba nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag in Hamburg mit.

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Anders als beim Vorläuferprojekt Norddeutsche Energiewende (NEW 4.0) sind nicht nur Hamburg und Schleswig-Holstein beteiligt, sondern erstmals auch Mecklenburg-Vorpommern. Geplant sind zwölf große Demonstrationsanlagen und -projekte für die Erzeugung und Verwendung von "grünem", das heißt regenerativ erzeugtem Wasserstoff. "Es geht um eine ganzheitliche Transformation des Energiesystems", sagte Beba. Bereits innerhalb des Projektes sollen mehr als 500.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr eingespart werden. Ziel ist es, den Entwicklungspfad aufzuzeigen, wie bis 2035 in der Region 75 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden können.

Bundesweite und regionale Wasserstoffstrategien

Die norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein beschlossen bereits im November 2019 eine gemeinsame Wasserstoffstrategie. Demnach sollen die Kapazitäten für die Erzeugung von Wasserstoff durch Elektrolyse ausgebaut werden. Dazu soll Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt werden, etwa Windstrom aus Offshore-Anlagen.

Das Norddeutsche Reallabor fügt sich zudem in die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung ein, die am 10. Juni 2020 vorgestellt wurde. Dabei soll Wasserstoff nicht allein als Treibstoff im Verkehrssektor eingesetzt werden, sondern als universeller Energieträger, erzeugt mit Ökostrom, in allen Wirtschaftsbereichen Anwendung finden. Diese Sektorkopplung soll neue Nutzungspfade für den Wasserstoff erschließen, insbesondere in der Industrie. Damit sollen wirtschaftliche Impulse für den Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft erreicht werden. "Wir brauchen dafür ein tiefes Verständnis der Systeme und Prozesse", sagte Beba.

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Mit den geplanten Projekten soll im kommenden Jahr begonnen werden. Sie betreffen Mobilität und Verkehr, also zum Beispiel den Einsatz von Wasserstoffbussen, aber auch die Versorgung der Hamburger Haushalte mit Wärme und vor allem mehrere große industrielle Anwendungen. Eines der größten Projekte ist die Errichtung einer Elektrolyse mit einer Kapazität von 25 Megawatt im Hamburger Hafen durch das Energieunternehmen Hansewerk. "Die Industrie verantwortet rund ein Viertel der CO2-Emissionen", sagte Hansewerk-Chef Matthias Boxberger, der auch dem Industrieverband Hamburg (IVH) vorsteht.

Ein großer Abnehmer von Wasserstoff ist das Unternehmen H+R, das spezielle Chemikalien und Produkte vor allem aus Rohöl herstellt. Dort sieht man noch einigen Handlungsbedarf. "Die staatlich verursachten Strompreisbestandteile sind ein Nachteil im internationalen Wettbewerb", sagte Detlev Wösten von H+R. Die Regulatorik auf den Energiemärkten müsse verändert werden, damit die Verwendung von Wasserstoff wirtschaftlich werde. "Unser System macht die Technik teuer, deshalb müssen Steuern und Abgaben auf den Prüfstand."

Das Vorgängerprojekt NEW 4.0 soll bis zum Ende des Jahres abgeschlossen werden. Es sollte zeigen, dass Hamburg und Schleswig-Holstein rechnerisch ("bilanziell") gemeinsam mit regenerativ erzeugtem Strom versorgt werden könnten. Der Abschlussbericht für das Projekt sei bereits in Arbeit, sagte Beba. Neben der regionalen Erweiterung auf Mecklenburg-Vorpommern sei ein wesentlicher Unterschied des neuen Projektes, dass es nicht auf den Strombereich beschränkt sei, sondern die Energieversorgung für alle Bereiche der Wirtschaft in den Blick nehme.

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