Wasserproblematik in Grünheide: Die lächerliche Arroganz des Elon Musk

Tesla-Chef Elon Musk zeigt kein Verständnis für die Bedenken der Anwohner beim Bau der Gigafabrik in Grünheide. Das ist ungeschickt und unbegründet.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Tesla-Chef Elon Musk amüsierte sich beim Besuch von Armin Laschet in Grünheide prächtig.
Tesla-Chef Elon Musk amüsierte sich beim Besuch von Armin Laschet in Grünheide prächtig. (Bild: Patrick Pleul/Pool via Reuters)

Wenn Elon Musk regelmäßig mit seinem Privatjet nach Berlin einfliegt, sieht er alles andere als eine Wüste. Ausgedehnte Waldflächen und viele Seen vermitteln den Eindruck einer Region, in der es offenbar keinen Mangel an Wasser gibt. "Hier ist überall Wasser", sagte Musk lachend bei einem Fabrikbesuch mit Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU). Es mag daher nachvollziehbar sein, dass der Tesla-Chef die Sorgen der Anwohner wegen des Wasserbedarfs der Gigafabrik in Grünheide überhaupt nicht verstehen kann. Doch sie als "lächerlich" abzutun, führt in der Debatte nicht weiter.

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Denn der Eindruck täuscht, den Musk aus der Luft erhält. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) weist für viele Teile Ostdeutschlands in tieferen Bodenschichten von 1,8 m weiterhin eine "außergewöhnliche Dürre" aus. Das gilt auch für große Bereiche rund um Berlin. Lediglich die Situation im Oberboden hat sich im vergangenen Jahr deutlich verbessert.

Streusandbüchse Brandenburg

Natürlich sieht Brandenburg von oben nicht aus wie Nevada, wo Tesla seine erste Gigafactory errichtet hat. Dennoch ist die "Streusandbüchse des Heiligen Römischen Reiches" vom Klimawandel besonders betroffen. Die Waldbrandgefahr ist wegen der trockenen Böden oft sehr hoch. Wie schnell ausgetrocknete Wälder durch Borkenkäferbefall und Brände vernichtet werden können, haben die vergangenen Jahre leider eindrucksvoll gezeigt. Durch die trockenen Jahre von 2018 bis 2020 ist der Wasserspiegel in den Seen rund um Grünheide nach Angaben von Bewohnern schon deutlich gesunken.

Das alles sieht Musk natürlich nicht, wenn er gelegentlich über Berlin ein- und ausfliegt. Aber das zuständige Firmenmanagement oder auch die brandenburgische Landesregierung könnten ihn durchaus darüber informieren. Schließlich hat Tesla schon auf die Bedenken von Umweltverbänden und Anwohnern reagiert und den geplanten Wasserbedarf der Fabrik deutlich gesenkt. Musk selbst hatte Anfang 2020 auf die Vorwürfe reagiert und die Gigafabrik als umweltfreundlich verteidigt.

  • Dürremonitor Gesamtboden für Berlin/Brandenburg vom 14. August 2021. (Grafik: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Dürremonitor Gesamtboden für Berlin/Brandenburg vom 14. August 2021. (Grafik: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Wasserproblematik spielt wichtige Rolle

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Im noch laufenden Genehmigungsverfahren spielt die Wasserproblematik die wohl entscheidende Rolle. Möglicherweise müssen sogar neue Grundwasserreservoirs erschlossen werden. Tesla geht davon aus, dass der Bedarf durch den Bau der Batteriezellproduktion nicht steigen wird.

Hinter der Debatte um das Wasser steckt aber noch ein genereller Konflikt: Wie sinnvoll ist es, große Fabriken mit einem hohen Ressourcenverbrauch zu bauen, um eine klimafreundlichere Mobilität zu ermöglichen? Viele Umweltschützer fordern einen stärkeren Verzicht auf Individualverkehr, anstatt sämtliche Verbrennerfahrzeuge durch Elektroautos zu ersetzen. Dabei entsteht bisweilen der Eindruck, dass die Wasserproblematik als Vorwand genommen wird, um den Bau der Tesla-Fabrik als ganze zu torpedieren.

Insane Mode - Die Tesla-Story: Wie Elon Musk die Automobilbranche auf den Kopf gestellt hat und stellen wird

Umweltprobleme erkennt man nicht immer aus dem Flieger

Das zuständige Landesamt für Umwelt kann solche Grundsatzkonflikte allerdings nicht entscheiden. Zudem: Wenn eine Erdölraffinerie im brandenburgischen Schwedt jährlich zwölf Millionen Kubikmeter Grundwasser nutzen darf, warum sollte Tesla nicht die beantragten 1,4 Millionen Kubikmeter verbrauchen dürfen?

Musk scheint sich wie immer seiner Sache ziemlich sicher zu sein. Doch die arrogante Art im Umgang mit berechtigter Kritik ist während des laufenden Verfahrens ziemlich ungeschickt. Und wenn es um die Frage geht, wie sich der Bau einer so großen Fabrik auf die Umgebung auswirkt, sollte man sich nicht auf bloßen Augenschein verlassen. Das ist geradezu lächerlich.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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sg-1 27. Aug 2021 / Themenstart

Künstliche Aufregung um Nichts. Wenn hier BMW gebaut hätte, dann gäbe es vom Nabu einen...

pevel 23. Aug 2021 / Themenstart

Jemand mit Rollator kann i.A. auch nicht mehr selbst Auto fahren. Und der Anteil der...

series3 19. Aug 2021 / Themenstart

... mehr fällt mir zu elon nicht ein.

desaboya 18. Aug 2021 / Themenstart

Gibt ja auch Senioren-Pampers - also muss man da nicht extra aufs Klo ;)

desaboya 18. Aug 2021 / Themenstart

In dem Moment, als es als Industriezone eingezont wurde, war der Kampf vorbei.

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