Wasserstoff-Hybrid-Motor: Umgerüsteter Dieselmotor verbraucht 24 Prozent weniger
Das Start-up Newlight(öffnet im neuen Fenster) aus Alameda in Kalifornien, USA, hat sein Wasserstoff-Hybrid-System an einem 200 Meter langen Großtransporter auf offener See getestet. Auf der Reise von Singapur nach Ghana, eine Strecke von 8.500 Seemeilen beziehungsweise 15.700 km, konnte der Verbrauch des Schiffsdiesels um 24 Prozent gesenkt werden, der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid um 28 Prozent.
Das gelang durch einen Umbau, bei dem der ursprüngliche Antrieb sowie die Treibstoffversorgung erhalten blieben. Eine laut Start-up durch künstliche Intelligenz unterstützte Verbrennungssteuerung und die parallele Einspritzung von Wasserstoff in den laufenden Motor sind für die Effizienzsteigerung verantwortlich.
Dabei wird permanent überwacht, ob sich alle Motorwerte im sicheren beziehungsweise optimalen Bereich befinden. Danach entscheidet sich, wie hoch der Anteil des eingespritzten Wasserstoffs ausfällt.
Sofortige Kosteneinsparung
Laut dem Bericht ließe sich anhand der in der Testfahrt ermittelten Optimierung pro Jahr ein Betrag von mindestens 500.000 US-Dollar einsparen, bei Installationskosten von 750.000 US-Dollar. Demnach spart das System auf dem ausgerüsteten Schiff jährlich Dieselkraftstoff im Wert von 2,5 Millionen Dollar ein, benötigt aber nur Wasserstoff im Wert von 1,8 Millionen. Wie hoch der H2-Verbrauch ist und wie die Zahlen konkret zustande kommen, bleibt allerdings unklar.
12 weitere Schiffe sollen bereits für eine Umrüstung vorgesehen sein, die innerhalb von ein bis zwei Wochen realisiert werden kann. Wie Newslight selbst bekannt gibt, sind für das kommende Jahr zudem flottenweise Umrüstungen geplant. Weil die Schiffe auch ohne Wasserstoff fahren könnten, besteht keine Abhängigkeit von einer Wasserstoffinfrastruktur, die noch nicht ansatzweise aufgebaut ist.
Unabhängige Tests der Umrüstung gibt es bislang aber noch nicht. So bleibt zum Beispiel unklar, wie stark die Effizienz des Dieselmotors allein durch die verbesserte Steuerung ansteigt, wie viel Wasserstoff tatsächlich eingespritzt wird und wie hoch die Einsparungen bei bereits hochoptimierten Dieselaggregaten ausfallen würden.
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