Naturschützer gegen Wasserkraftwerke

"Es trifft mich stark, dass Umweltverbände so vehement dagegen sind", sagt Rutschmann. Gegen nahezu jede neue Anlage werde vor Gericht gezogen und dadurch der Ausbau der deutschen Wasserkraft blockiert.

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Er verweist auf langwierige Gerichtsverfahren für ein Schachtkraftwerksprojekt an der Iller im Allgäu. Bei Dietenheim im Alb-Donau-Kreis soll ein Ende 2016 genehmigtes erstes Schachtkraftwerk mit vier Meter Fallhöhe etwa 315 Kilowatt Leistung erbringen. Weitere sieben Anlagen könnten folgen. Trotz Widerstands von Umweltverbänden könnte der Bau des ersten Iller-Kraftwerk bald beginnen. "Der Betreiber wird es durchfechten", ist Rutschmann überzeugt.

Auf diese Hürden stieß Wasserkraftexperte Seidel nicht. Auch sein Projekt ist eine Weltneuheit: Ein großes Wasserrad mit elf Metern Durchmesser in der Aller in Bannetze bei Celle soll 500 Kilowatt leisten. Bis zu 60.000 Liter Flusswasser werden pro Sekunde auf insgesamt 60 Schaufeln aus Lerchenholz treffen. Dabei dreht sich das Wasserrad ziemlich langsam, nicht schneller als mit einer bis vier Umdrehungen pro Minute.

Von dieser Behäbigkeit bei zugleich großen Wassermengen profitieren auch die Fische. "Die mittlere Mortalitätsrate liegt bei klassischen Wasserrädern gerade mal bei 0,28 Prozent", sagt Seidel und verweist auf Untersuchungen des Leibnitz-Institutes für Gewässerökologie und Binnenfischerei Potsdam an zehn klassischen Wasserrädern im Jahr 2016.

Ein Wasserrad soll Strom liefern

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Das Wasserrad-Konzept eignet sich besonders für geringe Fallhöhen von ein bis zwei Metern, wie sie in der norddeutschen Tiefebene üblich sind. "Und wir haben innerhalb von neun Monaten unser Planfeststellungsverfahren mit vollständiger Zustimmung aller Beteiligten abgeschlossen", sagt Seidel. Dank seiner transparenten Kommunikation herrscht mit der lokalen Fischerei und Naturschutzverbänden Einigkeit. Erste Bauten sind bereits abgeschlossen und in ein bis zwei Jahren könnte das neuartige Wasserradkraftwerk Strom liefern.

Der Einsatz von neuen Wasserkraftkonzepten wie Schachtkraftwerk oder Wasserrad wird nicht auf Deutschland beschränkt bleiben. Von Frankreich über Skandinavien bis zum Balkan und Südosteuropa sieht Ingenieur Albert Sepp große Ausbaupotenziale, sogar in einem zweistelligen Megawattbereich. Peter Rutschmann verweist auf Planungen in Papua-Neuguinea, Namibia oder auch am Mekong-Strom in Südostasien. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dort sehr viel größere Anlagen - etwa mit zahlreichen Schächten - entstehen.

"Denn Schachtkraftwerke sind für alle Leistungsklassen geeinigt", sagt Rutschmann. Auch Weltbank und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hätten schon Interesse an der Technologie gezeigt. "So wundert sich der Rest der Welt schon, warum Deutschland seine Wasserkraft nicht weiter ausbaut", sagt Christian Seidel. Aber vielleicht steigt auch hierzulande mit den neuen Kraftwerken an Loisach und Aller das Interesse an der Wasserkraft wieder.

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 Rücksicht auf Fische
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quasides 07. Sep 2019

die wahrheit ist die: Atomkraft und Radioaktive Strahlung ist ein komplexes Thema. Zu...

mxcd 02. Sep 2019

Das Abfallproblem ist weder gelöst, noch kann es je gelöst werden. Eine konsistente...

AlexX!! 31. Aug 2019

ich darf leider noch keine Links posten.. aber bitte mal bei Stuttgarter Nachrichten...

Gerhard 30. Aug 2019

Die Wasserkraft lieferte im vorigen Jahr 3,2% des Strombedarfs und 0,6% des...

E-Mover 29. Aug 2019

Da die gleiche Diskussion in mehreren Diskussionen geführt wird verweise ich auf den...



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