Wasserplaneten: Kepler soll Planeten mit "endlosen Ozeanen" entdeckt haben

Zwei Sonnensysteme, sieben Planeten, drei davon in der habitablen Zone: Wissenschaftler haben in den Daten des Weltraumteleskops Kepler(öffnet im neuen Fenster) erneut Welten gefunden, die Bedingungen für Leben ermöglichen. Auf zwei Planeten vermuten Forscher gar Wasser.
Kepler-62
Das System Kepler-62(öffnet im neuen Fenster) ist das uns nähere: Es befindet sich im Sternbild Leier(öffnet im neuen Fenster) und ist etwa 1.200 Lichtjahre von der Erde entfernt. Sein Zentrum ist ein Zwergstern der Klasse K2(öffnet im neuen Fenster) , der etwa zwei Drittel der Größe der Sonne hat und nur ein Fünftel ihrer Helligkeit.

Um den Stern kreisen fünf Planeten: Die drei inneren Planeten Kepler-62b, Kepler-62c und Kepler-62d sind ihm relativ nahe und deshalb zu heiß für Leben. Der dem Stern nächste Planet ist Kepler-62b. Er ist größer als die Erde und braucht für einen Orbit nur fünf Tage. Der etwa marsgroße Kepler-62c umrundet den Stern in zwölf Tagen. Kepler-62d ist ebenfalls größer als die Erde und braucht für eine Umrundung 18 Tage.
Erdähnlich
Spannender sind die beiden äußeren Planeten: Kepler-62e befindet sich am inneren Rand der habitablen Zone(öffnet im neuen Fenster) - das ist der Bereich um einen Stern, in dem auf einem Planeten Bedingungen herrschen, die Leben ermöglichen. Das bedeutet vor allem, dass Wasser in flüssigem Zustand vorkommt. Kepler-62e ist um etwa 60 Prozent größer als die Erde und braucht 122 Tage für einen Orbit. Kepler-62f, auf dem ein Jahr 267 Tage lang ist, ist nur um etwa 40 Prozent größer als die Erde und damit der Exoplanet in der habitablen Zone, der unserer Erde von der Größe bisher am ähnlichsten ist. Kepler-62f ist wahrscheinlich ein Gesteinsplanet wie die Erde.







Beide Planeten sind möglicherweise Wasserplaneten, also komplett mit Wasser bedeckt, haben Berechnungen von Forschern des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) ergeben. "Diese Planeten sind komplett anders als die in unserem Sonnensystem" , sagt Lisa Kaltenegger(öffnet im neuen Fenster) , die am CfA und am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg arbeitet. "Sie haben endlose Ozeane."
Kepler-69
Das zweite System, Kepler-69, ist deutlich kleiner: Nur zwei Planeten kreisen um einen Stern der Klasse G(öffnet im neuen Fenster) im Sternbild Schwan(öffnet im neuen Fenster) , etwa 2.700 Lichtjahre weit weg. Zu der Klasse gehört auch die Sonne, und der Stern ist ihr auch recht ähnlich: Er hat 93 Prozent ihrer Größe und 80 Prozent ihrer Helligkeit.
Kepler-69b ist näher am Stern - sehr nahe sogar. Nur 13 Tage braucht der Planet, der etwa doppelt so groß ist wie die Erde, für einen Orbit. Der entferntere Kepler-69c ist um 70 Prozent größer als die Erde. Ein Jahr auf diesem Planeten hat 242 Tage. Über die Zusammensetzung der Planeten sind sich die Forscher noch unsicher.
Neun Planeten in der habitablen Zone
Inzwischen haben Forscher mehrere hundert Exoplaneten entdeckt: Die Exoplanet Orbit Database(öffnet im neuen Fenster) listet 691, der Habitable Exoplanets Catalog(öffnet im neuen Fenster) des Planetary Habitability Laboratory(öffnet im neuen Fenster) (PHL) an der Universität von Puerto Rico in Arecibo 866. Davon befinden sich laut PHL neun in der habitablen Zone, 18 weitere von Kepler entdeckte gelten als Kandidaten für die Kategorie potenziell bewohnbar. Kepler hat über 2.700 Planetenkandidaten entdeckt.
"Das Raumschiff Kepler ist sicherlich zum Rockstar der Wissenschaft geworden" , sagt John Grunsfeld, Leiter des Science Mission Directorate der Nasa(öffnet im neuen Fenster) . "Die Entdeckung dieser Gesteinsplaneten in der habitablen Zone bringt die Suche nach einem Ort wie dem unseren voran. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass wir herausfinden, ob es in der Galaxis viele Planeten wie die Erde gibt oder ob wir eine Ausnahme sind."



