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Wasserkraftwerke haben Vorteile

Ende des 19. Jahrhunderts wurden mit der beginnenden Elektrifizierung im ganzen Land mechanische Laufwasserkraftwerke mit Turbinen und Stromgeneratoren ausgerüstet. Viele Anlagen sind über 110 Jahre alt, sie funktionieren aber in der Regel immer noch zuverlässig.

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Auch die Menge des bis heute in Flüssen gewonnenen klimafreundlichen Stroms kann sich sehen lassen. Allein in Bayern produzieren mehr als 3.500 Kraftwerke etwa 13 Terawattstunden Strom. In ganz Deutschland sind noch rund 7.500 Wasserkraftwerke in Betrieb. Ihre Ausbeute ist abhängig vom Niederschlag: zwischen 20 und 29 Terawattstunden, etwa drei bis fünf Prozent der bundesweiten Stromerzeugung. Damit können gut eine Million Haushalte mit Strom versorgt werden.

Mit diesen Zahlen reicht Strom aus Wasserkraft zwar nicht an die dominierenden erneuerbaren Quellen - Wind und Sonne - heran. Doch bietet er gegenüber Wind- und Solarparks einen großen Vorteil: Strom aus Wasserkraft wird ununterbrochen und weitestgehend unabhängig vom Wetter produziert. Selbst im heißen Dürresommer 2018 summierte sich die Ausbeute immer noch auf etwa 16 Terawattstunden. "Aber 2018 war auch das schlechteste Jahr seit sehr langer Zeit", sagt Harald Uphoff vom Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke (BDW) in Berlin.

So behält die kleine Wasserkraft-Branche die Entwicklung des Klimas im Auge. Denn geringere Wassermengen bei ausbleibendem Niederschlag bedeuten weniger Strom und müssen in den Kalkulationen berücksichtigt werden. "Wehre und Wasserkraftwerke taugen bei Dürre aber auch sehr gut zur Regulierung des Grundwassers und verhindern damit aktiv eine Austrocknung der Flussaue, was für die Flora und Fauna von immenser Bedeutung ist", sagt Christian Seidel, Experte für Wasserkraftwerke an der Technischen Universität Braunschweig.

Wasserkraftwerke abreissen ist fahrlässig

So wäre es sogar fahrlässig, die existierenden Querbauwerke von Wasserkraftanlagen abzureißen. Denn gerade mit diesen Bauten lässt sich der Grundwasserspiegel in den Flussauen regulieren. Mit dem Abriss wäre diese Steuerungsmöglichkeit zerstört. Untersuchungen der TU Braunschweig an der Aller haben gezeigt, dass die Wehranlagen den Grundwasserspiegel in der Flussaue großräumig auf einer Breite von 15 bis 20 Kilometern maßgeblich bestimmen.

Trotz des Rückgangs der Stromproduktion im Hitzesommer 2018 können die Betreiber von Stromnetzen generell sehr gut mit der Wasserkraft kalkulieren und die Netze stabil halten. "Zudem ist Wasserkraft ideal für eine dezentrale Stromerzeugung", sagt Seidel. "Die meisten Kraftwerke befinden sich sogar in der Nähe von Städten. Der Strom muss also nicht weit über Hochspannungsleitungen transportiert werden."

Diesen Vorteil der Wasserkraft bestätigte vor einem Jahr auch ein Gutachten der Bergischen Universität Wuppertal (PDF). Die Studie zeigte in einem Szenarienvergleich, dass die Netzausbaukosten ohne kleine Wasserkraftanlagen um 750 Millionen Euro steigen könnten und weitere Netzdienstleistungen im Wert von 250 Millionen Euro verloren gingen.

Fischtreppen sind machbar

"So reduzieren die über 7.000 Wasserkraftwerke in Deutschland wegen ihrer Nähe zu den Stromverbrauchern die Netzverluste erheblich", sagte BDW-Präsident Hans-Peter Lang. Auch die strengen ökologischen Auflagen wie Fischaufstiege und -abstiege seien technisch umsetzbar, bedrohten allerdings ohne zusätzliche Fördermittel und kürzere Genehmigungsverfahren die Wirtschaftlichkeit der Anlagen.

Sicherer, klimafreundlicher und dazu mit knapp 8 Cent pro Kilowattstunde sogar günstiger Strom, der keinen Netzausbau erfordert. Was liegt da näher, als die Wasserkraft in Deutschland nicht nur zu erhalten, sondern möglichst noch auszubauen?

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 Wasserkraft: Strom aus dem StromWenig Interesse in Deutschland 
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quasides 07. Sep 2019

die wahrheit ist die: Atomkraft und Radioaktive Strahlung ist ein komplexes Thema. Zu...

mxcd 02. Sep 2019

Das Abfallproblem ist weder gelöst, noch kann es je gelöst werden. Eine konsistente...

AlexX!! 31. Aug 2019

ich darf leider noch keine Links posten.. aber bitte mal bei Stuttgarter Nachrichten...

Gerhard 30. Aug 2019

Die Wasserkraft lieferte im vorigen Jahr 3,2% des Strombedarfs und 0,6% des...

E-Mover 29. Aug 2019

Da die gleiche Diskussion in mehreren Diskussionen geführt wird verweise ich auf den...


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