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Wasserstoffspeicher: Potenzial unterirdischer Speicher bisher unterschätzt

Eine Analyse zeigt große Speichermöglichkeiten für Wasserstoff in Süddeutschland, die bisher noch nicht berücksichtigt wurden.
/ Mario Petzold
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Untergrundgasspeicher in Bad Lauchstädt, Sachsen-Anhalt (Bild: Getty Images/Stringer)
Untergrundgasspeicher in Bad Lauchstädt, Sachsen-Anhalt Bild: Getty Images/Stringer

In einem Projekt der Technischen Universität München(öffnet im neuen Fenster) sind potenzielle Speicher für Wasserstoff untersucht worden. Dabei zeigt sich, dass die geologischen Formationen in Südbayern enorme Mengen an Energie zwischenspeichern können.

Laut der Analyse lässt sich in Erdgasfeldern ähnlich viel Wasserstoff speichern wie in vorhandenen Gasspeichern. Hinzu kämen Erdölfelder und natürliche, poröse Gesteinsschichten, die ungefähr 20 Prozent der Gesamtspeicherkapazität ausmachten. Zusammen könnten alle Speicher bis zu 25 Terawattstunden Energie einlagern.

Die 25 größten dieser Speicher machen etwa 96 Prozent der Gesamtkapazität aus. Fast alle Speicher befinden sich im Bayerischen Molassebecken(öffnet im neuen Fenster), auch Voralptrog genannt, zwischen München und Rosenheim.

Kein Vergleich zu Gasspeichern

Laut Nationalem Wasserstoffrat(öffnet im neuen Fenster) kann zudem in den norddeutschen Salzkavernen Wasserstoff mit einem Gesamtenergiegehalt von 33 Terawattstunden zwischengespeichert werden. Zusammen mit den bayerischen Speichern ergibt das 60 Terawattstunden, die – in Strom umgewandelt – aktuell für einen ganzen Monat, perspektivisch, bei steigendem Stromverbrauch, für 14 Tage ausreichen könnten. Gemeint ist hier die Versorgung von ganz Deutschland, ausgehend vom durchschnittlichen Verbrauch.

Im Vergleich zur Kapazität aller deutschen Gasspeicher, die zusammen 240 Terawattstunden aufnehmen können, klingt das zunächst nach wenig. Die Gasspeicher sind jedoch für einen kompletten Winter ausgelegt, Wasserstoffspeicher sollen dagegen in Phasen mit wenig Wind und Sonne einspringen. Diese halten nur in den seltensten Fällen länger als fünf Tage an.

Wasserstoff ist kein Erdgas

Entsprechend optimistisch zeigt sich zum Beispiel das bayerische Wirtschaftsministerium aufgrund der vergleichsweise hohen Speicherkapazitäten. Ob die maximal mögliche Speicherfähigkeit erreicht wird, muss sich allerdings noch zeigen.

Wasserstoffmoleküle sind wesentlich kleiner als Methan und ähnliche organische Verbindungen und können daher nicht überall gespeichert werden, wo auch Erdgas gelagert wird. Zudem verhält sich Wasserstoff teils sehr aggressiv gegenüber Stahllegierungen. Für bestehende Gasspeicher sind dementsprechend aufwendige Anpassungen nötig.


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