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Wasserkraftwerke: 2.600 Standorte für Wasserkraft in den USA bisher ungenutzt

In Summe könnten Wasserkraftwerke mit der Leistung mehrerer Großkraftwerke installiert werden. Die entscheidenden Vorarbeiten sind längst erledigt.
/ Mario Petzold
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Staudämme, hier Olmsted Locks and Dam am Ohio River, können mit Turbinen nachgerüstet werden. (Bild: U.S. Army Corps of Engineers)
Staudämme, hier Olmsted Locks and Dam am Ohio River, können mit Turbinen nachgerüstet werden. Bild: U.S. Army Corps of Engineers

Eine Untersuchung des Oak Ridge National Laboratory(öffnet im neuen Fenster) und des Idaho National Laboratory zeigt das bisher ungenutzte Potenzial aus Wasserkraft in den USA. Untersucht wurden nur Standorte, an denen bereits Staudämme errichtet sind, aber noch keine Stromerzeugung stattfindet.

Laut der Analyse könnten an über 2.600 Standorten entsprechende Turbinen installiert werden. Im Durchschnitt würde jede dieser Anlagen eine Leistung von 1,5 Megawatt erreichen, was aufgrund der Vielzahl an Standorten einer Gesamtleistung von 4 Gigawatt entspricht.

Weil solche Anlagen typischerweise durchgehend Strom erzeugen können, aber abhängig vom Wasserstand zumeist mit ihrer halben Spitzenleistung laufen, ergäbe dies einen Stromertrag von 15 Terawattstunden im Jahr. Das ist deutlich mehr, als ein Großkraftwerk erzeugen kann.

Ungenutzte Infrastruktur erschließen

Zwar sind das nur knapp 4 Promille des gesamten Stromverbrauchs in den USA, aber gleichzeitig betont das Forschungsteam, dass die entscheidende Infrastruktur in Form der Dämme bereits vorhanden sei. Nachgerüstet werden müssten lediglich Turbinen in geeigneter Größe und die nötige Wasserleitung.

Bei der Nutzung der Wasserkraft an den verschiedenen Standorten wurde außerdem berücksichtigt, wie sich die Wasserführung jahreszeitlich ändert und ob die Dämme aufgrund ihrer Funktion, zum Beispiel für den Hochwasserschutz, überhaupt für die Stromerzeugung geeignet sind.

In einer früheren Untersuchung waren noch 12 bis 30 Gigawatt als mögliches Potenzial genannt worden, bestenfalls das Achtfache des nun ermittelten Werts. Damit lokale Stellen sich selbst ein Bild vom Potenzial der Wasserkraft vor Ort machen können, stellen die Forschungslabore mit Hydrogenerate ein Programm via Github(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung, das detaillierte Daten zu jedem Standort beinhaltet und zeigt, welche Arten von Turbinen jeweils am besten geeignet sind.

Durchaus denkbar ist es, die Art der Analyse auch auf Europa zu übertragen. Auch diesseits des Atlantiks sind Flüsse aus verschiedensten Gründen aufgestaut und könnten nachträglich für die Stromerzeugung gewonnen werden, ohne Veränderungen am Flusslauf oder hohe Investitionen.

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