Wasserkraft: Ein Wasserkraftwerk soll 40 Großkraftwerke ersetzen
Wie unter anderem die Southern China Morning Post(öffnet im neuen Fenster) vermeldet, wurde mit dem Bau des weltweit größten Wasserkraftwerks begonnen. Es soll den Yarlung Tsangpo, in Indien Brahmaputra(öffnet im neuen Fenster) genannt, in fünf Stufen aufstauen und eine Leistung von 60 Gigawatt bereitstellen können.
Möglich wird diese Leistung, die etwa 40 großen Kraftwerken gleichkommt und mit 300 Terawattstunden pro Jahr den halben Strombedarf Deutschlands abdecken könnte, durch die besondere geografische Lage des Flusses. Er zählt zu den wasserreichsten Strömen weltweit und besitzt bereits im Hochland von Tibet eine Durchflussmenge von 2.000 Kubikmetern pro Sekunde. Das entspricht in etwa dem Rhein an seiner Mündung.
Große Wassermenge und enorme Höhe für ein Wasserkraftwerk
Hinzu kommt, dass der Yarlung Tsangpo auf knapp 250 km Länge bis an die Grenze zu Indien 3.000 Höhenmeter überwindet. Die potenzielle Energie des Wassers beträgt damit das Doppelte der angestrebten Energieerzeugung. Entsprechend viele hohe Staumauern müssen errichtet werden.
Der Drei-Schluchten-Damm, ebenfalls in China und das aktuell größte Wasserkraftwerk der Welt, erzeugt etwa 100 Terawattstunden im Jahr, somit ein Drittel der geplanten Menge. Hier werden gerade einmal 175 Höhenmeter genutzt, jedoch mit einer vielfachen Durchflussmenge.
Finanzielle und politische Herausforderung
Die Kosten für das Projekt werden derzeit mit umgerechnet 150 Milliarden Euro beziffert. Sollte dieser Wert eingehalten werden, was angesichts des schwierigen Geländes eher nicht zu erwarten sein dürfte, und würden in den nächsten 25 Jahren kaum Kosten für Wartung hinzukommen, ergibt das einen Preis von 2 Cent pro Kilowattstunde.
Die lautesten Gegenstimmen für das neue Wasserkraftwerk kommen aus Indien und Bangladesch. Beide Länder sind auf das Wasser des Brahmaputra angewiesen und fürchten erhebliche Folgen für das Ökosystem des Flusses. Der Sauerstoffgehalt des Wassers, die Temperatur und die Menge an Sedimenten werden verändert, was die Bewirtschaftung unterhalb der Stauwerke beeinflusst.
Zudem dürften Umsiedlungen entlang der neuen Stauseen notwendig werden, wobei die Gegend äußerst dünn besiedelt ist. Für den Drei-Schluchten-Damm mussten vermutlich knapp zwei Millionen Menschen umgesiedelt werden. Entlang der Schluchten des Yarlung Tsangpo leben hingegen nur einige Tausend Menschen.
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