Wasserkraft: In China soll ein Staudamm 3D-gedruckt werden

Dammbau mit neuen Verfahren: In China soll ein Staudamm per 3D-Druck errichtet werden. Das soll eine kurze Bauzeit ermöglichen.
Der Damm soll schichtweise aus Beton aufgebaut werden. Die Baufahrzeuge, die diese Arbeiten ausführen, also Bagger, Laster, Planierraupen etc., sollen jedoch nicht von Menschen bedient werden. Es sollen Roboter sein, die mit Künstlicher Intelligenz gesteuert werden, wie die Hongkonger Tageszeitung South China Morning Post berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Der Yangqu-Damm soll am Oberlauf des Gelben Flusses im Hochland von Tibet entstehen und 180 Meter hoch werden. Das Kraftwerk soll im Jahr fünf Milliarden Kilowattstunden an elektrischer Energie liefern und damit 50 Millionen Menschen in der zentralchinesischen Provinz Henan mit Strom versorgen. Henan ist mit knapp 100 Millionen Einwohnern eine der bevölkerungsreichsten Provinzen Chinas.
China setzt auf Wasserkraft
Um das Ziel zu erreichen, China bis zum Jahr 2060 kohlendioxidneutral zu machen, setzt die Regierung in Peking stark auf Wasserkraft. Der Strom aus Wasserkraftwerken ist zwar sauber. Aber die gewaltigen Stauseen haben immense Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen, die deswegen umgesiedelt werden. In China wurde 2003 nach acht Jahren Bauzeit mit dem Drei-Schluchten-Damm der größte Staudamm der Welt in Betrieb genommen.
Yangqu soll der weltweite erste Staudamm werden, der mit 3D-Drucktechnik gebaut wird. Vorteil soll eine kurzen Bauzeit sein: Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass der Damm in zwei Jahren fertig sein wird und 2024 in Betrieb genommen werden kann.
Der Autor meint dazu:
Die kurze Bauzeit spricht für den Einsatz von 3D-Druck und KI. Angesichts der Auswirkungen eines Dammbruchs sollten sich die Verantwortlichen ihrer Sachen jedoch sehr sicher sein.