Wasserstoff: Bundesregierung ebnet Weg für goldenen Wasserstoff
In einem Referentenentwurf(öffnet im neuen Fenster) zum Gesetz für die Beschleunigung des Ausbaus der Wasserstoffinfrastruktur stecken vor allem in der Begründung ein paar spannende Hinweise auf die Zukunft des Energieträgers. So wird natürlichem Wasserstoff, auch goldener oder weißer Wasserstoff genannt, eine wachsende Bedeutung zugestanden.
Laut dem Text sollen die Landesbergbauämter darauf hingewiesen haben, dass davon ausgegangen werden kann, durch Tiefenbohrungen – wie beim Abbau von Erdgas und durch Geothermieprojekte – entsprechende Lagerstätten ausfindig gemacht werden können. Wenn der Wasserstoff weiterhin als bergfreier Bodenschatz(öffnet im neuen Fenster) deklariert würde, könnte er unabhängig vom jeweiligen Grundeigentum abgebaut werden.
Gestrichen werden soll in diesem Zusammenhang eine Passage im Gesetzestext, die bisher eine hauptsächliche Gewinnung von Wasserstoff durch erneuerbare Energien vorschreibt. Das wäre bei natürlich vorkommendem Wasserstoff kaum zu realisieren, aber auch nicht notwendig.
Weißer Wasserstoff könnte Energieversorgung revolutionieren
Der Abbau natürlicher Wasserstoffvorkommen wäre die mit Abstand energiesparendste Möglichkeit, an den begehrten Treibstoff zu gelangen. Seitdem mehrere natürliche Vorkommen weltweit entdeckt wurden, wurde die Forschung dazu intensiviert. Mehrere Studien räumen der Energiequelle ein riesiges Potenzial ein.
Es braucht lediglich Wasser und Metalle im Boden sowie eine ausreichend dichte Mineralschicht, um Wasserstoff zu erzeugen und unter der Erde festzuhalten. Die potenziellen Reserven könnten die Menschheit Hunderte Jahre mit Energie versorgen.
Elektrolyse und Transport sollen einfacher werden
Auch die Vorschrift, geplante Elektrolyseure spätestens 2029 mit 80 Prozent erneuerbaren Energien betreiben zu müssen, wurde gestrichen. Damit sollen die schleppenden Planungsverfahren angeschoben werden, da es kaum möglich ist, bereits heute die Einhaltung dieser Vorgabe zusichern zu können.
Es könnte aber auch dazu führen, dass der Wasserstoff mit anderen Stromquellen gewonnen wird. Denkbar wäre importierter Atomstrom, wobei die Überproduktion aus Windkraft- und Solarparks weiterhin die günstigste Energiequelle für die Elektrolyse sein dürfte.
Auch zu enge Vorgaben beim Transport und der Speicherung von Wasserstoff werden im Gesetzentwurf fallengelassen, um überhaupt eine Wasserstoffwirtschaft etablieren zu können. Die negativen Umweltauswirkungen dürften minimal sein. Nach dem Gesetzentwurf geht man bis zum Jahr 2030 davon aus, dass deutschlandweit deutlich weniger als hundert größere Elektrolyseure in Betrieb sein werden.
Wasserstoff bleibt teuer und selten
Das liegt am Preis für die Technik und am geringen Wirkungsgrad entlang der gesamten Produktionskette. Ursprünglich sollte Wasserstoff als Energiespeicher für erneuerbaren Strom dienen.
Mittlerweile aber kosten Batterien nur noch einen Bruchteil im Vergleich zu den Prognosen zu Beginn der Energiewende. Diese können darüber hinaus 90 Prozent des Stroms wieder abgeben. Bei Wasserstoff sind es weniger als 30 Prozent. Die Bedeutung des Rohstoffs wird deshalb wesentlich geringer eingeschätzt als ehemals angedacht.
Sollte dagegen wirklich natürlicher Wasserstoff in nennenswerten Mengen gefördert werden können, wäre der Treibstoff mit einem Schlag den konkurrierenden Energiequellen voraus.
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