Wasserstoff-Forschungszentrum: Gute Gründe für Vier-Standorte-Lösung

Chemnitz hätte das Wasserstoff-Forschungszentrum gerne allein gehabt. Dass es aufgeteilt wird, ärgert die Sachsen. Allerdings gibt es für die Entscheidung inhaltliche Gründe.

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Das auffälligste Bauwerk in Chemnitz ist der Schornstein des Kohlekraftwerks - künftig will man dort umweltfreundlichere Energieformen erforschen.
Das auffälligste Bauwerk in Chemnitz ist der Schornstein des Kohlekraftwerks - künftig will man dort umweltfreundlichere Energieformen erforschen. (Bild: Backe0112/Wikimedia Commons/CC-BY-SA 4.0)

Es ist ein Projekt mit knapp 300 Millionen Euro Fördersumme: das Innovations- und Technologiezentrum Wasserstofftechnologie, in dem bald Wasserstofftechnologien für den Verkehrssektor erforscht werden sollen. 15 Standorte hatten sich dafür beworben, vor allem die sächsische Stadt Chemnitz rechnete sich gute Chancen aus, den Zuschlag zu bekommen. Am Ende entschied das Verkehrsministerium aber, dass das Geld aufgeteilt wird: auf Chemnitz, den bayrischen Ort Pfeffenhausen, Duisburg sowie mehrere Standorte in Norddeutschland.

Inhalt:
  1. Wasserstoff-Forschungszentrum: Gute Gründe für Vier-Standorte-Lösung
  2. Schiene, Straße, Flug- und Schiffsverkehr

Die Entscheidung, die das Ministerium im September bekannt gegeben hat, war nicht unumstritten. Insbesondere in Sachsen waren einige verärgert, da sie gehofft hatten, die gesamte Fördersumme könnte dort landen. Der implizite Vorwurf dabei: Der scheidende CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer habe Chemnitz ausgebootet und den Großteil des Geldes nach Bayern geholt.

Doch ein Gutachten, das Golem.de mit Hilfe des Informationsfreiheitsgesetzes erhalten hat, legt nahe, dass es für die Entscheidung durchaus gute Gründe gab. Das Gutachten kann über die Plattform Frag den Staat eingesehen werden.

Kritik aus Sachsen an der Standortentscheidung

Der MDR hatte bereits kurz nach der Entscheidung über die Kritik berichtet. Dort zitierte man etwa den Chemnitzer SPD-Bundestagsabgeordneten Detlef Müller, der darauf verwies, dass die Bewerbung von Chemnitz in einem Gutachten auf dem ersten Platz gelandet sei.

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Dass Chemnitz in dem Gutachten der Firma Prognos am besten abgeschnitten hat, ist korrekt. Es wurden Punkte für die verschiedenen Konzepte vergeben und Chemnitz schnitt dabei mit 40,9 Punkten am besten ab. Pfeffenhausen erhielt 36,6 Punkte, Duisburg 36,4 und das norddeutsche Konzept 33,5.

Allerdings lassen die Gutachter auch wenig Zweifel daran, dass sie eine Lösung mit mehreren Standorten bevorzugen. Sie schreiben: "In den Vorüberlegungen zum Gesamtkonzept zeigte sich ein Konzept mit mehreren Standorten klar überlegen gegenüber einem Konzept mit nur einem Standort." Und weiter heißt es: "Keines der Konzepte deckt alle geforderten Funktionen, Brennstoffe und Verkehrsträger alleine ab."

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Schiene, Straße, Flug- und Schiffsverkehr 
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