Wasserstoff: Ammoniak- statt Erdgasimport in Wilhelmshaven

Der Konzern Uniper will in Wilhelmshaven grünes Ammoniak importieren und Wasserstoff daraus gewinnen. Beerdigt werden Pläne für ein Erdgas-Terminal.

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Bald ein Wasserstoff-Hub in Wilhelmshaven? Zumindest kündigt das der Energiekonzern Uniper an, der dort bisher ein Kohlekraftwerk betreibt.
Bald ein Wasserstoff-Hub in Wilhelmshaven? Zumindest kündigt das der Energiekonzern Uniper an, der dort bisher ein Kohlekraftwerk betreibt. (Bild: Bundesanstalt für Wasserbau / Wikimedia Commons/CC-BY 2.0)

In Wilhelmshaven könnte in einigen Jahren ein Importterminal für grün produziertes Ammoniak-Gas gebaut werden. Entsprechende Pläne hat der Energiekonzern Uniper bekannt gegeben. Mittels Ammoniak importierter Wasserstoff könnte einen erheblichen Teil des deutschen Wasserstoffbedarfs decken. Gleichzeitig kündigte Uniper an, Pläne für ein Importterminal für verflüssigtes Erdgas (LNG, Liquefied Natural Gas) nicht weiter zu verfolgen.

Neben dem Importterminal gibt es Pläne für eine Wasserstoff-Elektrolyseanlage und eine Stahl-Direktreduktionsanlage. Uniper spricht davon, dass Wilhelmshaven zu einem Knotenpunkt für klimafreundlichen Wasserstoff werden könnte.

Ammoniak als Wasserstoff-Transportmedium

Ammoniak ist eine chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff und gilt als eine Möglichkeit, Wasserstoff zu transportieren. Das Ammoniak kann entweder direkt genutzt werden, beispielsweise als Rohstoff in der Düngemittelproduktion, oder der Wasserstoff wird daraus zurückgewonnen. Für Letzteres plant Uniper eine Wasserstoff-Split-Anlage, es wäre "die erste skalierte Anlage ihrer Art".

Umwelthilfe begrüßt Verzicht auf Erdgasterminal

Die Deutsche Umwelthilfe begrüßt, dass Uniper die Pläne für ein Erdgasterminal aufgibt. Die Umweltorganisation wendet sich gegen den Neubau derartiger Terminals, die an mehreren Nordseestandorten geplant sind. Nach wie vor verfolgt werden entsprechende Pläne in Brunsbüttel und Stade.

"Auch für diese Terminals gibt es keinen energiewirtschaftlichen Bedarf, mit den Klimazielen ist ein Import von Fracking-Gas ohnehin nicht vereinbar", erklärte Sascha Müller-Kraenner von der Umwelthilfe.

Gegen den Ammoniak-Import hat die Umwelthilfe prinzipiell nichts einzuwenden, sie fordert aber, dass hohe Sicherheitsstandards eingehalten werden. Zudem sei ein solcher Import nur aus Ländern sinnvoll, "die einen Überschuss aus erneuerbaren Energien haben", sagte Constantin Zerger von der Umwelthilfe. "Wenn erneuerbares Ammoniak mit hohen Umwandlungsverlusten nach Deutschland importiert wird, im Herkunftsland aber die fossilen Kraftwerke weiter qualmen, ist für das Klima nichts gewonnen."

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