Wasserstoff: Natürliche Quellen sollen angezapft werden
Sogenannter weißer, also natürlich vorkommender molekularer Wasserstoff kann das Klima zwar nicht retten, aber die Energiewende unterstützen. Die Erde selbst produziert den Energieträger an vielen Orten der Welt. Doch nur im westafrikanischen Krisenland Mali wird er genutzt, wenn auch nur in geringen Mengen.
Dort produziert ein kleiner Generator, angetrieben von einem Wasserstoffmotor, Strom für das Dorf Bourakébougou(öffnet im neuen Fenster) , 60 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Bamako. Das Gas tritt mit einem Druck von vier Bar aus, und das schon seit Jahren. Also muss es sich in der Tiefe immer wieder erneuern. Mengenmäßig ist es wohl nicht viel.
Derzeit sucht Alain Prinzhofer, Leiter des Institut de Physique du Globe de Paris, mit seinem Team mithilfe von Bohrungen nach weiteren Wasserstoffquellen in diesem Gebiet. Er vermutet, dass dort von der Natur in fünf übereinanderliegenden Schichten Wasserstoff produziert wird.
Eisen entreißt dem Wasser Sauerstoff
Wasserstoff entsteht im Untergrund durch Reaktionen zwischen Eisen und Wasser bei bestimmten Temperaturen und Drücken. Bei der Rostbildung entreißt das Eisen dem Wasser den Sauerstoff. Übrig bleibt Wasserstoff.
Im Rahmen einer Forschungs- und Innovationspartnerschaft zwischen der Europäischen und der Afrikanischen Union ist das Projekt Hyafrica angelaufen – das steht für Towards a next-generation renewable energy source – a natural hydrogen solution for power supply in Africa -, das die Möglichkeit untersuchen soll, natürlichen Wasserstoff zur Energieversorgung des Kontinents einzusetzen, vor allem zur Stromproduktion, vielleicht sogar für den Export. Beteiligt sind zahlreiche Forschungseinrichtungen in Europa und Afrika.
Hyafrica will das Nutzungspotenzial des natürlich vorkommenden Wasserstoffs im lokalen Energiesystem vor allem in Marokko, Mozambique, Südafrika und Togo untersuchen. Diese sich ständig erneuernde Ressource habe das Potenzial, eine kostengünstige, klimafreundliche Ergänzung zur Herstellung von Wasserstoff mit erneuerbaren Energien zu sein, ohne die negativen Auswirkungen auf Landnutzung, Wasserverbrauch und Rohstoffversorgung, die mit der industriellen Produktion von blauem und grünem Wasserstoff verbunden seien, erklärte Hyafrica.
"Oranger" Wasserstoff im Visier
Parallel zu der Hyafrica-Initiative schlagen Forscher in Frankreich vor, Untergründe zu finden, die die Voraussetzungen für die Produktion von Wasserstoff bieten, also nicht korrodiertes Eisen enthalten. Dort könne man Wasser injizieren, das mit dem Eisen reagiere, so dass Wasserstoff frei werde. Die Idee zur Herstellung dieses "orangen" Wasserstoffs existiert allerdings bisher nur auf dem Papier.
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