Wasserstoff: Westküste 100 bekommt vorerst keinen Elektrolyseur

Erst einmal kein Wasserstoff von der Küste: Der geplante Elektrolyseur in Heide, der mit Hilfe von Windstrom grünen Wasserstoff erzeugen sollte, wird doch nicht gebaut. Grund sind die Kosten.
In Hemmingstedt in Schleswig-Holstein wollte das Unternehmen H2 Westküste GmbH eine Elektrolyseur mit einer Leistung von 30 Megawatt bauen. Die Anlage sollte der Kern des Reallabors Westküste 100 werden. Das Projekt sei gestoppt worden, berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR)(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eine Pressemitteilung der H2 Westküste GmbH.
Die Wirtschaftlichkeit ist nicht gegeben
Ein solches Projekt lebe von der Wirtschaftlichkeit. Die sei aber nicht gegeben, sagte Jörg Kubitza, Deutschland-Chef von Ørsted, dem NDR. Die Kosten müssten stimmen, und es müsse ein Markt geschaffen werden. Beides sei hier nicht der Fall. Der dänische Energieversorger Ørsted ist einer der Anteilseigner von H2 Westküste GmbH. Die anderen sind die Raffinerie Heide und Hynamics, eine Tochter des französischen Energieversorgers Électricité de France (EDF).
Die Idee des 2020 gegründeten Projekts war, mit Windstrom Wasserstoff zu gewinnen, statt die Windräder zu stoppen, wenn sie keinen Strom ins Netz einspeisen können. Der Wasserstoff sollte von der Industrie genutzt werden, als Treibstoff für Fahrzeuge sowie zum Heizen: In einem Stadtteil von Heide sollte der grüne Wasserstoff dem Erdgas beigemischt werden.
Die Voraussetzungen dafür sind gegeben: Die Raffinerie Heide verfügt seit langem über eine Wasserstoffpipeline. Zudem stehen unterirdische Salzkavernen zur Verfügung, in denen der Wasserstoff gespeichert werden könnte.
Dass der 30-Megawatt-Elektrolyseur nicht gebaut wird, bedeutet jedoch nicht das Ende von Westküste 100 als Ganzem. Das Projekt Hyscale 100 läuft weiter. Es soll deutlich größer werden: Bis 2026 soll in der Raffinerie Heide eine Elektrolysekapazität von insgesamt 500 Megawatt gebaut werden. Beteiligt sind neben Hynamics, Ørsted und der Raffinerie Heide noch der Schweizer Baustoffproduzent Holcim.



