Wasserstoff: Chinesische Forscher entwickeln Elektrolyseur für Meerwasser

Wasserstoff aus Meerwasser: Um Wasserstoff herzustellen, braucht man Wasser. Süßwasser ist jedoch in vielen Gegenden der Erde knapp. Salzwasser hingegen gibt es in den Ozeanen in große Menge. Ein Team aus China hat ein System entwickelt, das Wasserstoff aus Salzwasser gewinnt, ohne dass dieses dafür entsalzt werden muss.
Kern des Systems ist eine Membran, die nur durchlässig für Wasserdampf ist, nicht aber für flüssiges Wasser. Auf ihrer einen Seite befindet sich Meerwasser, auf der anderen konzentrierte Kalilauge. Darin sind Elektroden, die das Wasser spalten, in dem das Kaliumhydroxid gelöst ist.
Durch die Spaltung des Wassers erhöht sich die Konzentration der KOH-Lösung. Dadurch wird es für das Wasser energetisch günstig, vom Meerwasser durch die Membran zu diffundieren und das KOH zu verdünnen.
Salzwasser korrodiert Elektroden
Vorteil des Systems ist, dass Meerwasser direkt verarbeitet werden kann, ohne dass es entsalzt werden muss. Das ist notwendig, weil das salzige Meerwasser sonst die Elektroden schnell korrodiert. Für die Entsalzung wird Strom benötigt, was die Elektrolyse von Meerwasser nach Angaben der Entwickler wirtschaftlich weniger attraktiv macht.
Das Team von der Universität in Shenzhen um Heping Xie hat einen Demonstrator gebaut und diesen mit Meerwasser aus der Shenzhen-Bay getestet. Dieser habe über 3.200 Stunden lang unter praktischen Anwendungsbedingungen ohne Ausfall funktioniert, schreibt das Team in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Nature(öffnet im neuen Fenster) . Dabei benötigte das System in etwa so viel Energie wie ein konventioneller Elektrolyseur, was bedeutet, dass das Konzept funktioniert.
Als Nächstes will das Team seine Entwicklung noch effizienter machen, etwa durch den Einsatz anderer Salze.



